Entlang der Wahrnehmungsroutine

Entlang der Wahrnehmungsroutine

Wenn von Zeit zu Zeit wir die Wohnung, das Haus verlassen, sind Ziel und Ort bereits tief im Gehirn gespeichert und der Tunnelblick (1) ist eigeschaltet. Die versteckten Schönheiten entlang des Weges sind ausgeblentet. Der Blick wird auf Augenhöhe fokussiert. Links und Rechts, Oben und Unten des Raumes sind verdunkelt.

Diese Internseite dokumentiert die zahlreichen größeren und kleineren Schönheiten der Dortmunder Nordstadt. Das Stadtbild unterliegt einer fortlaufenden Veränderung. Einige Sehenswürdigkeiten verschwanden im Laufe der Jahre aus dem öffentlichen Raum und sind zur Erinnerung in dieser Dokumentation archiviert.

Diese Stadtteildokumentation erhebt weder den Anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität im streng wissenschaftlichen Sinne.

Die Informationen zu einzelnen Bildern sind unter dem Aspekt der Methode des Freien Assoziierens und dem automatischen Schreiben als künstlerische Technik zu verstehen.

(1) Unter Tunnelblick versteht man eine Einschränkung des Gesichtsfelds. Nur Gegenstände in ungefährer Blickrichtung werden noch wahrgenommen, seitlich bzw. darüber oder darunter befindliche Objekte nicht mehr, ähnlich wie beim Blick durch einen dunklen Tunnel, wenn nur Dinge jenseits des Tunnelausgangs zu erkennen sind.
Normalerweise erstreckt sich ein Bereich des (unscharfen) Sehens beim Menschen fast über 180°. Bewegungen in diesem Feld werden durchaus wahrgenommen. Da Bewegungen potentiell interessant sind (Gefahr, Beute, ...), führt diese Art der Sinneswahrnehmung im Tierreich zu einem Überlebensvorteil. Hier sind teilweise noch deutlich größere Gesichtsfelder anzutreffen. Bei den Primaten mit ihrer frontalen Augenstellung ist das Gesichtsfeld zu Gunsten des stereoskopischen Sehens reduziert.
Beim Tunnelblick ist diese Sinneswahrnehmung ganz oder teilweise ausgefallen. Ursache können Erkrankungen des Sehapparats wie Retinopathia pigmentosa sein, aber auch Vergiftungen.

Nach entsprechendem Alkoholkonsum kann Tunnelblick eintreten, einer der Gründe, warum das Führen von Fahrzeugen oder Maschinen nach Alkoholgenuss nicht ratsam bzw. verboten ist. Ebenso spricht man von einem Tunnelblick, wenn man sich schnell fortbewegt, zum Beispiel bei hohen Geschwindigkeiten mit dem Pkw auf der Autobahn; auch hier schränkt sich das Sichtfeld auf einen kleinen Bereich dessen ein, was das Auge im Stehen erfassen könnte.

Fasst man den Begriff des Sehens weiter, nämlich eher im Sinne von „Einsehen“, „Wahrnehmen“ oder „Erkennen“, bekommt auch Tunnelblick eine erweiterte Bedeutung. Ein Tunnelblick in diesem Zusammenhang meint die Unfähigkeit oder Unwilligkeit, Dinge wahrzunehmen, die außerhalb dessen liegen, wofür sich der Betroffene aktiv interessiert. Man spricht auch im übertragenen Sinne von „Scheuklappen“, denn Scheuklappen verhindern, dass ein Zugpferd Dinge sieht, die seitlich passieren und es von seiner Aufgabe ablenken könnten.

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Entstuckung

Flensburger Straße

Entstuckung


Entstuckung (zuweilen auch Abstuckung) ist die vorsätzliche Beseitigung von Stuckornamenten an Gebäuden. Von etwa 1920 bis 1975 wurde, vorwiegend in Deutschland, vor allem von Fassaden und in Innenräumen aus der Gründerzeit der als häßlich und lügnerisch empfundene Gipsstuck-Dekor abgeschlagen. Fassaden oder Zimmerdecken wurden anschließend meist glatt verputzt.

Anfänge

Die theoretischen Grundlagen für die Entstuckung wurden vor dem 1. Weltkrieg gelegt. Aus den Kreisen der kunstgewerblichen und architektonischen Reformbewegung um Adolf Loos, Hermann Muthesius oder Paul Schultze-Naumburg wurde bereits um 1900 massive Kritik an den industriell gefertigten Dekorelementen in Stilformen der Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko oder Klassizismus geübt, mit denen in der Gründerzeit die Architektur nobilitiert wurde. Vor allem der Stuck an Mietshäusern wurde als Verschleierung elender sozialer Verhältnisse gebrandmarkt. In einer mit moralischen Argumenten geführten Debatte wurde die historistische Stuckfassade zunehmend abqualifiziert. Auf der künstlerischen Ebene spielte eine Rolle, dass eine große Zahl von Stuckfassaden an Gebäuden des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts vom Eklektizismus geprägt war, d.h. von der Vermischung mehrerer historischer Stile an einem Gebäude. Nach ca. 1910 galt dieser Trend jedoch nicht mehr als modisch, wobei versucht wurde, diesen Trendwechsel mit vorgeblich objektiven Argumenten ideologisch zu verbrämen. Neben der erwähnten sozialen Unehrlichkeit wurde dabei insbesondere die Vermischung von Stilen als künstlerisch unseriös gebrandmarkt. Diese Haltung wurde in der deutschen Architekturkritik zum durchgängigen Merkmal bis in die sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Als erster absichtsvoll vom Baudekor befreiter Bau kann jedoch ein Industriebau gelten: Peter Behrens ließ 1911 von der erst wenige Jahre zuvor errichteten "Alten Fabrik für Bahnmaterialien" der AEG in der Voltastraße in Berlin-Wedding den in Klinkerformsteinen ausgeführten Dekor entfernen.

Entstuckung und Neues Bauen

Mit der aktiven Beseitigung des Dekors im größeren Stil wurde jedoch erst in den 1920er Jahren in Berlin begonnen. Pioniere der Entstuckung waren dort Architekten des Neuen Bauens wie Erich Mendelsohn oder die Brüder Hans und Wassili Luckhardt, aber auch ältere Architekten wie Peter Behrens oder Richard Riemerschmid. Einige ihrer Fassadenumgestaltungen waren gestalterisch durchaus bemerkenswert und wurden als eigenständige Bauten der jeweiligen Architekten wahrgenommen. Von Berlin breitete sich die Entstuckung, befördert durch befürwortende Artikel in den wichtigsten Architekturzeitschriften, als städtebauliches Leitbild in ganz Deutschland aus.

