Trinkhallen

Trinkhalle, Kiosk, Klümpkenbude, oder auch Büdchen

Trinkhallen gehören zu den prägenden Elementen der Dortmunder Nordstadt. Neben ihrer Funktion als Versorgung mit "Lebenmitteln" im Nahbereich dienen viele auch als sozialer Treffpunkt. Stehbiertrinker, Dauerbrenner, Jung und Alt. bilden die bunte Mischung der Kundschaft. Auffällig ist der starke Konkurrenzkampf in manchen Straßen, der sich unter anderem am Bierpreis ablesen läßt. Manche Büdchen gibt es nicht mehr. Neue sind hinzu gekommen. Ähnlich dem Verschwinden der Eckkneipen macht das Wort des Budensterbens die Runde. Verlängerte Öffnungszeiten der Supermärkte und das Angebot der Tankstellen erhöhen zusätzlichen Druck. Neue Angebote wie Paketannahme oder der Verkauf von Telefonkarten schaffen nur eine geringe Entlastung. Büdchen haben schon seit langen Jahren die Funktion der Tante-Emma-Läden übernommen.Trinkhallen sind ua. auch Werbeträger für Zeitungen, Getränke und Zigarretten. Dies führt zu einem im Laufe der Jahre wechselndem Erscheinungsbild.

Die Dortmunder Nordstadt weist eine der höchsten Trinkhallendichten der Welt auf.

Im folgendem wird hier der Inhalt der Wikipediaseiten zu den Begriffen Kiosk und Trinkhalle wiedergegeben und das Thema Bier näher betrachtet.

Kiosk

Ein Kiosk (vor dem 18. Jahrhundert entlehnt über französisch kiosque, aus italienisch chiosko, von türkisch Köşk „Gartenpavillon“, aus mittelpersisch gōše bzw. türkisch köşe „Winkel, Ecke“,[1]) ist heute im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung für eine kleine Verkaufsstelle in Form eines Häuschens oder einer Bude. Ein Beispiel ist die Trinkhalle. Ursprünglich war ein Kiosk ein nach mehreren Seiten geöffneter, freistehender Pavillon in Park- und Palastanlagen im islamischen Kulturraum. In der Fachsprache der Architektur und Landschaftsarchitektur hat der Begriff auch heute noch diese Bedeutung. Der traditionelle Grundriss war oft polygonal oder viereckig mit mehreren Bogenöffnungen. Von Funktion und Form her bestehen mehr oder weniger enge Verwandtschaften zu einem Pavillon, einer Pergola oder einem orientalischen Zelt. „Die meisten Gebäude waren einstöckig und hatten nur einen Raum; andere, etwas größere Bauten waren mit einem weiteren Stockwerk, mehreren Räumen, einer Säulenvorhalle oder rundum verlaufenden Arkaden ausgestattet.“[2]

Begriffsgeschichte

Das Wort Kiosk stammt aus dem Persischen und bedeutete ursprünglich soviel wie Ecke oder Winkel, ehe es außerdem einen Pavillon oder ein Gartenhaus bezeichnete. In der türkischen Sprache blieben beide Bedeutungen erhalten, weshalb auch die Erker an Palästen als kjosk bezeichnet werden. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Wort ins Französische übertragen und zu kiosque; von dort wurde es in andere europäische Sprachen und auch ins Deutsche übernommen.[3] Im 18. Jahrhundert war das Wort Kiosk in Deutschland schon bekannt, wurde aber nur mit der osmanischen Architektur in Verbindung gebracht. Laut Johann Georg Krünitz verstand man darunter „ein Gebäude bey den Türken, welches in etlichen nicht gar zu hohen Säulen besteht, die also gesetzt sind, daß sie einen […] Raum umgeben, der mit einem Zelt-Dache bedeckt […] ist. Dergleichen Lust-Gebäude oder offener Säle bedienen sich die Türken in ihren Gärten und auf Anhöhen, die frische Luft und angenehme Aussicht zu genießen.“[4] Der Begriff „Lust-Gebäude“ bezieht sich auf die Tätigkeit des Lustwandelns. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts verstand man im Deutschen darunter bereits Gartenpavillons, „von welchen aus man den Anblick einer schönen Landschaft genießt […], damit sie einigen Schutz gegen Wetter und Sonnenstrahlen und zugleich selbst einen freundlichen Anblick gewähren. Sie bestehen gewöhnlich aus einigen rohen Säulen von Baumstämmen, welche ein Dach von Stroh oder Holz tragen, und sind unten mit einem einfachen Geländer eingefaßt.“[5] Nach 1900 sind die Pavillons als Aussichtspunkte aus der Mode gekommen und der Begriff wird auf kleine Verkaufsbuden in den Städten übertragen.[6]

Kulturgeschichte

Kioskartige Gebäude gibt es seit dem 13. Jahrhundert in Persien, Indien und im osmanischen Reich. Im Topkapı-Saray in Istanbul sind einige Beispiele erhalten (Çinili-Kiosk von 1466, Revan- und Bagdad-Kiosk von 1635, Kiosk des Kara Mustafa Pascha aus dem 18. Jahrhundert und Kiosk des Abd ül-Mejid von 1840). Die orientalischen Kioske waren wichtige Elemente der Gartenarchitektur und dienten den Wohlhabenden als Sommerhäuser in ihren Privatanlagen. Mit dem Ende des Osmanischen Reiches ging das Interesse an dieser Form der höfischen Architektur verloren. Im Zuge der Vorliebe für den asiatisch-orientalischen Stil im 18. Jahrhundert gelangte die Bauform – meist frei auf Säulen stehend und seitlich mit Gitterwerk verschlossen – nach Europa als Teil der gestalteten Parkanlagen, die viele Herrscher anlegen ließen. Erwähnt werden sie zum ersten Mal in England.[7] Beispiel für Kioskbauten gibt es auch in den Anlagen von Stanislaus I., Herzog von Lothringen und Bar in Lunéville, und des französischen Königs Ludwigs XV.. Markante Beispiele in Deutschland sind u. a. das 1755 begonnene Chinesische Haus in Potsdam wie auch die von Ludwig II. von Bayern bei Schloss Linderhof oder im Wintergarten der Münchner Residenz erbauten. Im 19. Jahrhundert hielt der Kiosk Einzug als Verkaufspavillon in die großen öffentlichen Parks von Paris, später auf die großen Boulevards. Zunächst wurden hier nur Zeitungen und Blumen verkauft, später auch Erfrischungen. Auch die Wortneuschöpfung Boulevardzeitung hat hier ihren Ursprung. Einige dieser berühmten Pariser Kiosques sind noch bis heute erhalten. In Griechenland leitet sich die Bezeichnung des Kiosks (Periptero) von der Tempel-Bauform Peripteros ab. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde der Kiosk im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert mit einem kleinen Verkaufsstand gleichgesetzt, an dem Tabakwaren, Süßigkeiten, Getränke, Zeitungen usw. verkauft werden. Im Ruhrgebiet und im Rheinland werden solche Kioske auch Trinkhalle genannt, im Rhein-Main-Gebiet Wasserhäuschen, andernorts Bude oder Büdchen. Die ältesten deutschen Verkaufskioske boten Getränke an, erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch Zeitungen.[7] Bekannt ist das denkmalgeschützte Magdeburger Sahneröschen. In den 1950er Jahren baute die Firma Waldner insgesamt 50 Kioske in Fliegenpilzform, die ursprünglich zum Verkauf von Molkereiprodukten gedacht waren und auch exportiert wurden. Die heute noch existierenden Exemplare stehen inzwischen teilweise unter Denkmalschutz.[8][9]

