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Stilphasen des Historismus

Stilgeschichtlich unterscheidet man zwischen romantischem Historismus (Übergangsstile ab den 1770ern, voll einsetzend 1840er bis 1870), strengem Historismus (1870–1890) und Späthistorismus (nach 1890). Der romantische Historismus zeichnet sich durch eine langsame Ablösung vom Klassizismus aus. Bevorzugter Stil sind Neugotik und Neorenaissance, allerdings werden immer wieder „stilfremde“ Elemente kombiniert, so dass es sich um keine einfache Nachahmung der historischen Stile sondern um subjektive Interpretationen handelt. Auch Elemente aus nicht-westeuropäischen Stilen (etwa maurisch oder byzantinisch) werden kombiniert. Dies drückte sich auch in einem zeitgenössischen Spottgedicht gegen zwei prominente Architekten dieses Stils aus, deren Hofoper die Zeitgenossen enttäuscht hatte: „Sicardsburg und van der Nüll / Haben beide keinen Stüll / Gotisch, Griechisch, Renaissance / Das ist ihnen alles aans.“ Der strenge Historismus dagegen versucht „reine Elemente“ des vergangenen Formvokabulars kunsthistorisch korrekt zu kombinieren. Der Subjektivismus des romantischen Historismus wird abgelehnt, versucht wird einen lehrbaren und objektiv richtigen Stil zu finden, der sich aus den Formendetails ableitet. Bevorzugter Stil ist die Neorenaissance. Im Späthistorismus wird die Orientierung an der Renaissance durch eine Orientierung am Barockstil (Neobarock) abgelöst. Die strenge Orthographie der vorhergehenden Phase löst sich auf zugunsten einer freieren Interpretation der Dekorelemente, die auch nicht mehr streng linear angeordnet werden. Ausbuchtende Erker, Risalite, Kuppeln und ausladende Balkone werden beliebt. Allgemein ist ein Zug zu übersteigerter Monumentalität zu beobachten. Einzelne Elemente (etwa die Blumendekors) weisen gelegentlich schon auf den Jugendstil. Überspitzt könnte man also sagen, dass der Historismus mit seinen Anfängen in der byzantinischen und maurisch Rezeption über Neuromanik, -gotik, -renaissance und seinem Ende im Neobarock die abendländische Baugeschichte der frühen Neuzeit noch einmal durchläuft.

Neoromanik

Die Neoromanik bzw. Neuromanik entstand, als nach 1870 in Deutschland der „französisch inspirierte“ Stil der Neogotik in Verruf kam und statt diesem die „deutschere“ Romanik propagiert wurde. Neoromanik galt vor allem im protestantischen Deutschland als „Nationaler Baustil“, und war nach dem Wiesbadener Programm jahrzehntelang für evangelische Kirchenbauten verbindlich. Neben romanischen greift der Stil auch auf byzantinische Formensprache zurück. Prägend war der Stil auch im Wiederaufbau und dem romantisierenden Neubau von Burgen bzw. burgähnlichen Gebäuden, z. B. bei der Burg Dankwarderode in Braunschweig, Schloss Neuschwanstein und bei Schloss Drachenburg. Auch öffentliche Bauten wurden häufig im neoromanischen Stil erbaut, ein repräsentatives Beispiel ist das Preußische Regierungsgebäude in Koblenz.