Entstuckung und "Entschandelung" im Dritten Reich

In der Zeit des Nationalsozialismus lebte das Leitbild Entstuckung fort und wurde nun vor allem für Kleinstädte und Dörfer propagiert. Als Teil der so genannten „Entschandelung“ wurde nun der Versuch gemacht, ganze Straßen, Plätze und Ensembles vom Dekor des späten 19. Jahrhunderts zu befreien. Eine zentrale Rolle kam bei diesen Bemühungen dem Architekten und Heimatschützer Werner Lindner zu.

Höhepunkt in den 1950er Jahren

Ihren quantitativen Höhepunkt erreichte die Entstuckung jedoch erst nach 1945, als in fast allen deutschen Städten den Formen der Gründerzeit der Kampf angesagt wurde. Allein in Berlin-Kreuzberg, einem der größten Gründerzeitviertel Europas, wurde bis 1979 von etwa 1.400 Häusern der Stuck abgeschlagen. Vielerorts stellten Stuckfassaden an Gebäuden, die den Krieg leicht beschädigt überstanden hatten, jedoch auch ein Sicherheitsrisiko dar, da immer wieder Fassadenteile herab bröckelten und die Eigentümer für eine fachgerechte Fassadenrestaurierung in der unmittelbaren Nachkriegszeit auch keine Mittel hatten.
Bemerkenswerterweise wurde die Entstuckung während dieser Zeit sowohl in West- als auch in Ostdeutschland massenhaft durchgeführt, während in benachbarten Ländern, wie z.B. Frankreich oder Italien das Phänomen weitgehend unbekannt war und ist.

Ende der Entstuckung seit den 1960er Jahren

Seit den frühen 1960er Jahren begann sich Kritik gegen die Entstuckung zu regen. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Erscheinen des polemischen Bildbandes "Die gemordete Stadt" des Publizisten Wolf Jobst Siedler und der Fotografin Elisabeth Niggemeyer im Jahr 1964 zu. Die Kritik an der Entstuckung stützte sich zunächst auf die Neubewertung der Leistungen des Historismus auf dem Gebiet der Architektur. Darüber hinaus wurde bemängelt, dass Gebäude, welche einmal mit einer Stuckfassade erbaut worden sind, infolge der Entstuckung ihre historische Authentizität verlören, d.h. sie sind danach nicht mehr ohne weiteres als Gebäude einer bestimmten architektonischen Epoche erkennbar. Aus diesem Grunde werden entstuckte Häuser wegen ihrer glatten Putzfassaden von Laien häufig irrtümlicherweise den 1950er Jahren zugeordnet. Seit den 1970er Jahren wurde die Gründerzeit zunehmend von der Denkmalpflege, aber auch in der breiten Öffentlichkeit wieder entdeckt. In der Folge wurden sogar zahlreiche entstuckte Fassaden rekonstruiert und die Entstuckung vielerorts untersagt.

Entstuckung und Energiesparen
Nach den Befürchtungen mancher Architekten und Denkmalpfleger könnte das Thema Entstuckung in den kommenden Jahren wieder eine breite Relevanz bekommen. Das am 28. September 2010 beschlossene Energiesparkonzept der deutschen Bundesregierung sieht vor, den CO2-Ausstoß des gesamten Baubestandes in Deutschland um 80 Prozent zu senken. Ein ungeplanter Nebeneffekt dieser Maßnahmen könnte eine weit gehende Entstuckung fast aller Altbauten sein, sofern diese nicht unter Denkmalschutz stehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Entstuckung

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Postkarten

Borsigplatz

Ab etwa 1896 setzte sich die Postkarten/Ansichtskarte im großen Stil durch, da sie zu einem geringen Preis erhältlich war und die Bilder das Schreiben längerer Städte- oder Landschaftsbeschreibungen ersparten. In vielen Tabak- und Schreibwarenläden waren Ansichtskarten zu kaufen. 1899 wurden in Deutschland 88 Millionen Postkarten produziert.

Heute sind Postkarten zum beliebten Sammlerstück geworden und dokumentieren längst vergangene Zeiten. In dem Album "Früher" sind mehrere Beispiele aus der Dortmunder Nordstadt zu sehen. Die historischen Karten stammen aus den Archiven von Herrn Valentin Frank ( Von ihm erschien u.a. das Buch Also, um acht am Corso ) und Herrn Klaus Winter ( Von ihm erschien u.a. das Buch Die Nordstadt - wie sie früher war ). Dafür ein herzliches Danke Schön.

Im Folgenden habe ich einige Informationen zum Thema Postkarten zusammengestellt. Die Texte sind der Seite Wikipedia entnommen.

Postkarten

sind Karten, um relativ kurze, offen lesbare Mitteilungen, Nachrichten, Grüße usw. per Post zu verschicken. Die Postkarte in der heutigen Form erschien um 1869 in Österreich und wurde zur Zeit ihrer Einführung noch Correspondenzkarte genannt. Zunächst konnten sie national und international nur sehr eingeschränkt verschickt werden, erst mit der Einführung der Weltpostkarte 1875 konnten Postkarten über alle Grenzen hinweg versendet werden. Die heutige Standardnormgröße ist DIN A6. Es gibt verschiedene Erscheinungsformen, wobei die bedeutendste wohl die Ansichtskarte ist, die oft nicht ganz korrekt als Bildpostkarte bezeichnet wird. Die Bildpostkarte ist eine eigenständige, spezielle Form der Postkarten.

Geschichte
Schriftliche Nachrichten wurden bis in die neuere Vergangenheit üblicherweise als verschlossener Brief versendet. Um dem Bedarf nach einer schriftlich prägnanten Kommunikationsform von nicht vertraulichen Mitteilungen nachzukommen wurden Postkarten eingeführt.

Erste Anläufe

1760 hat angeblich das private Stadtpostunternehmen Petite Poste in Paris offen lesbare Mitteilungen eingeführt, 1784 führte die privat betriebene Kleine Post in Wien[1] (auch 'Wiener Klapperlpost' genannt) Karten mit offen versandten Mitteilungen ein. In beiden Fällen sind jedoch keine Exemplare erhalten.[2][3]

Im Jahre 1861 ließ sich John P. Carlton aus Philadelphia die Postkarte urheberrechtlich schützen.[4] Er reichte seine Erfindung am 17. Dezember 1861 auch als Patent ein, was aber nicht zugelassen wurde.[5] Er verkaufte seine Idee an H. L. Lipman, ebenfalls aus Philadelphia[6], der dann Karten mit der Kennzeichnung „Lipman's Postal Cards“ produzierte.[7] Diese Karten wurden verkauft bis sie 1873 durch die staatlich offiziellen U.S. Postkarten ersetzt wurden.[8]
Zum 1. Juni 1865 wurden in Preußen sogenannte Drucksachenkarten als offene Mitteilungen eingeführt. Dort waren die Anschrift und der gedruckte Text auf ein und derselben Seite.[9] Diese Karten wurden oft verwendet um einen Besuch eines Handelsvertreters anzukündigen und werden deswegen in Sammlerkreisen auch als Vertreterkarten bezeichnet.[10][11]