de.wikipedia.org/wiki/Kiosk

Trinkhalle

Eine Trinkhalle ist ein Verkaufsstand für Wasser, alkoholische und nichtalkoholische Getränke und Dinge des sofortigen Bedarfs wie Tabak, Süßwaren (und ähnliche Genussmittel), Lebensmittel und auch Medien. Viele Trinkhallen dienen zugleich als Annahmestellen für Lotto und Toto und verkaufen Zeitungen oder Zeitschriften sowie in eingeschränktem Maß Fahrscheine für den öffentlichen Personennahverkehr. Sie sind nicht zu verwechseln mit der oft ebenfalls als „Trinkhalle“ bezeichneten sogenannten Brunnenhalle, in der als Teil einer Kuranlage in Kurorten frisches Heilwasser an die Kurgäste ausgeschenkt wird. Die ersten Trinkhallen, die anfangs ausschließlich dem Verkauf von alkoholfreien Getränken dienten, entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung und breiteten sich in weiten Teilen Deutschlands aus. Andere geläufige Bezeichnungen sind heute Kiosk (in Nord- und Süddeutschland, Schweiz), Bude (im Ruhrgebiet) und Büdchen (in Düsseldorf und Köln), Wasserhäuschen (in Frankfurt am Main und Umgebung), Spätverkauf bzw. kurz Spätkauf oder Späti (in Berlin, Dresden und Leipzig), sowie teils auch Budike (für als Trinkhallen dienende Kioske in Berlin).

Geschichte

Leitungswasser war früher ungekocht ein gesundheitliches Risiko. Die Arbeiter tranken stattdessen Bier und Schnaps, deren Konsum von den Zechen- und Fabrikbesitzern zuerst durch so genannte „Schnapsspenden“ unterstützt wurde. Um den umsichgreifenden Alkoholismus einzudämmen, förderten die Städte die Einrichtung von Trinkhallen, an denen Mineralwasser und andere alkoholfreie Getränke angeboten wurden. Sie entstanden hauptsächlich vor den Werktoren von Zechen oder Fabriken, später auch an anderen öffentlichen Plätzen. Die meisten wurden von ehemaligen oder nicht mehr arbeitsfähigen Bergleuten oder Kriegsveteranen betrieben. Eine Besonderheit stellten sogenannte „Milchtrinkhallen“ dar, die Milch und Milchprodukte anboten. Im Laufe der Zeit änderte und erweiterte sich das Sortiment immer mehr. Inzwischen findet man in Trinkhallen fast alles, was man nebenbei nach Ladenschluss oder am Wochenende brauchen könnte: Getränke (auch alkoholische), Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften, Süßigkeiten, Eiswaren und Lebensmittel für den täglichen Bedarf, mittlerweile auch Telefonkarten und Mobiltelefon-Aufladungen. Die Übergänge zum Tante-Emma-Laden, zum Zeitungs- und/oder Tabakwarenverkaufsstand, zum Imbissstand (Imbissbude) oder auch zum Imbisslokal mit meist einfachster Möblierung sind oft fließend. Die Öffnungszeiten wurden an die Öffnungszeiten von Kneipen und Gaststätten angeglichen. Trinkhallen sind zum Ausschank alkoholfreier Getränke berechtigt. Im Zuge der Lockerung der Öffnungs-/Ausschankzeiten können Trinkhallen heute rund um die Uhr betrieben werden, so wie ihre Konkurrenz, die 24-Stunden-Tankstellen und die in größeren Städten zunehmend anzutreffenden Quick shops. Seit der Schließung der Postämter sind auch zahlreiche Postagenturen in Trinkhallen untergebracht. Trinkhallen werden eingeteilt in begehbare und nichtbegehbare. Bei ersteren kann der Kunde einen kleinen Laden betreten. Nichtbegehbare Trinkhallen verkaufen die Waren durch ein (Schiebe-) Fenster nach draußen. Gebundene Trinkhallen gehören zu einer Unternehmenskette und werden verpachtet, wobei der Pächter verpflichtet ist, bei bestimmten Lieferanten zu deren Bedingungen einzukaufen. Nichtgebundene Trinkhallen können ihren Einkauf frei gestalten. Teils sind Trinkhallen nicht mehr nur als eigenständige Gebäude anzutreffen, sondern auch als Anbauten an Wohn- oder Geschäftshäuser oder Teil von Verkehrsbauten und Pavillonbauten in der Nähe von Bahnhöfen und verkehrsreichen Plätzen sowie in Ladenlokalen in Gebäuden, bevorzugt in Ecklage. Zudem treten „Trinkhallen“ heute oft unter anderen geläufigen und meist nur regional verbreiteten Bezeichnungen auf, wie Kiosk, Bude und Büdchen, Wasserhäuschen, Budike sowie Spätverkauf, Spätkauf und Späti.

de.wikipedia.org/wiki/Trink...

Trinkhalle Mallinckrodtstraße
Trinkhalle Altonaer Straße Bier

Im engeren Sinne ist Bier ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, das durch Gärung meist aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird. Für ein kontrolliertes Auslösen des Gärvorganges wird meistens Hefe, selten auch Milchsäurebakterien zugesetzt. Weitere Zutaten sind z. B. Früchte, Kräuter oder Gewürze. Der Alkoholgehalt von normalen Biersorten liegt in Deutschland und Österreich in der Regel zwischen 4,5 und 6 Prozent.

Im weiteren Sinne versteht man unter Bier jedes alkoholhaltige Getränk, das auf Basis von verzuckerter Stärke hergestellt wurde, ohne dass dabei ein Destillationsverfahren angewandt wurde (z. B. Chicha). Die Abgrenzung zu Wein besteht darin, dass für Weine Zucker aus pflanzlichen (Fruchtzucker) oder tierischen Quellen (zum Beispiel Honig) verwendet werden, während der Ausgangsstoff für Bier immer Stärke ist.

In der Regel wird der Zucker aus der Stärke von Getreide (Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Mais) gewonnen, seltener wird Stärke aus Kartoffeln oder anderem Gemüse wie Erbsen herangezogen. Der japanische Sake, obwohl oft als „Reiswein“ bezeichnet, fällt daher ebenfalls unter die Definition der bierartigen Getränke.

Über den Ursprung des Wortes Bier gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich stammt es von biber (lat. „Getränk“) ab. Ein nicht mehr gebräuchliches Wort für Bier ist das germanische Äl (vgl. englisch Ale, dänisch øl oder schwedisch öl), wobei es sich um das noch ungehopfte Gebräu handelte.
Trinkhalle Arnoldstraße Geschichte des Bieres

Es lässt sich nicht genau sagen, wo zuerst Bier gebraut wurde. Die ersten Dokumentationen über bierartige Getränke wurden vor ungefähr 6000 Jahren gemacht. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Brot, das nass geworden war und zu gären begonnen hatte, den Anstoß zur bewussten Herbeiführung des Gärungsprozesses zur Herstellung eines alkoholischen Getränkes gegeben hat. Diese Entdeckung hat sich wahrscheinlich mehrfach in der Geschichte der Menschheit zugetragen.
Trinkhalle Baumstraße Frühzeit und Antike

Die frühesten Nachweise für Bier gibt es aus dem mesopotamischen Raum. Die ältesten Überreste von Bier, die aus einer Zeit von 3500–2900 v. Chr. stammen, wurden vor kurzem in Godin Tepe im West-Iran entdeckt. Ähnlich alt, aus der Zeit des 34. Jahrhunderts vor Christus, sind Funde aus Hieraconpolis in Oberägypten.
Schriftlich erwähnt wird Bier in einer Reihe verschiedener früher Quellen: Eine vom Amerikaner Samuel Noah Kramer entdeckte Tontafel aus Nippur (etwa 2100 v. Chr.) erwähnt Bier im Rahmen medizinischer Verschreibungen.