Neogotik

Der früheste und prägendste historistische Stil ist die Neogotik bzw. Neugotik. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurden gotische Formen wiederentdeckt, so beispielsweise beim Nauener Tor in Potsdam von 1755. Etwas später folgte unter anderem die „Regotisierung“ Wiener Kirchen durch Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg um 1805, die allerdings noch einem klassizistischen Zeitgeschmack geschuldet war, so dass viel authentische Gotik verloren ging. Vor allem in Großbritannien wurde die Neogotik früh zum prägenden Stil des industriellen Zeitalters. In den 1840er Jahren wurde die Gotik immer mehr als Sinnbild einer Architektur der Bürgerfreiheit empfunden. Bedeutendster Vertreter in Österreich war Friedrich von Schmidt, in der Schweiz Ferdinand Stadler. Ein erst kürzlich behutsam restauriertes Zeugnis der Neugotik findet sich im Zentrum von Chemnitz: die Villa Zimmermann. Der Neugotik verdanken wir die Fertigstellung einiger im Mittelalter unvollendeter gotischer Kathedralen, und sie wurde gerne auch für repräsentative bürgerliche Bauten (Rathäuser u. a.) verwendet, da man die Epoche der Gotik (Spätmittelalter) mit der Blütezeit der Stadtrepubliken assoziierte.

Neorenaissance

Ein wichtiger historistischer Baustil ist die Neorenaissance bzw. Neurenaissance. Da man die Renaissance vor allem als eine Blütezeit der Künste ansah, war die Neorenaissance der bevorzugte Stil für Theater, Opernhäuser und Museen. Der Stil wurde Ende des 19. Jahrhunderts prägend in England und Frankreich. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche repräsentative Beispiele, etwa das von vier Architekten entworfene Schweriner Schloss, Leo von Klenzes Palais Leuchtenberg, der Berliner Reichstag (mit neobarocken Elementen), sowie Bauten der Dresdner Semper-Nicolai-Schule. In Österreich ist die Wiener Staatsoper zu nennen.

Neumanierismus

Neumanierismus, auch stilisierter Manierismus, wurde 1998 als Stilbegriff von Professor Albrecht Mann eingeführt und definiert. Die von Napoléon III. in Auftrag gegebenen Eckpavillons im Louvre-Hof waren die ersten Baumaßnahmen dieser Art, es folgten die Opéra Garnier und die Wohnbauten der neuen Boulevards. Die Stilkennzeichen lauten: allseitige klare Abgrenzung der Fassade, „antik-klassische Zierformen, stark plastische Oberfläche, Überladung mit Formelementen (horror vacui=Angst vor der leeren Fläche).“[1] Dieser Rückgriff auf die Architektur-Merkmale des Manierismus und die „prunkhafte Grundhaltung“ begründeten den Neomanierismus. Da die Ausführung stilisiert erfolgt, ist dieser Kunststil als stilisierter Manierismus zu bezeichnen. Im Zuge der europäischen Ausbreitung wurde der Neumanierismus die Ausdrucksform der wilhelminischen Ära und der Baustil des Berliner Reichstagsgebäudes. Ein bedeutendes Beispiel ist die Aachener Villa Cassalette und die Opéra de Monaco.

Neobarock

Der Neobarock bzw. Neubarock kam vor allem im Späthistorismus ab 1890 verstärkt auf. Das Zeitalter des Barock, der adelig geprägte Absolutismus, galt als der Höhepunkt weltlich-monarchischer Macht, weshalb man staatliche Bauten gerne in diesem Stil errichtete. Der Neobarock findet in der Pariser Oper, dem Brüsseler Justizpalast sowie der Neuen Hofburg in Wien und im Schloss Herrenchiemsee in Bayern seine Höhepunkte.