Der Geheime Postrat Heinrich von Stephan schlug am 30. November 1865 bei der 5. Postvereins-Konferenz in Karlsruhe vor, ein sogenanntes Postblatt ohne Wertstempeleindruck zuzulassen. Sein Vorschlag wurde aber bereits vor der Konferenz vom peußischen Generalpostamt abgelehnt und nicht verwirklicht, da die Mehrheit der verantwortlichen Personen die Ansicht vertrat, ein offenes Absenden von Mitteilungen sei aus Vertraulichkeitsgründen unmoralisch und beleidigend. Wegen der Idee eines geringeren Portos wurde außerdem befürchtet die Einnahmen der Post könnten zurückgehen.[12]
1868 reichen zwei Leipziger Buchhandelsunternehmen, Firma Friedlein und Firma Pardubitz, unabhängig voneinander beim Berliner Generalpostamt ein, eine „Universal-Correspondenz-Karte“ einzuführen. Auf den Rückseiten sollten verschiedene Mitteilungen zum ankreuzen vorgedruckt werden. Trotz Ablehnung erscheint hier die später verwendete Bezeichnung „Correspondenzkarte“.[13][3]

m 26. Januar 1869 erschien in der Wiener Tageszeitung „Neue Freie Presse“ ein Artikel mit dem Titel „Über eine neue Art der Correspondenz mittels der Post“ vom Professor der Nationalökomomie Emanuel Herrmann.[14] In dem Artikel ging es um die Einführung der Correspondenzkarte, hierbei standen volkswirtschaftliche Aspekte im Vordergrund.[15] Ähnlich einem Telegramm sollte die Anzahl der Worte auf 20 begrenzt sein und durch eine geringe Gebühr gefördert werden.

Offizielle Einführung

Am 1. Oktober 1869 erschien dann bei der Österreichischen Post die von Dr. Emanuel Herrmann entwickelte Correspondenzkarte mit eingedrucktem Postwertzeichen. Die Rückseite der 8,5 × 12,2 cm großen Correspondenzkarte konnte bei Erscheinen der Karten dann doch frei beschrieben werden. Die Karte kostete nur 2 Kreuzer (im Unterschied zu 5 Kreuzer für einen Brief), was gleichzeitig dem Wert der eingedruckten Briefmarke entsprach, und verkaufte sich bereits im ersten Monat 1,4 Millionen mal.

In Deutschland wurde im April 1870 Heinrich von Stephan selbst zum Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes was wohl ein entscheidender Grund für die Einführung dort war.[16] Am 6. Juni 1870 zeichnete der preußische Ministerpräsident und Kanzler des Norddeutschen Bundes Otto von Bismarck die „Verordnung betr: die Einführung der Correspondenzkarte“ ab, die ab 1. Juli 1870 in Kraft trat.[17] Daraufhin wurden von den Postverwaltungen des Norddeutsche Postbezirks zusammen mit Bayern, Württemberg und Baden ab 1. Juli 1870 eingeführt.[18] In Berlin und einigen anderen Städten wurde sie bereits ab dem 25. Juni 1870 verkauft.[19] Der Versand war außer im Inland - dem Gebiet des Norddeutschen Bundes und den drei genannten süddeutschen Ländern - auch nach Österreich-Ungarn und nach Luxemburg möglich.[20]

Das Format der Karten entsprach dem der Postanweisung. Zunächst gab es in Deutschland die Correspondenzkarte nur mit aufgeklebten Freimarken, in Württemberg gab es sie gleich als Ganzsachen[21].

Einführung der Postkarte in anderen Ländern:[17][22]
▪ 1870 Schweiz, Luxemburg und Großbritannien
▪ 1871 Belgien, Niederlande, Dänemark und Finnland
▪ 1872 Schweden, Norwegen und Russland
▪ 1873 USA, Frankreich, Serbien, Rumänien und Spanien
▪ 1874 Italien
Während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 gab es die erste Verwendung v
on Postkarten in größerem Umfang. Nachdem für die mobilen Truppen ab 17. Juli 1870 Portofreiheit galt, wurden bis Dezember 1870 rund 10 Millionen „Feldpost-Correspondenzkarten“ in die Heimat verschickt.[23]

Seit dem 12. Oktober 1871 konnten Correspondenzkarten zu Drucksachen, seit dem 1. Januar zu Postvorschusssendungen (Nachnahme) benutzt werden. Ab 1. März 1872 an wurde die Correspondenzkarte in Deutschland in Postkarte umbenannt.[18] Nach einer Anfangszeit mit hohem Postkarten-Aufkommen kam es in zu einem Rückgang des Aufkommens, bis im Juli 1872 das Porto gegenüber dem Briefporto halbiert wurde. Zu Beginn war in den deutschen Gebieten der Protosatz identisch mit dem Briefproto.[24]

Seit dem 1. Januar 1873 wurden Postkarten mit eingedruckten Postwertzeichen (Ganzsache) im Königreich Bayern und im Deutschen Reich von der Post verkauft.
Im internationalen Postverkehr wurde die Postkarte mit dem Berner Postvertrag ab 1. Juli 1875 zugelassen.[25] Siehe auch: Unterpunkt Weltpostkarte.

Ab etwa 1896 setzte sich die Ansichtskarte im großen Stil durch, da sie zu einem geringen Preis erhältlich war und die Bilder das Schreiben längerer Städte- oder Landschaftsbeschreibungen ersparten. In vielen Tabak- und Schreibwarenläden waren Ansichtskarten zu kaufen. 1899 wurden in Deutschland 88 Millionen Postkarten produziert, 1905 wurde durch die Post eine halbe Milliarde Kartensendungen gezählt.
Ab 1905 wurde die Adressenseite der Postkarte in Deutschland geteilt, wobei die linke Seite für Mitteilungen zur Verfügung stand. Bis dahin mussten die Mitteilungen ausschließlich auf der Rückseite der Karten erfolgen, da die Anschriftseite ausschließlich für die Adresse und Freimachung verwendet werden durfte.

Zunächst gab es kleinere Formate (auch Kleinformat genannt) für Postkarten. Das dem Weltpostkarten ähnliche Format von 10,5 x 14,8 cm, DIN A6 (im Zusammenhang mit Postkarten auch Großformat genannt) wurde am 1. Oktober 1927[26] eingeführt und setzte sich in Deutschland in den 1930er und 1940er Jahren langsam durch.[27] Im internationalen Verkehr ist heute eine Länge vom 140 bis 235 mm, eine Breite von 90 bis 125 mm bei einem Flächengewicht von 150 bis 500 g/m² zugelassen.[28]

Zahlen aus der Schweiz[29] belegen, dass um 1913 das Postkartenaufkommen einen Höhepunkt erreicht hatte. Der Anteil an Ansichtskarten lag damals bei etwa 40%.[29] Die Anzahl der versandten Postkarten ging aufgrund zunehmender, alternativer Kommunikationsmöglichkeiten wie zunächst dem Telefon, später auch Fax, E-Mail und Mobiltelefon kontinuierlich zurück. Heute werden in Europa etwa 400 Millionen Postkarten pro Jahr verschickt.