Es gibt Abbildungen biertrinkender Sumerer aus der Zeit von etwa 3000 v. Chr.. Der Codex Hammurabi (1700 v. Chr.) enthält die älteste überlieferte Bierschankordnung der Welt. Hier einige Auszüge aus dem Gesetz:
Die Wirtin, die sich ihr Bier nicht in Gerste, sondern in Silber bezahlen lässt, oder die minderwertiges Bier ausschänkt, wird ertränkt.
Eine Priesterin, die ein Bierhaus aufsucht oder gar ein solches eröffnet, wird verbrannt.
Die Wirtin, die in ihrer Gaststätte politische oder staatsgefährdende Diskussionen duldet, ohne die Gäste der Obrigkeit auszuliefern, wird getötet. Bierpanscher werden in ihren Fässern ertränkt oder so lange mit Bier vollgegossen, bis sie ersticken.

Die Babylonier kannten bereits 20 Sorten Bier: Acht bestanden aus Emmer mit etwas Gerste Acht bestanden nur aus Gerste Vier waren Mischbiere, in denen die Gerste überwog Je mehr Emmer die Biere enthielten, desto teurer waren sie. Unter anderem gab es:
Dünnbier: ein wässriges Gerstenbier Schwarzbier: ein preiswertes Gerstenbier, dem mitunter eine kleine Menge Emmer zugemischt wurde Feines Schwarzbier:
hier bestand die Maische aus 80 % geröstetem Emmerkorn und 20 % gekeimtem Emmerkorn Feines Weißbier:
Grundbestandteile waren Gerste und Emmer Rotes Bier: bestand aus 75 % Gemisch und 25 % gekeimtem Emmerkorn, das Gemisch war Emmerbrot und geröstetes Emmerkorn, also reines Malz Prima Bier: dunkles Starkbier mit gleichen Anteilen aus Emmerkorn, Emmerbrot und Emmermalz Lagerbier: war vor allem für den Export nach Ägypten bestimmt und enthielt Emmer und Gerste Nachbier: man schüttete Maischreste von Gerste- und Emmerbier zusammen und versetzte sie nochmals mit Wasser

Bier (henqet) war zu dieser Zeit auch in Ägypten ein Grundnahrungsmittel aller Bevölkerungsschichten, einschließlich des Königshauses. Auch die Arbeiter für den Pyramidenbau erhielten täglich zwei Krüge Bier, dazu drei bis vier Brote. Die Hieroglyphe für Nahrung war lange Zeit ein Zeichen für Brot und Bier. Beamte, Offiziere und Soldaten wurden in Brot und Bier bezahlt. Die Toten bekamen auch Bier mit ins Grab gegeben. Die Bierbrauerei blieb in Ägypten Staatsmonopol. Die größte und bekannteste Braustätte lag in Pelusium (Khalij at-Tinah) an der Mündung des heutigen Sueskanals. Man erhielt die Krüge Bier umsonst, erst die Ptolemäer führten eine Getränkesteuer ein, angeblich, um der Trunksucht Einhalt zu gebieten. Man siebte das Bier vor dem Verzehr oder trank es mit Hilfe eines Trinkhalms.

Die Israeliten übernahmen das Bierbrauen von den Ägyptern, sie nannten das Getränk schechar (שֵכָר). Es war zwar das alltägliche Getränk, für Feierlichkeiten verwendeten sie jedoch den Wein.

In Mitteleuropa sind bierähnliche Getränke bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. gebraut worden. Dazu buk man vermutlich zunächst Fladenbrote, die in ein Gefäß mit Wasser aufgelöst und mittels wilder Hefen zu einem Bier, mit niedrigem Kohlensäure- und Alkoholgehalt, vergoren wurde. Aufgrund der relativ einfachen Herstellungsverfahren früherer Biere ist anzunehmen, dass das Brauen von Bier in Mitteleuropa unabhängig von einem direkten Wissenstransfer aus den älteren Hochkulturen entdeckt wurde. Eine weitere Entwicklung gegenüber den einfachen Bieren aus Brot stellt das Sieden der Bierwürze aus gemälztem oder geröstetem Getreide dar. Dazu gibt es verschiedene Theorien, so kann die Bierwürze in Keramik- oder Metallgefäßen über offenem Feuer gekocht worden sein, oder es wurden heiße Feldsteine aus einem Feuer in ein Holzgefäß mit der Würze gegeben.

Als Alltagsgetränk hatte Bier aufgrund seiner günstiger zu beschaffenden Rohstoffe wie dem Getreide eine weitaus größere Verbreitung als der Met dessen Rohstoff Bienenhonig weit aus schwieriger zu beschaffen und als einzig verfügbares Süßungsmittel entsprechend wertvoll war. Archäologische Funde von prunkvoll verzierten zum Teil mit Bunt- oder Edelmetall beschlagenen Trinkhörnern mit darin erhaltenen Resten von Bier oder Met deuten an, dass das Trinken aus Hörnern allenfalls zu besonderen Anlässen üblich war.

Bei den Römern hieß das Bier Cervisia, nach der Göttin der Feldfrüchte, Ceres. Allerdings waren die Römer zumindest in Südeuropa eher, aufgrund günstigerer klimatischer Verhältnisse, auf den Weinanbau fokussiert. Der römische Schriftsteller Tacitus nennt in seinem Werk Germania (98 n. Chr.) Bier als das Hauptgetränk der Germanen; als Zutaten gibt er Gerste oder Weizen an. Außerdem berichtet er dass die Germanen zwar Hunger und Kälte gut ertragen, nicht aber den Durst:

"Tag und Nacht durchzechen sie und man könnte sie ebenso gut mit der Lieferung berauschender Getränke besiegen wie durch die Gewalt der Waffen." Archäologische Funde von Gefäßen mit Bierresten belegen jedoch, dass auch in provinzialrömischen Städten des Nordens die Bierbrauerei betrieben wurde.

Um Geschmack und Haltbarkeit des Bieres zu verbessern wurden seit je her verschiedenste Zusatzstoffe wie Eichenrinde und Kräuter wie Myrte, Gagel oder Johanniskraut dem Bier zugesetzt. Um die Alkohol- oder Rauschwirkung zu erhöhen wurden sogar giftige Kräuter wie Bilsenkraut, Stechapfel und Porst zugesetzt.
Trinkhalle Bleichmaerschstraße 17 Mittelalter

In Deutschland wurde erstmals 736 im bayrischen Geisenfeld von einem besonderen Gerstensaft berichtet.

Eine Stelle bei Einhard deutet auf die Verbreitung des Bieres im Fränkischen Reich hin: Er berichtet von einem „Bierwunder“, bei dem, analog zum biblischen Wunderbericht von der Hochzeit zu Kana, Wein aus Bier entsteht; aus einem minderwertigen Getränk ein höherwertiges, wie er explizit sagt. Bier war also wohl das Getränk der niederen Stände.
766 wurde von der ersten Bierurkunde der Welt, eine Lieferung von Bier in das Kloster St. Gallen von Geisingen an der Donau beglaubigt. Klöster spielten bei der Bierherstellung im Mittelalter eine große Rolle. Viele heute bekannte Biermarken sind nach Ordensgemeinschaften benannt, wie zum Beispiel Paulaner, Franziskaner oder Augustiner. Zunächst wurde Bier nur im süddeutschen Raum hergestellt, war später aber so beliebt, dass es in ganz Deutschland hergestellt wurde.

Klosterbrauereien führten im Mittelalter zu einem geregelten Braubetrieb. Die Geschichte der Klosterbrauerei beginnt mit Columban, der im 7. Jh. begann, den Konsum des Bieres zu reglementieren. Aus den von ihm gegründeten Einsiedeleien wurden nach seinem Tod Benediktiner-Klöster. Im 9. Jh. wurden Klosterbrauereien unter Karl dem Großen gefördert. Diese entwickelten sich im Laufe der Zeit zu Drehscheiben der Bierproduktion und des Bierhandels. Eine Vorreiterrolle nahmen die beiden Abteien St. Gallen und Weihenstephan ein, jedoch ist einzig von Kloster St. Gallen bekannt, wie eine solche Klosterbrauerei ausgesehen hat. Aus dem Plan lässt sich ableiten, dass die Bierproduktion bereits im kommerziellen Masstab betrieben wurde und es diverse Biersorten für unterschiedliche Bedürfnisse gab. Der Plan des Klosters St. Gallen entwickelte sich infolgedessen zum Idealbild aller Benediktiner Klöster, obwohl sich der Schwerpunkt der Bierentwicklung fortan ins Bayerische Weihenstephan verlagerte. Die Brauerei des bayrischen Klosters Weltenburg ist vermutlich die älterste noch existierende Klosterbrauerei der Welt (1050).