Neorokoko

Neorokoko trat seltener im Bauwesen als in der Innenausstattung vor allem von Schlössern und Bürgerhäusern hervor. Im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden etwa Schönbrunn und die Albertina mit einer dem Rokoko nachempfundenen Inneneinrichtung ausgestattet, wofür teilweise sogar authentisches Rokoko geopfert wurde. Ein besonderes Beispiel für Neorokoko ist das Schloss Linderhof. Auch in der Malerei des 19. Jahrhunderts entfaltete sich das Neorokoko. Nach eher vereinzelten Rokoko-Rezeptionen um 1840 kam es um 1860 zu einer anhaltenden Rokoko-Mode, die von Malern wie Otto Erdmann, Louis von Hagn, Heinrich Lossow, Karl Hoff, Benjamin Vautier, Ludwig Knaus und Joseph Scheurenberg bedient wurde.[2] Orientalisierender Historismus[Bearbeiten] Eine eher selten gebrauchte Variante des Historismus war die Errichtung von Bauwerken im orientalisierenden Stil. Sie fand vornehmlich bei Bauten Anwendung, die nach dem Verständnis der Zeit eine Nahebeziehung zum Orient aufwiesen – beispielsweise bei Synagogen, Bauwerken von Unternehmen, die im Orienthandel tätig waren und bei bestimmten Varianten der Architektur der Freimaurer, wie sie sich vor allem in den USA entwickelten. Beispiele für die Verwendung des „maurischen“ Stils im außerreligiösen Bereich sind unter anderem: die Yenidze-Fabrik in Dresden, das Arsenal in Wien, die so genannte Zacherlfabrik in Wien Döbling und die Villa Crespi in Orta San Giulio. Doch auch schon im Barock kam es zu Bauten wie der „Moschee“ im Park von Schloss Schwetzingen und in anderen Schlossgärten. Ein orientalisierender Palastbau ist der Royal Pavilion Brighton in England, der bis 1822 als exotische Mischung aus nahöstlichen, indischen und chinesischen Stilmotiven entstand.

Neohistorismus

Über das Ende des eigentlichen Historismus hinaus kommt es im 20. Jahrhundert zu neohistoristischen Strömungen, die sich unter anderem im Neoklassizismus ihren Ausdruck suchen. Dieser neue Historismus wird in der Regel unterschieden von örtlichen traditionsgeprägten Bauweisen, die unter dem Begriff traditionelle Architektur Anwendung finden. Unter dem Begriff Neue Klassische Architektur bzw. Neuklassische Architektur (englisch New Classical Architecture) werden hingegen beide Strömungen beschrieben. Bauliche Rekonstruktionen werden in diesem Feld nicht erfasst, wirken aber mitunter auf die Entwicklung historisierender Architektur ein. Beeinflusst durch die Postmoderne und den Neuen Urbanismus entstehen vor allem seit den 1980er Jahren wieder Bauten und ganze Stadtviertel, die dem Ideal der europäischen Stadt folgen und historische Bauformen aufleben lassen und diese teils weiter entwickeln. Auch in verschiedenen regionalen Ausprägungen lebt die historistische Formensprache fort, so werden z. B. Bädervillen häufig stilistisch an Vorbilder aus der Gründerzeit angelehnt gebaut, mit verzierten Balkonen, Erkern, Veranden und teils auch Ornamenten. An der University of Notre Dame in den USA gibt es mit der School of Architecture eine Architekturfakultät, die sich der Lehre der traditionellen bzw. vormodernen Architektur und Stadtplanung verschrieben hat (u. a. im Sinne des Neuen Urbanismus) und den Neohistorismus mit entwickelt.[3] Sie vergibt einmal jährlich den hochdotierten Driehaus-Architektur-Preis.[4] Die Londoner Foundation for Building Community von Prinz Charles treibt den weltweiten akademischen Diskurs in diesem Bereich ebenfalls voran.[5] Auch verschiedene Architekten und Architekturbüros lehren ihre Mitarbeiter die Formensprache des Historismus und früherer Stilepochen und lassen sie entsprechend inspirierte Entwürfe umsetzen, so z. B. Hans Kollhoff, Patzschke Architekten Berlin, Léon Krier, Demetri Porphyrios, Andrés Duany, Michael Graves, Pier Carlo Bontempi und Quinlan Terry.

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Das Bukranion (Mehrzahl: Bukranien) (gr. το βουκράνιον, Rinderschädel), wird auch Rindsschädel oder Aaskopf genannt. Die klassische Archäologie bezeichnet damit die Nachbildung eines Rinderschädels als Schmuckmotiv.

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