Antwortkarte

Am 1. Januar 1872 erschienen die ersten Postkarten mit anhängender Antwortkarte, die später auch mit eingedrucktem Postwertzeichen verkauft wurden. Dadurch bezahlte der Absender bereits das Porto für die Antwort durch den Empfänger. Ungebrauchte Antwortkarten sind immer zusammenhängende Doppelkarten, bestehend aus je einem Frage- und Antwortteil. Das Format einer ganzen Antwortkarte entspricht zweimal der Größe einer normalen Postkarte. Diese war auf das Format einer einfachen Postkarte zusammengeklappt. Verwendung: Der erste Absender beschreibt den Frageteil und schickt die Doppelkarte an den Empfänger. Dieser entfernt den Frageteil und schickt den Antwortteil zurück. Sowohl der Frage- wie Antwortteil ist mit einem portogerechten Wertstempel versehen. Im Jahre 1992 verfügte die Generaldirektion der Deutschen Bundespost Postdienst die Einstellung der Aufträge für Antwortkarten. Die Restbestände wurden aufgebraucht. Noch zusammenhängende Antwortkarten hin und zurück zu gebrauchen war zwar nicht erlaubt, konnte aber vorkommen. Antwortkarten, die für den Verkehr ins Ausland bestimmt waren, hatten im Anschriftteil weder Postleitzahlkreise noch Leitvermerke (Straße, Haus-Nr. usw.).  

Ansichtskarte 

Ursprünglich waren Postkarten nur für rein schriftliche Korrespondenz ohne Illustration vorgesehen.
Es wurde immer wieder diskutiert von wem die erste Ansichtskarte stammte. Als allererster überhaupt gilt der Kupferstecher Desmainsons aus Frankreich, der bereits 1777 eine Ansichtskarte hergestellt haben soll.[30] Neueren Erkenntnissen zufolge gab es die erste deutsche Ansichtskarte, eine Einladung zur Treibjagd, schon 1866 vom Lithograf Wilhelm Schneider, Worms, postalisch gelaufen am 5. Dezember 1866[31][32][33].

Lange Zeit galt der Oldenburger Drucker und Buchhändler August Schwartz[34] als erster Deutscher der eine illustrierte Postkarte druckte. Der Münchner Lithograf Zrenner stellte 1872 als erster Massenproduzent eine Serie von mehreren, verschiedenen Ansichtskarten her.[35]

Ab 1871 verkaufte die Post Ansichts- und Glückwunschpostkarten und ab dem 1. Juli 1872 werden in Deutschland private, nicht von der Post hergestellte Motivpostkarten zugelassen.
Ansichtskarten dienten oft Propagandazwecken und können heute als historische Quelle dienen. [36]

http://de.wikipedia.org/wiki/Postkarte

Bildpostkarte 

Bildpostkarten gibt es die Deutschland offiziell seit 1925. Zunächst wurden sie nur versuchsweise herausgegeben. Sie waren dadurch gekennzeichnet, dass sie im linken oberen Teil der Anschriftseite ein Stadt-, Landschafts-, oder Werbebild und einen Wertstempel (Ganzsache) als Franktur hatten. Zunächst waren die Abbildungen in der Farbe des aufgedruckten Wertstempels, zumeist grün oder braun, gehalten. Sie wurden im Auftrag von Stadt-, Bäder-, oder Kurverwaltungen zu Reklamezwecken hergestellt und wurden nicht in Orten vertrieben, für die sie werben sollten. Man folgte damit einem Beispiel aus der Schweiz, hier wurden die ersten offiziellen Bildpostkarten ab 1923[1] herausgegeben. Die erste Bildpostkartenserie in Österreich gab es 1927 in den Wertstufen zu 10, 18 und 24 Groschen.[2] Bildpostkarten gab es bereits ab 1890 in Brasilien.[3]

Die wohl erste Bildpostkarte wurde am 16. Juli 1870 von dem Oldenburger Drucker und Buchhändler August Schwartz[4] verschickt. Wobei hierfür die Bezeichnung Bildpostkarte höchstwahrscheinlich noch nicht verwendet wurde, weil selbst die Postkarte damals noch als Correspondenzkarte bezeichnet wurde, doch diese Karte weist eher Merkmale einer Bildpostkarte auf, es war keine Ganzsache.[5]

Aus Gründen der Papierersparnis wurde die Ausgabe der Bildpostkarten im Laufe des 2. Weltkrieges eingestellt und im Jahre 1952 wiedereingeführt, nun aber farbenfroher.
Bei Postkarten, bei denen sich Abbildungen nicht auf der Adressseite (Vorderseite), sondern auf der Rückseite befinden, spricht man von Ansichtskarten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bildpostkarte

Gezähnte Postkarte

Ab 1. Juni 1913 lieferte die Reichsdruckerei perforierte Postkarten der Dauerserie zunächst in Streifen, dann auch im Bogen. Die Schreibmaschine verbreitete sich immer mehr, und die Streifen erlaubten ein rationelles Beschreiben nacheinander. Bald wurden auch Antwortkarten im Bogen gezähnt (1924). Bayern (1912) und Württemberg (1913) verkauften ebenfalls gezähnte Postkarten. Die Karten wurden zum eingedruckten Wertzeichenpreis verkauft.

Weltpostkarte

Durch den Berner Postvereinsvertrag vom 1. Juli 1875 wurde die Postkarte auch für den internationalen Verkehr zugelassen und seit dem 15. Juli 1878 solche zu Weltpostkarten mit bezahlter Antwort. Die für den Verkehr in das Ausland gedachten Karten mit entsprechender Wertstufe – Weltpostkarte genannt – wiederholen in der Regel Texte in französischer Sprache (= Amtssprache des Weltpostvereines); z. B. „Postkarte mit Antwort – Carte postale avec réponse payée“.

Bei der Weltpostkarte mit anhängender Antwortkarte war ebenfalls nur der Antwortteil allein abzusenden, doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Das eingedruckte Postwertzeichen wurde also vom Annahmepostamt im Ausland mit dem dort verwendeten Tagesstempel entwertet. Häufig sind Weltpostkarten-Antwortteile mit zusätzlicher Briefmarkenfrankatur zu finden, die nicht immer erforderlich war. Vielmehr glaubten Empfänger im Ausland einfach nicht, dass z.B. das mit einem deutschen Postwertzeichen bedruckte Antwortteil ohne Entrichtung des Portos zurückgesandt werden konnte. Hingegen gibt es aber auch Zusatzfrankaturen wegen Portoerhöhung, Sonderbehandlung (Luftpost, Einschreiben etc.).