Das Franziskanerkloster in Kilkenny begann im 14. Jahrhundert mit dem Braubetrieb, der auch nach der Reformation durch die Smithwick-Brauerei fortgesetzt wurde.

Im Mittelalter galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder, da es damals einen geringeren Alkoholgehalt als heute hatte und das Bier durch das Kochen der Würze weitgehend keimfrei war, was man vom Wasser damals nicht behaupten konnte. Es war ebenfalls wegen seines hohen Kaloriengehalts eine wichtige Ergänzung der oft knappen Nahrung. Das Brauen von stärkeren Bieren während der Fastenzeit (Fastenbier) lieferte als flüssiges Brot eine sogar vom Papst tolerierte Kalorienergänzung[1]. Von den Klosterbrauereien ging die ausschließliche Verwendung von Hopfen aus, der nach und nach die Grut, eine Mischung aus verschiedenen Kräutern, verdrängte.

Angesichts des hohen Bierkonsums im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, war Bier für den städtischen Fiskus und die seit etwa 1500 entstehenden Landessteuerbehörden von großem Interesse. Bereits im Spätmittelalter wurden fast überall im Reich Produktions- und Verkaufssteuern auf Bier erhoben. Das Brauen und der Verkauf des Bieres war an bestimmte Privilegien gebunden. Mit der strengen Reglementierung wollten die Obrigkeiten einerseits den Brauberechtigten das Einkommen sichern und andererseits dafür sorgen, dass kein fremdes Bier getrunken wurde, für das man keine Steuern bezahlen musste. Im 16. Jahrhundert wurde in vielen Teilen des Deutschen Reiches das Biergeld zu einer der wichtigsten Steuerquellen.
Trinkhalle Blumenstraße Neuzeit

1516 wurde vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. das Reinheitsgebot in Ingolstadt erlassen, das seit 1919 für ganz Deutschland gilt. Es besagt, dass zur Herstellung von Bier nur Gerstenmalz, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen.

Das erste Frachtgut auf einer deutschen Eisenbahn waren Bierfässer. Am 11. Juli 1836 erhielt die Bayerische Ludwigsbahn (eröffnet am 7. Dezember 1835) zwischen Nürnberg und Fürth von der Firma Brauerei Lederer den Auftrag, zwei Fässer Bier gegen eine Vergütung von 6 Kreuzern an den Wirt „Zur Eisenbahn“ in Fürth zu senden.

Nachdem in Kellern und Kühlhäusern auch bei niedrigen Temperaturen vergoren werden konnte, setzte sich bald die untergärige Brauweise durch. Bereits 1841 wurde das untergärige Lagerbier von Anton Dreher Senior in Wien gebraut und läutete damit die Epoche der untergärigen Biersorten ein.

Als wichtiger Punkt in der Geschichte des Bierbrauens wird die „Erfindung“ der Pilsner Brauart angesehen. Sie ging aus der schon damals berühmten Bayerischen Brauart hervor, die vor allem auf nur mit niedriger Temperatur abgedarrtem Malz und auf der langsamen Gärung durch Lagerung in kalten Höhlen und tiefen Kellern beruhte. Josef Groll braute somit am 5. Oktober 1842 den ersten Sud nach Pilsner Brauart. Dieser wurde erstmals am 11. November 1842 öffentlich ausgeschenkt und eröffnete so den weltweiten Siegeszug dieser Bierspezialität, die als Original Pilsner Urquell vertrieben wird.

Im 19. Jahrhundert kam es vor allem in München immer wieder zu Unruhen und Ausschreitungen, wenn der Bierpreis geringfügig erhöht wurde. Dabei wurde regelmäßig von den Gästen in Wirtshäusern randaliert, wobei weder Tische noch Stühle heil blieben. Ein erhöhter Bierpreis wird zum Teil auch als Hintergrund der so genannten „Salvatorschlacht“ von 1888 angesehen.

Aus dem Handwerk des Bierbrauens entwickelte sich die Getränkeindustrie. Carl von Linde entwickelte und baute die Kältemaschine anfangs hauptsächlich für Brauereien. Weiterhin wird Bier seit der Industrialisierung gewöhnlich filtriert und teilweise auch pasteurisiert, dadurch und durch die moderne Abfülltechnik wurde es wesentlich länger haltbar.
Trinkhalle Bornstraße 62 Heute

In Deutschland darf Bier bis heute grundsätzlich nur nach dem Deutschen Biersteuergesetz gebraut werden, das weitgehend auf dem Bayrischen Reinheitsgebot von 1516 beruht. Demnach darf untergäriges Bier nur aus Wasser, Hopfen, Gerstenmalz und Hefe hergestellt werden, bei obergärigem Bier dürfen auch andere Malze sowie Glukosesirup und Zuckercouleur verwendet werden. Lediglich bei europarechtlichem Bezug (häufigster Anwendungsfall: ausländischer Brauer will sein Bier auf dem deutschen Markt verkaufen) ist die Herstellung und der Vertrieb von Bieren mit anderen Zusätzen erlaubt.
Trinkhalle Bornstraße 78 Bierbrauen

Bierbrauen ist ein lebensmitteltechnologischer Prozess zur Herstellung von Bier. Er findet in einer Brauerei statt.

Grundverfahren

Malzherstellung

Keimung und Grünmalz

Beim Mälzen werden in einer Mälzerei Gerstenkörner oder bei Weißbier zusätzlich (mit mindestens 50 % Anteil) Weizenkörner unter Zugabe von Wasser zum Keimen gebracht. Der Keimprozess sorgt dafür, dass die zur Stärkeaufspaltung notwendigen Enzyme (Amylase) im Korn gebildet beziehungsweise angereichert werden.

Nach der etwa sechs– bis achtwöchigen Keimruhe, bei der das Keimgut seine volle Keimfähigkeit ausbildet, wird es in Weichgefäßen circa zwei Tage lang eingeweicht. Dabei erhöht sich der Wassergehalt auf etwa 45 Prozent und leere Schalen sowie tote Körner werden aufgeschwemmt. Diese so genannte Schwimmgerste wird abgeschöpft.

Nach der Weiche kommt das Korn in den Keimkasten. Unter genau eingestellter Temperatur und Frischluftzufuhr beginnt jetzt die Keimung, die sich in verschiedene Phasen unterteilt.

Phase 1: Am ersten Keimtag durchbricht der Wurzelkeim das Korn. Das Keimgut heißt jetzt in der Fachsprache Brechhaufen.

Phase 2: Nach 3 Tagen teilt sich die Wurzel. Das Keimgut heißt jetzt Gabelhaufen.

Phase 3: Etwa am fünften Tag sind die Wurzeln der einzelnen Körner so weit gewachsen, dass sie ineinandergreifen. Das Keimgut heißt jetzt Greifhaufen.
Mit dem fünften Tag ist die Keimung abgeschlossen. Das Ergebnis der Keimung wird Grünmalz genannt.

Darren

Beim Darren wird der Keimvorgang durch Erhitzen des Grünmalzes auf 85° bis 100° Celsius beendet, das Malz getrocknet. Das Darren gliedert sich in die zwei Teile Schwelken und Abdarren.

Beim Schwelken erfolgt weitgehend die Festlegung der späteren Farbe des fertigen Malzes, da in Abhängigkeit vom Wassergehalt des Darrgutes vermehrt Ausgangsprodukte für die beim späteren Abdarren ablaufenden Maillard-Reaktionen gebildet werden. Je höher die Darrgutfeuchte beim Schwelken ist, desto dunkler wird das spätere Darrmalz ausfallen. Im zweiten Teilprozess, dem Abdarren, wird der gewünschte Trocknungsgrad des fertigen Malzes eingestellt. Die Inaktivierung der Malzenzyme verläuft bei geringeren Feuchtegraden schonender.

Das Ergebnis dieser Vorgänge ist das Malz. Dessen Eigenschaften beeinflussen den Geschmack des später gebrauten Biers bereits wesentlich: Je nach verarbeiteter Getreidesorte, Dauer und Temperatur der Keimung, Wassergehalt vor dem Abdarren sowie Dauer und Temperatur des Abdarrens entstehen ganz verschiedene Malzsorten. So ergibt zum Beispiel durch sehr hohe Temperaturen beim Abdarren teilweise karamellisiertes oder verkohltes Malz dunkles, sehr aromareiches Bier mit karamelligem oder rauchigem Geschmack.
Trinkhalle Bornstraße 131 Schroten

Schrotmühle

Das Malz wird mit einer Schrotmühle zerkleinert (geschrotet), um die spätere Lösung der darin enthaltenen Stoffe im Brauwasser zu erleichtern. Dabei kommt es darauf an, dass die Spelzen (Schalen der Getreidekörner) erhalten bleiben. Sie dienen als Filterschicht während des Läutervorgangs. Der Rest des Malzes sollte in Grieße und Mehle zerkleinert werden.
Man unterscheidet zwischen Schrotmühlen mit zwei Walzen, vier Walzen oder sechs Walzen und mit oder ohne Siebung. Weiterhin kann zur Verbesserung des Spelzenvolumens eine Konditionierschnecke mit Abstehbehälter über der Schrotmühle installiert werden.

Hammermühle

In einer Hammermühle wird das Malz komplett zertrümmert. Das durch das "Zerhämmern" entstandene Schrot ist in seiner Zusammensetzung wesentlich feiner als das in einer Schrotmühle geschrotete, da auch die Spelzen zertrümmert werden. Da die natürliche Filterschicht der Spelzen nicht mehr vorhanden ist, kommt beim Läutern überwiegend ein Maischefilter zum Einsatz.
Trinkhalle Borsigstraße 32 Maischen

Das geschrotete Malz wird in einem Maischbottich mit etwa 45 °C heißem Wasser vermischt - man spricht vom Einmaischen (heutzutage maischt man üblicherweise auch bei 61°C ein). Die so entstandene Maische wird unter stetigem Umrühren auf Temperaturen um 45 °C gehalten (Eiweißrast zum Abbau des Eiweißes). Dabei löst sich die Stärke aus dem Malz im Wasser auf. Anschließend wird die Temperatur im Maischbottich auf knapp über 70 °C erhöht. Währenddessen sorgt das Enzym Amylase aus dem Malz dafür, dass aus der Getreidestärke vergärbarer Malzzucker (Maltose) und nicht vergärbare Dextrine entstehen. Das im Korn vorhandene Eiweiß wird beim Maischen in Aminosäuren zerlegt. Über 78 °C darf nicht erhitzt werden, da dabei die wertvollen Enzyme zerstört werden würden (man spricht vom „Denaturieren“).

Bei diesem Produktionsschritt wird der Geschmack des späteren Biers stark beeinflusst. Die Wahl des Brauwassers entscheidet über den Mineralien- und Salzgehalt des Biers. So ist weiches, kalkarmes Brauwasser besser geeignet für herbe Biere wie etwa Pilsener oder Kölsch. Werden beim Erhitzen der Maische von 45 °C auf knapp über 70 °C eine oder mehrere Rasten eingelegt (das sind Zeiträume, in denen die Temperatur nicht weiter erhöht sondern auf einer Stufe zwischen 45 °C und 70 °C eine Zeit lang konstant gehalten wird) wird die in der Maische enthaltene Stärke enzymatisch in Zucker umgewandelt. Rasten um 65 °C (Maltoserast) produziert vermehrt Maltose, die im nachfolgenden Gärprozess zu Ethanol abgebaut wird. Rasten um 70 °C dagegen fördert die Bildung von nicht vergärbaren Dextrinen, die in vollmundigeren Biersorten erwünscht sind.[1] Der Maischprozess ist also ausschlaggebend für die später entstehende Biersorte und dauert zwei bis vier Stunden.

Prinzipiell unterscheidet man beim Maischen zwischen Infusionsverfahren (der gesamte Inhalt des Sudkessels wird erhitzt) und Dekoktionsverfahren (es werden aus dem hier Maischebottich genannten Behälter Teilmaischen in eine Maischepfanne gezogen und dort gekocht, es kommt zum thermischen Aufschluss der Stärkemoleküle; anschließend wird die Teilmaische zurückgepumpt und erhöht so die Temperatur im Maischebottich zur nächsten Rast). Letzteres Verfahren gilt als das ursprüngliche, denn als man die Pfannen im Sudhaus noch direkt befeuerte, war ein genaues Einstellen der Temperatur nicht möglich.
Trinkhalle Borsigstraße 60 Jodprobe

Am Ende des Maischens führt der Brauer die so genannte Jodprobe durch. Jod dient im Allgemeinen als Indikator für Stärke: Färbt sich Jod lila/blau, so ist Stärke vorhanden. Verfärbt es sich nicht, so ist keine Stärke vorhanden. Der Brauer entnimmt der heißen Maische dazu einige Tropfen, um sie mit Jod zu versetzen. Da die Maischeflüssigkeit bräunlich ist, nimmt man dafür idealerweise einen weißen Teller. Verfärbt sich die Jodprobe dunkelblau, so enthält die Maische noch Stärke. Dann muss der Brauer den Enzymen noch ein wenig mehr Zeit geben, die Stärke in Malzzucker umzuwandeln. Erst wenn die Iodprobe gelb bleibt und somit anzeigt, dass in der Maische keine oder kaum noch Stärke enthalten ist, kann zum nächsten Schritt übergegangen werden – dem Läutern.

Läutern

Das Malz hat nun seinen Zweck erfüllt und kann von der sogenannten Bierwürze, also der Flüssigkeit, die vor dem Zugeben der Hefe im Brauprozess während des Maischvorgangs entsteht, getrennt werden. Dazu wird der heiße Sud in einen so genannten Läuterbottich umgefüllt. Wenn man danach ein wenig wartet, kann man die selbstfiltrierende Eigenschaft der Maische nutzen. Am Boden des Läuterbottichs bildet sich durch nach unten sinkende Malzreste (in erster Linie die Spelzen der Getreidekörner) eine Art Malzkuchen, welcher als Filterschicht dient. Manche Getreidesorten, die zum Brauen verwendet werden (beispielsweise Weizen) haben keine Spelzen. Daher kann zur Unterstützung des Läuterprozesses Gerste beigemischt werden. Nun lässt man die Flüssigkeit langsam aus dem Läuterbottich laufen und fängt sie in einem geeigneten Behälter auf. Schließlich soll daraus später das Bier entstehen. Dabei fließt der Sud durch den Malzkuchen (Treberkuchen) am Boden des Läuterbottichs, der wie ein Filter wirkt und die darin enthaltenen Schwebstoffe aus dem Sud herausfiltert. Alle Feststoffe aus der Maische scheiden sich als so genannter Treber ab, der meist als Viehfutter verwendet wird. Die so gewonnene, klare Flüssigkeit ist die Würze. Während des Läuterns versiegt immer wieder der Würzestrom und muss durch Verwendung des Hackwerks des Läuterbottichs wiederhergestellt werden. Ursache dafür ist, dass die ablaufende Würze die Treber auf die Durchlassschlitze des Senkbodens saugt und der Flüssigkeitsdruck über dem Treberkuchen auch für eine kompaktere Sedimentation sorgt. Durch das Aufhacken wird die Durchlässigkeit des Treberkuchens wiederhergestellt.