Der Verkehr von Weltpostkarten mit anhängender Antwortkarte wurde entsprechend einem Beschluss der Konferenz des Weltpostvereins in Tokio ab 1. Juli 1971 weltweit eingestellt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Postkarte


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Museum

Die Dortmunder Nordstadt verfügt über mehrere Museen. Bei einer Wanderung durch den Stadtteil laden diese Orte zu einer weiteren Entdeckungsreise ein.

Hoesch-Museum

Das Hoesch-Museum ist ein 2005 wieder eröffnetes Museum in Dortmund. Untergebracht im historischen Portierhaus der Westfalenhütte, zeigt das Museum einen Überblick über 160 Jahre Unternehmensgeschichte, Technik-Geschichte und eine Sozialgeschichte der Stahlarbeit, verbunden mit der Dortmunder Stadtgeschichte.

Das Gebäude

Der ehemalige Werkseingang mit dem Portierhaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Dortmunder Architektengemeinschaft Hugo Steinbach und Paul Lutter entworfen und zwischen 1912 und 1914 errichtet. Das Portierhaus diente der Kontrolle der Anwesenheit der Stahlarbeiter und beherbergte Räume der Werkpolizei, eine Arrestzelle, das Lohnbüro und einen Speisesaal. Der heutige Bauzustand wurde in den 1950er Jahren hergestellt und diente zuletzt als Verwaltungsgebäude der Hoesch-Walzwerke. Seit 1988 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Geschichte

Schon Ende der 1980er Jahre wurden im ehemaligen Portierhaus das Hoesch-Museum und das Hoesch-Archiv eingerichtet. Mit der Übernahme der Hoesch AG durch die Friedrich Krupp AG wurde der Museumsbetrieb 1992 eingestellt. Durch die Zusammenarbeit ehemaliger Hoeschianer, des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv konnte das Museum am 23. Oktober 2005 wiedereröffnet werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hoesch-Museum

Museum für Naturkunde

Das Museum für Naturkunde ist ein naturkundliches Museum in Dortmund.

Ausstellung

Schwerpunkte der Sammlung des Museums bilden Exponate aus den Bereichen Biologie, Geologie und Paläontologie.
Die zoologische Ausstellung gibt einen Überblick über die biologische Systematik mit einem Schwerpunkt aus der heimischen Fauna und Flora. Eine Sonderschau widmet sich den Pilzen. Sehenswert ist das Aquarium. In dem 90.000 Liter großen Becken wird die Fischwelt gezeigt, die im Möhnesee lebt.[1]

In der geowissenschaftlichen Sammlung wird ein Überblick über Erze, Mineralien und Sedimentgesteine gewährt. Die Mineraliensammlung des Museums zeigt zum einen Mineralien aus Nordrhein-Westfalen und zum anderen Fundstücke aus Tsumeb in Namibia. Die paläontologische Abteilung beherbergt eine Vielzahl von Fossilien, insbesondere Ammoniten. Die Exponate stammen zum Teil aus der alttertiären Ölschiefergrube Messel bei Darmstadt.

Im Museumskeller lässt sich in einem Schaubergwerk die Arbeit des Bergmanns erkunden. Zum Museum gehört weiterhin eine Edelsteinschleiferei.
Ein weiterer Schwerpunkt des Museums für Naturkunde ist die museumspädagogische Arbeit. Es existiert eine Vielzahl von Angeboten für unterschiedliche Altersklassen.

Geschichte

Die Ursprünge des Museum liegen in einer Schulsammlung des Oberreallehrers Edgar Weinert um 1900. Mit Hilfe des Naturwissenschaftlichen Vereins der Stadt Dortmund wurde 1912 ein eigenes Haus für die Sammlung bereitgestellt und das Museum eröffnet. Weinert wurde erster Direktor des neu eröffneten Museums. 1934 erfolgte ein Umzug in die Innenstadt in unmittelbarer Nähe des heutigen Rathauses am Friedensplatz. Der Zweite Weltkrieg und die Bombenangriffe auf Dortmund trafen das Museum schwer. Etwa 90 % aller Exponate wurden vernichtet.
Am 24. Mai 1980 zog das Museum erneut um. Am Fredenbaum wurde ein Neubau bezogen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Museum_für_Naturkunde_(Dortmund)

Steinwache

Die Steinwache in Dortmund ist eine Mahn- und Gedenkstätte an die Zeit des Nationalsozialismus und beherbergt die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933–1945“ des Dortmunder Stadtarchivs.

Geschichte

Die Polizeiwache an der Steinstraße, die Steinwache, entstand 1906 als Sitz des für die nördliche Innenstadt zuständigen 5. Polizeireviers. Insbesondere die Dortmunder Nordstadt war im Rahmen der Industrialisierung stark angewachsen, proletarisch geprägt und wurde vielfach als „Unruheherd“ betrachtet. 1926/27 wurde das ursprüngliche Jugendstilgebäude erweitert. Im Stil der Neuen Sachlichkeit wurden neben der ursprünglichen Wache ein fünfstöckiger Verwaltungs- und ein ebenfalls fünfstöckiger Gefängnisbau errichtet, die zusammen mit dem Verbindungstrakt dazwischen und einer Mauer den Gefängnishof umschlossen. Das Gefängnis, die heutige Gedenkstätte Steinwache, war ab 1928 bezugsfertig und gehörte zu den modernsten Gefängnissen Deutschlands. Bis 1933 wurde hier nur Untersuchungshaft verbüßt.

Dies änderte sich ab 1933 sehr schnell und drastisch. Wie überall im Deutschen Reich nutzte die neugegründete Geheime Staatspolizei (Gestapo) die Einrichtungen der „normalen“ Polizei und so wurde die Steinwache bald nicht nur zum Gefängnis für die von der Gestapo verfolgte politische Opposition der Nationalsozialisten, sondern auch Ort brutaler Verhöre und Folterungen. Schnell als „Hölle von Westdeutschland“ bekannt, waren es in den ersten Jahren nach 1933 in erster Linie Angehörige der in Dortmund traditionell starken kommunistischen und sozialdemokratischen Milieus, die durch die Gestapo hier in „Schutzhaft“ genommen wurden. Das häufig sehr stark überbelegte Gefängnis war darüber hinaus für viele Insassen nur Durchgangsstation auf dem Weg in ein Konzentrationslager. So wurde beispielsweise ein großer Teil der männlichen jüdischen Bevölkerung Dortmunds im Rahmen der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 von der Gestapo zunächst in die Steinwache und anschließend in das KZ Sachsenhausen verschleppt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden insgesamt mehrere Millionen ausländischer Zwangsarbeiter in Deutschland zur neuen, wichtigsten Gestapozielgruppe und bald auch zur größten Häftlingsgruppe im Dortmunder Polizeigefängnis. Insbesondere „Ostarbeiter“ waren wegen kleinster „Vergehen“ von der rassistischen Gewalt der Gestapo betroffen. Viele Menschen aus Polen und der Sowjetunion wurden nach Aufenthalt und Verhören in der Steinwache von hier aus direkt zur Exekution gebracht.

Insgesamt waren zwischen 1933 und 1945 über 66.000 Menschen aus dem gesamten Regierungsbezirk Arnsberg, für dessen Überwachung die Dortmunder Gestapostelle zuständig war, in der Steinwache inhaftiert. Viele derjenigen, die noch gegen Kriegsende inhaftiert waren, wurden von der Gestapo im Rahmen der Kriegsendphasenverbrechen im Süden von Dortmund im Rombergpark und in der Bittermark ermordet, woran bis heute das Mahnmal Bittermark erinnert.

Trotz der fast kompletten Zerstörung der Dortmunder Innenstadt blieb die Steinwache nahezu unbeschädigt und wurde nach Ende des Krieges zunächst polizeilich weiter genutzt. So war das Verwaltungsgebäude bis 1976 Dienststelle des Schutzbereiches Nord der Dortmunder Polizei. Das Dortmunder Polizeigefängnis wurde bereits 1959 ins neue Polizeipräsidium an der Hohen Straße verlegt und das alte Gefängnis von 1961 bis 1986 als Schlafstelle für Obdachlose umfunktioniert. In den 80er Jahren war der gesamte Gebäudekomplex lange Zeit vom Abriss bedroht. Auf Initiative des Stadtarchivs und weiterer Organisationen wurde ein Konzept zu einer langfristigen Umwandlung des Gefängnistraktes in eine Mahn- und Gedenkstätte und die Integration der Ausstellung „Widerstand und Verfolgung“ erarbeitet. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten konnte das Verwaltungsgebäude durch die Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen genutzt werden, während aus der ehemaligen „Hölle von Westdeutschland“ die „Mahn- und Gedenkstätte Steinwache“ wurde.

Die Steinwache ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.

Die Ausstellung "Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933–1945"

Eine erste Fassung der Ausstellung wurde auf Initiative der SPD bereits 1978 vom Rat der Stadt Dortmund in Auftrag gegeben und vom Stadtarchiv Dortmund erstellt. Unter Schirmherrschaft von Erich Rüttel, dem damals für das Stadtarchiv zuständigen Verwaltungsdezernenten und unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Günther Högl wurde ein Ausstellungskonzept entwickelt, an dessen Umsetzung zahlreiche Mitarbeiter des Stadtarchivs genauso beteiligt waren wie ehemals durch das NS-Regime Verfolgte. Am 30. Januar 1981 konnte die Ausstellung im Foyer des Stadthauses eröffnet werden. 1983 wurde sie im renommierten Kopenhagener Widerstandsmuseum gezeigt. Neben zahlreichen lokalen und regionalen Stationen war sie in der Folgezeit noch in Wien, Odense, Netanya, Amiens, Rostow und Leeds zu sehen.
Am Karfreitag 1984 wurde sie, organisatorisch dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund unterstellt, im Museum am Westpark eröffnet, wo sie bis 1991 blieb. In dieser Zeit sahen weit über 300.000 Besucherinnen und Besucher die Ausstellung. Nachdem die Nutzung des ehemaligen Gefängnistraktes der „Steinwache“ beschlossen worden und die anschließenden Renovierungsarbeiten abgeschlossen waren, wurde die Ausstellung nach einer kompletten Überarbeitung, die eine Neugestaltung, Umstrukturierung und thematische Erweiterung der ursprünglichen Fassung bedeutete, an diesem authentischen Ort des lokalen NS-Terrors untergebracht und ist dort seit 1992 zu sehen.

In ihrer aktuellen, erweiterten Fassung beschreibt die Ausstellung anhand vieler Fotos, kurzer Texte, historischer Exponate und vielfach auch der Berichte von Zeitzeugen die Geschichte von nationalsozialistischer Verfolgung und dem Widerstand dagegen in Dortmund, der Region und dem ganzen Deutschen Reich. Dies beginnt in den Erdgeschoss-Räumen des ehemaligen Gefängnisses mit der Geschichte des Hauses und der Entstehung und Vorgeschichte des NS-Regimes von der Wirtschaftskrise und den sich zuspitzenden Wahlkämpfen und Auseinandersetzungen zum Ende der Weimarer Republik bis zur bereits vor 1933 erfolgten finanziellen Unterstützung der Nationalsozialisten durch einzelne Ruhrgebietsindustrielle und deren Verstrickung in den NS. Daneben soll mit dem rekonstruierten Aufnahmezimmer ein authentischer Eindruck geschaffen werden. In der ersten Etage werden dann der Beginn des NS-Regimes insbesondere auf lokaler Ebene und die damit zusammenhängende Gleichschaltung der Presse und die Verfolgung Einzelner in diesem Zusammenhang nachgezeichnet. Die „Säuberungen“ auf politischer und kultureller Ebene in Dortmund werden genauso thematisiert wie die Verfolgung und Zerschlagung der unterschiedlichen Organisationen der Arbeiterbewegung und die Verfolgung homosexueller Menschen durch die Nazis. Außerdem kann am Beispiel der ehemaligen Isolierzelle wiederum Einblick in frühere Verhältnisse im Gefängnis genommen werden. Ein Stockwerk höher werden einzelne frühe Opfer des Naziterrors aus der sozialistischen Arbeiterschaft Dortmunds vorgestellt, eine rekonstruierte Haftzelle gezeigt und das Thema Widerstand am Beispiel unterschiedlicher Parteien und Gruppen, aber auch in seinen unterschiedlichen Formen präsentiert. Berichte von Zeitzeugen runden dies ab. Auch wird hier, quasi im Übergang zur dritten Etage, wo vermehrt auf die Themen Verfolgung und NS-Opfer eingegangen wird, noch das Thema Zwangsarbeit und die rassistische Verfolgung der davon Betroffenen vermittelt. Im obersten Stockwerk geht es primär um das Thema Religionsgemeinschaften. Von der Anpassung großer Teile der beiden christlichen Kirchen, dem mutigen Widerstand und der brutalen Verfolgung Einzelner und kleiner Gruppen aus diesen Milieus führt der Weg hier über die weitaus umfassendere und brutalere Verfolgung der Zeugen Jehovas bis hin zur rassistisch motivierten systematischen Entrechtung, Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Aber auch die Verfolgung und massenhafte Ermordung der Sinti und Roma, die Verfolgung unangepasster Jugendlicher („Edelweißpiraten“) und die sogenannte Inschriftenzelle mit erhalten gebliebenen Wandinschriften von Häftlingen werden gezeigt. Abschließend wird im Keller der unmittelbare örtliche Gestapoterror am Beispiel einer ehemaligen „Folterzelle“ genauso präsentiert wie die Themen Konzentrationslager, Justiz im Nationalsozialismus, Euthanasie ("Nationalsozialistische Rassenhygiene") und die Massenmorde der Dortmunder Gestapo im Rombergpark und in der Bittermark.

http://de.wikipedia.org/wiki/Steinwache

Brauerei-Museum Dortmund

Gegründet 1981, wurde das Brauerei-Museum Dortmund am 12. November des folgenden Jahres auf dem Gelände der Privatbrauerei Dortmunder Kronen eröffnet. Das Museum entsprang der Initiative von Dr. Heiner Brand, Eigentümer der Privatbrauerei Dortmunder Kronen.