Die Bezeichnung Vorderwürze deklariert den aus dem Läutergefäß gewinnbaren flüssigen Teil der Maische. Nachgüsse mit heißem Wasser erfolgen nach Ablauf der Vorderwürze als chargenweise oder permanente Wasserzugabe in das Läutergefäß und dienen zum Auswaschen des beim Maischen aufgeschlossenen Extraktes (im Wesentlichen der Eiweiß- und Stärkeabbauprodukte) aus dem Treber. Auch hier entscheidet sich der Biergeschmack: Je nach Menge der Nachgüsse verändern sich die Konzentrationen von Stärkeabbauprodukten und Malzzucker in der Würze. Dies ist wichtig für den späteren Alkoholgehalt und die Stammwürze des Biers. Sobald die Extraktion ökonomisch nicht mehr interessant ist, wird die nun sehr zuckerarme Flüssigkeit als Glattwasser bezeichnet. Eine Wiederverwendung dieses Glattwassers rechnet sich bei stärkeren Maischen, ist jedoch mit Nachteilen wie erhöhtem Gerbstoffgehalt verbunden.
Trinkhalle Borsigstraße 61 Würzekochen

In der Würzepfanne oder auch „Sudpfanne“ wird die Würze gekocht (bis zum Sieden). Dabei wird Hopfen (ursprünglich in Form von Hopfendolden, mit zunehmender Industrialisierung des Bierbrauens jedoch immer öfter in Form von Hopfenpellets oder Extrakt) zugegeben und mitgekocht. Durch das Kochen entstehen Temperaturen von über 80 °C, wodurch die ursprünglich im Sud enthaltenen Malzenzyme (Amylase) denaturiert werden. Sie gerinnen und setzen sich als sogenannter Heißtrub an der Oberfläche der kochenden Würze ab.

Sorte und Menge des Hopfens steuern Geschmack und Haltbarkeit des Biers: Mehr Hopfen ergibt eine längere Lagerfähigkeit aber auch einen herberen und bittereren Geschmack des Biers. Durch das Verdampfen des Wassers beim Kochen wird die Würze auf die für jede Sorte spezifische Stammwürze aufkonzentriert. Am Ende der Würzekochung erfolgt die Bestimmung der Stammwürze mittels einer Bierspindel (Saccharometer). Vor der Erfindung der Sudpfanne erfolgte das Erhitzen durch Einlegen heißer Steine in die Würze (Steinbier). Ziele der Würzekochung sind unter anderem die Isomerisation der im Hopfen vorhandenen alpha-Säuren zu iso-alpha-Säuren, das Absenken des pH-Wertes, Austreiben von Dimethylsulfid (DMS), es kommt zu einer Zufärbung durch Hydroxymethylfurfural-Bildung, Entkeimung der Würze und Einstellen auf den gewünschten Stammwürzegehalt.
Trinkhalle Brackeler Straße Ausschlagen

Anschließend werden die in der Würze vorhandenen nicht gelösten Hopfenbestandteile und ausgefallenes Eiweiß (zusammen heißen sie Heißtrub) aus der Würze entfernt. Dies geschieht im Whirlpool (früher im Kühlschiff), in dem die Würze durch tangentiales Einleiten in Rotation versetzt wird und sich der Trub aufgrund der Zentripetalkraft wie ein Kegel in der Mitte des Gefäßes absetzt. Nun kann seitlich die blanke (klare) Würze abgezogen werden. Diese wird dann auch als Ausschlagwürze bezeichnet.

Abkühlen

In einem Wärmeübertrager wird die klare Würze im sogenannten Gegenstromverfahren mit Brauwasser und anschließend mit Eiswasser auf Anstelltemperatur heruntergekühlt, mit steriler Luft zur Sättigung mit Sauerstoff begast und in einen Gärtank oder Gärbottich geleitet. Eventuell findet vorher auch eine Flotation statt. Bei der Herstellung von spontant vergorenen Bieren wie z.B. der belgischen Bierspezialität Lambik ist noch die Verwendung eines sog. Kühlschiffes gebräuchlich. Kühlschiffe waren früher das gebräuchliche Mittel um die Würze zu kühlen und anzustellen.

Hefezugabe und Gären

Die Zugabe der Hefe erfolgt, wenn die Würze die für die jeweilige Hefesorte notwendige Temperatur (in der Regel zwischen 5° und 20° Celsius) erreicht hat. Dieser Vorgang wird als Anstellen bezeichnet. Die Hefe sorgt für den Gärprozess: In großen Gärtanks, die sich früher in der Regel in entsprechend kühlen und dunklen Gärkellern befanden, wird der Zucker in der Würze innerhalb von fünf bis acht Tagen zu Alkohol (Ethanol) vergoren. Heute erfolgt die Gärung in der Regel in isolierten und gekühlten zylindrisch-konischen Gärtanks innerhalb von ein bis zwei Tagen, wobei der Lagerort nach wie vor als „Keller“ bezeichnet wird. Etwa 60 bis 70 Prozent des Malzzuckers werden auf diese Weise umgesetzt. Das dabei entstehende Kohlenstoffdioxid wird in der Regel abgesaugt und aufbereitet, um dem Bier am Ende des Brauprozesses (beziehungsweise beim Zapfen) wieder zugesetzt zu werden.

Je nach Hefesorte und Würzerezeptur ergibt die Gärung untergäriges oder obergäriges Bier. Früher hat man die Gärung dem Schicksal überlassen. Man spricht dann von Spontangärung. Die belgischen Flaschenbiere werden teilweise noch heute ohne Hefezugabe gebraut.
Nrdmarkt Lagerung

Das Jungbier wird anschließend in Lagertanks geschlaucht, wie der Brauer sagt. Hier wird nachgegoren: Der noch vorhandene Zucker wird in Alkohol umgesetzt. Die Lagertanks stehen in der Regel unter Druck, so dass das entstehende Kohlenstoffdioxid nicht mehr entweicht, sondern als Kohlensäure im Bier gebunden wird. Das so entstehende Bier hat in der Regel einen pH-Wert von 4,5 (manche Biersorten bis zu 3,5). Die Nachgärung kann – je nach Biersorte – zwei Wochen bis drei Monate dauern. Durch die Lagerung erhält das Bier seine Reife und den endgültigen Geschmack. Außerdem setzen sich bei der Lagerung Trübbestandteile ab, womit die darauffolgende Filtration leichter vonstatten geht.

Filtrieren

Bei der Mehrzahl der Biere wird das Bier nach der Lagerung gefiltert (Kieselgurfilter, Cross-Flow Filter, Entkeimungsfilter). Dabei wird dann durch letztmalige Ausfilterung von Eiweißgerbstoff-Verbindungen, Hopfenharzen, toten Hefezellen oder bierschädlichen Bakterien die letztendliche Klarh
Trinkhalle Bergmannstraße Abfüllen und Haltbarkeit

Anschließend wird das Bier in Dosen, Flaschen oder Fässer abgefüllt. Bei der traditionellen Lagerung in Eichenfässern dichtete man diese innen mit Brauerpech ab, damit das Bier nicht mit dem Holz in Berührung kam. Die Befüllung erfolgt heute im Gegendruck-Verfahren (bei Fässern mit einem Isobarometer), so dass die Kohlensäure erhalten bleibt. Wichtig ist, dass eine Aufnahme von Sauerstoff vermieden wird, der die Qualität beeinträchtigen würde. Das Bier ist nun fertig und trinkbar.