Das Museum von 1982 bis 2000

Das Museum war als Lehrmuseum der Bierbrauerei konzipiert und präsentierte seine Exponate auf einer Ausstellungsfläche von 1600m².[1] Es war eingerichtet im ehemaligen Schalander-Gebäude sowie einem Lagerkeller der Kronen-Brauerei. Die Brauerei übernahm die Betriebskosten, während die Stadt Dortmund, unterstützt durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe, für die finanziellen Mittel zum Aufbau der Ausstellung sorgte und die wissenschaftliche Betreuung übernahm.

Nach dem Kauf der Kronen-Brauerei durch die Dortmunder Actien-Brauerei im Jahre 1996 geriet das Museum bald in eine isolierte Insellage. Die zuvor beträchtlichen Besucherzahlen gingen infolge der Schließung der Brauerei und der umfangreichen Baumaßnahmen auf dem umgebenden Gelände drastisch zurück. Im Jahr 2000 musste das Museum, dessen Bestände bereits in das Eigentum der Stadt übergegangen waren, geschlossen werden.

Das Museum seit 2006

Im Jahre 2006 wurde das Museum auf dem Gelände der Dortmunder Hansa-Brauerei, jetzt Dortmunder Actien-Brauerei, im Norden der Stadt mit neuer Konzeption wieder eröffnet. Das Museum ist untergebracht im historischen Maschinenhaus von 1912 und in einer angrenzenden Maschinenhalle von 1968. Das Maschinenhaus und das benachbarte Sudhaus wurden nach den Plänen des Architekten Emil Moog errichtet.

Die Ausstellung

Im Gegensatz zum Konzept des Lehrmuseums am alten Standort wird der Focus nun auf die Geschichte der Dortmunder Brauereien gelegt. Die neue Ausstellung konzentriert sich dabei auf das 19. und 20. Jahrhundert mit einem besonderen Schwerpunkt auf die sogenannten „goldenen Jahren“ der Dortmunder Brauwirtschaft von 1950-1970.

Der Rundgang beginnt im historischen Maschinenhaus, das als ehemalige Energiezentrale der Brauerei eine Dampf- und Kältemaschine sowie einen Stromgenerator präsentiert. Weitere Einheiten der Ausstellung sind unter anderem der Bierkonsum - dargestellt durch eine Gaststätteneinrichtung aus den 1930er Jahren - die Bierwerbung, die Flaschen- und Fassabfüllung, der Export und der Transport. Letzterer wird präsentiert durch einen Krupp-Lastkraftwagen von 1922. Im Untergeschoss schließen sich dann die Einheiten zur eigentlichen Produktion an, beginnend mit den Rohstoffen bis hin zum Lagerkeller und zur Abfüllung. Den Abschluss bildet eine Einheit zur vorindustriellen und mittelalterlichen Braugeschichte.

Zum 100-jährigen Bestehen des lokalen Fußballvereins Borussia Dortmund zeigte das Museum 2009 die Sonderausstellung „Der BVB und die Dortmunder Brauereien“.[2] Im Rahmen der RUHR.2010 widmete sich eine Sonderausstellung dem neu eröffneten Dortmunder U.

http://de.wikipedia.org/wiki/Brauerei-Museum_Dortmund
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Kirchenfenster

Auf dieser Seite werden die zahlreichen Künstler vorgestellt, die diese Kunstwerke aus Glas entworfen oder selbst hergestellt haben. Die Texte entstammen der Seite Wikipedia.

Günther Reul


Günther (Peter Josef) Reul (* 13. März 1910 in Herbesthal; † 25. März 1985 in Gelsenkirchen) war ein Künstler, der vorwiegend als Kirchenmaler tätig war und insbesondere im Ruhrgebiet zahlreiche Kirchenfenster und Wandbilder schuf.

Günther Reul wurde am 13. März 1910 als ältestes von sechs Kindern des Kirchenmalers Hubert Wilhelm Josef Reul und der Putzmacherin Helene Johanna geb. Spiller aus Gelsenkirchen in Herbesthal (ab 1920 belgisch) geboren. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Familie vorübergehend nach Gelsenkirchen evakuiert. Nachdem Günther Reul ab 1916 die Schule in Eupen, dann in Herzogenrath besucht hatte, begann er 1924 eine Lehre im väterlichen Betrieb. Bis 1930 absolvierte Günther Reul ein Studium an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen, u.a. bei Professor Karl Kriete. Parallel dazu arbeitete er ebenso wie sein Bruder Heribert in der Werkstatt des Vaters. Vom Militärdienst wurde Günther Reul wegen einer Armverletzung befreit; ab Juni 1943 war er bei der Gemeindeverwaltung in (Herzogenrath-)Merkstein bei Aachen tätig. Nach Kriegsende ließ er sich als selbstständiger Kirchenmaler in Gelsenkirchen nieder, wo er 1947 die Groß- und Einzelhandelskauffrau Maria Wagner heiratete, mit der er drei Kinder hatte. Am 25. März 1985 starb Günther Reul in Gelsenkirchen.

Werk

Günther Reul entwarf zahlreiche Kirchenfenster, Wandbilder, Mosaiken und Kreuzwegstationen im Ruhrgebiet und am Niederrhein, darüber hinaus in Belgien, Frankreich, Großbritannien und auf den Philippinen. In der Dortmunder Nordstadt finden sich Werke von ihm in folgenden Kirchen:

Kirche St. Albertus Magnus
Kirche St. Antonius von Padua (1959)
Kirche St. Aposteln


Wilhelm Buschulte


Wilhelm Buschulte (* 1. November 1923 in Unna, Westfalen; † 28. März 2013 ebenda war ein deutscher Maler, Grafiker und Glasbildner.

Lebenslauf

Von 1943 bis 1950 – mit kriegsbedingten Unterbrechungen – studierte Buschulte an der Akademie der bildenden Künste in München. Er war Meisterschüler bei Hans Gött. Seit 1953 lebte Buschulte freischaffend in Unna.

Buschulte wandte sich ab 1951 der künstlerischen Fenstergestaltung zu. Sie macht das Zentrum seines Schaffens und sein eigentliches Lebenswerk aus, wenigstens das dem Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit zugängliche. In den 1950er und 1960er Jahren entwarf er auch Vorhängescheiben mit religiösen Darstellungen in einem verinnerlichten, fast naiven Stil. Auf keine künstlerische Technik festgelegt, gilt Buschultes Bestreben der Einheit und Harmonie von (Kirchen-)Raum und Fenstergestaltung, wie sie in ihrer „lichten Einfachheit“ (Buschulte) wohl in der Fenstergestaltung der Frankfurter Paulskirche am eindrucksvollsten zu sehen ist. Biblische Themen finden sich ebenso wie Themen aus der katholischen Heiligentradition, abstrakte Gestaltung ebenso wie sein in den 1990er Jahren deutlich erkennbares Bemühen um einfachste (geometrische) Formen, das deshalb immer mehr zu einem Malen auf Glas als ein Malen mit Glas wird.

In seinem Spätwerk verlässt er mehr und mehr die organischen Formen und leuchtenden Farben (Ausnahme Fenster im Paderborner Dom) zugunsten geometrischer Muster aus klarem und grauem Glas. In allen seinen Entwürfen aber ist das künstlerische Bemühen sichtbar, unter Verzicht auf jede vordergründig-illustrative Wirkung dem Kirchenraum dienstbar zu sein und eben damit an der Aufgabe der Verkündigung teilzuhaben. «Seine Monumentalverglasungen sind abstrakt, zeigen jedoch teilweise figürliche Anklänge und umschließen bisweilen - insbesondere in den 1980er Jahren - symbolisch organische Formen.»
Neben der Teilnahme an Ausstellungen im In- und Ausland inszenierte er auch eigene Ausstellungen. Werke von ihm befinden sich in Museen des In- und Auslandes. Die Menge der von ihm entworfenen Glasfenster ist kaum zu übersehen. Die Fenster in der St. Gertrudis Kirche wurden von Buschulte entworfen und von der Glaswerkstatt Peters (Paderborn) umgesetzt.

Kirche St. Gertrudis
Kirche St. Joseph


Glasmalerei Peters GmbH


Die Glasmalerei Peters GmbH ist eine in der ostwestfälischen Stadt Paderborn ansässige Glasmalerei.

Die Firma wurde 1912 von Otto Peters gegründet. 1936 übernahm sein Sohn Emil Peters die Leitung des Unternehmens und dessen inzwischen internationale Tätigkeit. Seit 1980 wird das Unternehmen in der dritten Generation von Wilhelm Peters geführt, dessen Sohn Jan-Wilhelm Peters stieg 2008 in die Geschäftsführung ein.

Hubert Spierling


Hubert Spierling (* 1925 in Menden-Bösperde) ist einer der wichtigsten Glasmaler in Deutschland nach 1945.

Leben

Hubert Spierling studierte in Hamburg, Dortmund, Düsseldorf und Krefeld und seit 1954 ist er in Krefeld als freischaffender Künstler tätig. Er arbeitete mit bedeutenden Kirchenbaumeistern wie Hans Schilling, Rudolf Schwarz, Hans Schwippert und Emil Steffan zusammen.

Immer auch als Maler tätig, schuf Spierling abstrakte und figürliche Fenster. Er begann mit figürlichen Heiligendarstellungen, z.B. bei St. Agnes in Hamm im Jahr 1953/54. Moderne Fenster im Chorschluss stellen Christus als Erlöser zwischen Maria und Johannes dar, umgeben von den zwölf Aposteln in den rechts und links befindlichen Fenstern.
Spierling wird nach und nach abstrakter, wie es sich an der 1957 geschaffenen Apokalypse in St. Liebfrauen in Dortmund sehen lässt.
1959/60 schuf Hubert Spierling für die von Heinz Dohmen entworfene erste transportable Kirche Deutschlands, St. Hubertus in Krefeld, ein 24 m langes umlaufendes und bis zu 2,20 m hohes Glasband aus weißen, grauen und blauen Scheiben.

Kirche St. Joseph

Nikolaus Bette


Nikolaus Bette (* 7. Dezember 1934 in Bottrop) ist ein deutscher Glasmaler und Maler.

Leben

Er besuchte bis 1954 die Realschule in Bottrop und machte anschließend eine Ausbildung bei dem Glasmaler Wilhelm de Graaff in Essen-Werden. Seine zeichnerische und malerische Ausbildung erhielt er bei Josef van Heekern, einem Maler und Restaurator in Essen-Werden. 1962 und 1963 besuchte er in Salzburg die Internationale Sommerakademie Salzburg „Schule des Sehens“ unter Oskar Kokoschka, und war 1963 der 1. Preisträger des Kokoschka-Preises der Stadt Salzburg im Rahmen der Sommerakademie. 1964 nahm er im selben Rahmen an der Lithographieschule unter Slavie Soucek teil. Nach seiner Ausbildung für Glasmalerei war er zunächst freier Mitarbeiter von de Graaff und erhielt ab 1964 selbstständige Aufträge in Glasmalerei, Wandmalerei und Mosaik. 1968 übernahm er das Atelier von Wilhelm de Graaff, der aus gesundheitlichen Gründen ausschied. Seitdem hat er eine große Anzahl von Aufträgen insbesondere für Glasfenster in Kirchen in den Bistümern Paderborn, Hildesheim, Essen, Köln, Trier, Fulda und Osnabrück ausgeführt. Auch nahm er an zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben über Kirchliche Kunst teil. Er gehört zusammen mit Anton Wendling, Wilhelm Buschulte, Josef Gesing, Georg Meistermann, Ludwig Schaffrath, Johannes Schreiter, Hubert Spierling und Ehrentrud Trost zu den namhaftesten Glasmalern des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Er lebt in Essen-Werden.

Kirche Heilige Dreifaltigkeit

Walter Klocke


Walter Klocke (* 1887 in Bielefeld; † 1965 in Gelsenkirchen) war ein deutscher Maler und Gestalter. Im Zuge des kirchlichen Wiederaufbaus der 1950er Jahre schuf er für eine große Zahl von Kirchen vor allem im Ruhrgebiet die Entwürfe zu neuen Bleiglasfenstern als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Originale.

Klocke lebte seit 1922 in Gelsenkirchen, von 1938 bis 1955 in der Künstlersiedlung Tiemannhof in Gelsenkirchen-Rotthausen, danach in Sutum.

Kirche St. Aposteln

Elisabeth Altenrichter-Dicke


Elisabeth Altenrichter-Dicke (* 28. April 1929 auf dem heutigen Stadtgebiet von Ennepetal; † 28. Dezember 2013) war eine deutsche Malerin.

Lebenslauf

Sie erhielt ihre künstlerische Ausbildung an der Werkkunstschule in Wuppertal mit dem Abschluss als Wandmalerin. Seit 1951 war sie als freischaffende Künstlerin tätig. Ihr Arbeitsgebiet umfasste die Wandmalerei, die Metallplastik, die Glasmalerei und die Gestaltung von Wandteppichen. Sie lebte mit ihrem Mann in Ennepetal.

Pauluskirche
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