Der Geschmack des Biers ändert sich jedoch auch nach dem Abfüllen noch mit der Zeit. Zum einen liegt das daran, dass sich die Reifungsprozesse im Bier auch nach dem Abfüllen noch fortsetzen, aber auch daran, dass Licht- und Wärmeeinwirkung Prozesse der Zersetzung und des Zerfalls in Gang bringt. Wird das Bier nicht rechtzeitig getrunken, verdirbt es daher auch im ungeöffneten Zustand. Als Faustregel gilt, dass obergärige, ungefilterte und schwach gehopfte Biere weniger lang haltbar sind als untergärige, gefilterte und stark gehopfte Biere. Eine kurze Haltbarkeit gilt unter Bierkennern als Qualitätsmerkmal: Je weniger Inhaltsstoffe aus dem Bier herausgefiltert werden, um die Haltbarkeit zu erhöhen, desto mehr geschmacksprägende Aromaträger verbleiben darin.
Trinkhalle Brunnenstraße 22 Bierverkostung

Vom abgefüllten Bier werden in den Brauereien regelmäßig Stichproben entnommen und einer sensorischen Beurteilung unterzogen. Hierbei wird zwischen
Geschmack (z. B. bitter, salzig, süß, säuerlich, vollmundig, herb, mild),
Geruch (z. B. aromatisch fruchtig, wohlriechend blumig, harzig/nussig, getreideartig, karamellartig, seifig, schweflig, modrig),
Aussehen (z. B. klar, blank, opal, trüb) und Farbe unterschieden.


Ziel ist es – wie auch bei den während des gesamten Brauprozesses überwachten chemisch-technischen Parametern – für die einzelnen Produkte eine möglichst gleichbleibende Qualität zu gewährleisten und Fehler rechtzeitig zu erkennen. Treten Abweichungen von den von Brauerei zu Brauerei verschiedenen Qualitätsnormen ab, wird versucht, z. B. durch Verschnitt mit anderen Produktionschargen die gewünschten Eigenschaften zu erreichen.

Sensorische Prüfungen werden auch bei Vergleichen zwischen verschiedenen Biersorten bzw. -marken durchgeführt. Hierbei wird zusätzlich oft auf die sorten- und regionalspezifische Reintönigkeit geachtet, wobei häufig eine Einteilung in Antrunk, Mittelteil und Abgang verwendet wird.

Einer der international bekanntesten Bierverkoster war der Brite Michael Jackson.
Vergleichbar der Weinprobe gibt es auch die Bierprobe fürs breitere Publikum.
Trinkhalle Burgholzstraße 36 Einteilung der Biere

Biere werden nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert.

Gesetzgeberische Einteilung nach Stammwürzegehalt

Aufgrund steuer- und lebensmittelrechtlicher Erwägungen gliedert der Gesetzgeber die Biere in unterschiedliche Gruppen auf. In der Regel wird dabei entweder der Alkoholgehalt oder der Stammwürzegehalt zur Beurteilung herangezogen.

Der Stammwürzegehalt gibt an, wie viel vergärbarer Extrakt in der Würze enthalten ist. Bestimmt wird die Stammwürze am Ende des Kochprozesses in der Würzepfanne, unmittelbar vor dem Ausschlagen mittels einer Extraktspindel. Dieser Wert wird in Gewicht oder Gewichtsprozent angegeben. Das heißt, dass ein Bier mit 12 Prozent Stammwürze 120 Gramm Extrakt in 1000 Gramm Flüssigkeit enthält.

Als Faustregel kann man sagen, dass die Stammwürzeangabe durch drei geteilt den Alkoholgehalt ergibt, da der Extrakt bei der Gärung etwa in gleichen Teilen zu Kohlenstoffdioxid, Alkohol und unvergärbaren Stoffen abgebaut wird.
Trinkhalle Burgholzstraße 42 Biersorten und Verbreitung in Deutschland

Pils (auch Pilsener), benannt nach der Stadt Pilsen in Böhmen ist ein untergärig gebrautes Bier. Es schmeckt mehr oder weniger bitter und besitzt einen Alkoholgehalt von 4 bis 4,9 %. Es wird bundesweit ausgeschenkt.

Weizenbier (auch Weißbier) ist ein obergäriges Bier mit einem Alkoholgehalt von 5 bis 5,6 %. Es hat einen fruchtig würzigen Geschmack und ist überwiegend in Süddeutschland verbreitet, wird Richtung Norden aber auch immer beliebter.

Altbier hat seinen Namen nicht, weil sein Brauverfahren schon sehr alt ist, sondern weil sich bei der Gärung die Hefe oben (lat. altus) absetzt. Es wird somit obergärig gebraut und schmeckt nach Hopfen. Wie das Pils besitzt das Altbier einen Alkoholgehalt von 4,8 % und ist in Düsseldorf und Umgebung beheimatet.

Kölsch darf sich ein Bier nur nennen, wenn es in Köln gebraut wird. Es wird obergärig gebraut, schmeckt leicht bitter und nach Hopfen. Es besitzt ebenfalls 4,8 % und wird in Köln und Umgebung ausgeschenkt.

Schwarzbier hat seinen Namen nach seiner Farbe erhalten. Heutzutage kann man es aber auch in einer hellen Variante herstellen. Es wird untergärig gebraut, schmeckt vollmundig und hat einen Alkoholgehalt von 4,8 bis 5 %. Es wird überwiegend in Mitteldeutschland hergestellt.

Berliner Weiße macht durch seine spezielle Brauart das Bier leicht säuerlich. Der Alkoholgehalt ist mit 2,8 % für ein Bier sehr niedrig. Es wird obergärig gebraut. Dem Namen nach wird es in und um Berlin ausgeschenkt.

Stark-und Spezialbiere sind oft nur regional verbreitet. Zu ihnen zählen unter anderem Bock, Doppelbock, Weizenbock, Eisbock, Rauchbier und Roggenbier.

Helles ist ein untergäriges, gelbes Bier. Es wird vor allem in Bayern gebraut. Eine Besonderheit stellt das Festbier dar, es hat mehr Stammwürze und einen höheren Alkoholgehalt. Bekannt ist vor allem das auf dem Münchener Oktoberfest ausgeschenkte Wiesnbier.

Zoigl und Hausbräu im Kommunbrauhaus hergestellte oder beim Bierfassen abgezweigte Biersorte in Nordbayern

Lager
Trinkhalle Clausthaler Straße Biergattungen

Biergattungen sind die in Deutschland verwendete gültige steuerrechtliche Untergliederung, die nur am Stammwürzegehalt festgemacht wird.

Einfachbiere – mit einer Stammwürze von 1,5 % bis 6,9 %,

Schankbiere – mit einer Stammwürze von 7,0 % bis 10,9 %,

Vollbiere – mit einer Stammwürze von 11,0 % bis 15,9 %,

Starkbiere – ab einer Stammwürze von mindestens 16,0 %,

Biermischgetränke – Bier mit Zusätzen von Erfrischungsgetränken oder Fruchtsäften sowie exotischen Beigaben wie Tequilaaroma oder Energiegetränken und

Lückenbiere – alle Biere, die zwischen den alten, vor 1993 gültigen Einteilungen liegen (0,0 bis 2,5 %; 5,0 bis 7,0 %; 8,0 bis 11,0 %; 14,0 bis 16,0 %), durften früher nicht gebraut werden.

Erst durch die neue Biersteuerregelung, bei der direkt die Stammwürze maßgeblich ist, sind auch diese zugelassen.
Trinkhalle Clausthaler Straße-Bergmannstraße Bierarten nach Sorte der verwendeten Hefe

Obergärige Biere

Die Bezeichnung obergäriges Bier beruht darauf, dass bei obergärigen Bieren die Hefe (Saccharomyces cerevisiae) während der Gärung in klassischen Brauverfahren an die Oberfläche stieg. In modernen Brauverfahren sinkt sie nach Ende der Gärung, wie untergärige Hefe, zu Boden. Die für die Obergärung erforderlichen höheren Gärtemperaturen (15 bis 22 °C) führen zu einer vermehrten Bildung von Estern und höheren Alkoholen durch die Hefe. Diese verleihen den Bieren oft ein fruchtiges Aroma. Obergärige Biere wurden früher oft ohne Lagerung direkt im Anschluss an die Hauptgärung vermarktet. Sie waren ungespundet und generell nur kurz haltbar. Heutzutage wird eine Lagerung ähnlich wie bei den untergärigen Bieren durchgeführt.

Zu den obergärigen Bieren gehören z. B.:
  • Ale,
  • Altbier,
  • Berliner Weiße,
  • Gose,
  • Haferbier,
  • Kölsch bzw. Wieß,
  • Porter,
  • Roggenbier,
  • Steinbier,
  • Stout,
  • Dinkelbier,
  • Weizenbier, auch bekannt als Weißbier oder
  • Hefeweizen, und
  • Emmerbier.
Trinkhalle Enscheder Straße Untergärige Biere

Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe (S. carlsbergensis) nach dem Gärungsprozess auf den Boden des Gärtanks. Es sind gewissermaßen „ausgebaute“ Biere, die eine gewisse Reifezeit benötigen, aber auch länger haltbar sind als die obergärigen. Diese Herstellung benötigt Kühlung mit Temperaturen von unter 10 °C, ist also ganzjährig erst seit der Erfindung der Kältemaschine möglich. Deswegen konnte beispielsweise das Märzen früher nur bis März gebraut werden, woher es seinen Namen hat.

Zu den untergärigen Bieren gehören z. B.:
  • Bock,
  • Doppelbock,
  • Dunkles,
  • Exportbier,
  • Helles,
  • Lager, manchmal auch Wiener Bier genannt),
  • Märzen,
  • die meisten Festbiere, wie z. B. das Oktoberfest-Bier,
  • Nährbier
  • Pils,
  • Schwarzbier,
  • Schwarzviertler,
  • Urtyp,
  • Zoiglbier und
  • Zwickelbier (auch bekannt als Kellerbier).
Trinkhalle Evertstraße Exportbier

Export (auch Exportbier) ist im deutschsprachigen Raum ein untergäriges Vollbier mit einer Stammwürze von 12–14 % und einem Alkoholgehalt von meistens etwas über 5 % vol. Es kann hell oder dunkel sein.

Im Vergleich zu obergärigen Bieren ist Export durch die untergärige Brauweise länger haltbar. Damit war es möglich, das Bier (zunächst über die Stadtgrenze hinaus) zu exportieren. Im Unterschied zu den für den heimischen Markt bestimmten Bieren wurden die für den Export gedachten stärker gebraut, um sie dann am Bestimmungsort auf Trinkstärke zu strecken (Daher auch der Name). Dies sollte Transportkosten sparen, da Wasser vor Ort ja vorhanden war. Der mit diesem stärkeren Einbrauen verbundene kräftigere Geschmack und auch der erhöhte Alkoholgehalt machten diese Biere bald auch auf den heimischen Märkten populär. In den 1970ern begann vielerorts ein Umsatzrückgang der Exportbiere zugunsten des Pils. Eine größere Bedeutung hat es noch im Ausland.

Anmerkung: Lagerbier, somit auch Pils, sind ebenfalls untergärige Biere („Lager“ wegen der erhöhten Haltbarkeit). Sie konnten sich erst mit der Erfindung einer „Kältemaschine“ 1876 durchsetzen, denn für untergäriges Brauen benötigt man Temperaturen von 4 bis 9° Celsius. Exportbiere konnten nur im Winter gebraut werden und meist nur in geringer Zahl.

Export gibt es in den traditionellen Dortmunder, Münchener und Wiener Brauarten. In anderen Ländern kann die Bezeichnung „Export“ auch für andere Biersorten verwendet werden, etwa für Starkbiere oder sogar für obergärige Ales.

Dortmunder Expor

Dortmunder Export (auch bekannt als Dortmunder Helles oder Dortmunder Bier) wurde 1843 erstmals von Heinrich Wenker und seinem Vater in der Krone am Markt gebraut. Heinrich Wenker hatte während seiner Ausbildung zum Brauer in München und Wien die bayerische Brauweise mit untergäriger Hefe kennengelernt und setzte sie als Erster in Dortmund ein (die bis dahin gebrauten, obergärigen Biere ähnelten eher dem heutigen Altbier). Gemeinsam mit dem Aufkommen der Massenfertigung und der künstlichen Kühlungen im Rahmen der Industrialisierung und der wiederum durch diese erhöhten Nachfrage bildete diese Brauart die Grundlage für das Entstehen von Großbrauereien und damit auch zu Dortmunds Aufstieg als Europas größter Bierproduzent.

Export war lange Zeit das unumstrittene Bier der Arbeiterklasse, insbesondere an den Kohle- und Stahlstandorten des Ruhrgebiets. Als in den 1970er Jahren die Industriearbeiter immer häufiger bezahlte Kuren (oft im Sauerland) nahmen und Bekanntschaft mit den dort üblichen, schlanken und hopfigeren Pilsbieren machten und diese schnell mit Urlaub in der Natur assoziierten, wurde das Export für sie zunehmend ein Synonym für den grauen Arbeitsalltag am Industriestandort. Diesen Trend erkannten und nutzten vor allem die sauerländischen Pilsbrauereien und verkauften von nun an ihr Bier erfolgreich auch in Dortmund. Die Dortmunder Brauereien nahmen daraufhin auch Pilsener in ihre Sortimente auf. Bis heute führen aber noch fünf der neun Dortmunder Biermarken ein Export in ihrem Sortiment. Außerdem wurde 2002 die Bochumer Marke Schlegel wiederbelebt, deren einziges Bier ebenfalls ein Dortmunder Export ist.

Typisches Dortmunder Export ist kräftig goldgelb gefärbt, hat einen kräftig-malzigen Geschmack und eine leichte Süße. Es ist spürbar, aber nicht ganz so stark wie ein (klassisches) Pils gehopft. Das klassische Dortmunder Brauwasser hat einen hohen Anteil an Sulfat-Ionen, sodass in einem guten Exportbier durchaus auch dezent schweflige Noten anklingen können.

Dortmunder oder kurz Dort ist heute noch eine Bezeichnung für Biere in den Niederlanden, die teils wirklich nach Dortmunder Art gebraut sind, teils aber auch stärker sind und eigentlich den Namen zu unrecht tragen. Auch in den Vereinigten Staaten brauen mittlerweile einige kleinere Brauereien Biere, die „Dortmunder“ im Namen tragen.

Münchener Export

Das klassische Münchner Exportbier wird aus dem (im Vergleich zu Pils und Export) deutlich dunkleren Münchner Malz gebraut, das es in verschiedenen Farbstufen gibt. Die Farbe entsteht durch eine höhere Darrtemperatur, die dem Malz auch ein kräftigeres, bisweilen dezent röstiges Aroma gibt. Anders als bei den hopfenbetonten Dortmunder oder Wiener Bieren dominiert im Münchner Export das Malz den Geschmack, sowohl durch kernige, als oft auch durch deutlich süße Karamellmalznoten.

Die original Münchner Brauweise (dunkles Malz, wenig Hopfen) ist historisch durch zwei Umstände bedingt: Zum einen braute man in München schon lange vor der Erfindung von Methoden zur Herstellung heller Gerstenmalze. Zum anderen ist das Münchner Wasser stark kalkhaltig, sodass zu starke Hopfengaben zu einem kratzigen, unangenehmen Geschmack geführt hätten.

Später wurde auch in München begonnen, helles Exportbier herzustellen. Dieses entspricht in der Bittere in etwa dem dunklen Münchner, ist aber meist etwas hopfenaromatischer. Es ist ansonsten ebenfalls sehr malzbetont. Siehe auch: Münchner Dunkel

Wiener Export

Dieser Typ ist heute (zumindest unter seinem ursprünglichen Namen) kaum noch verbreitet. Er wurde bzw. wird aus dem nach wie vor handelsüblichen Wiener Malz hergestellt. Die Stammwürze beträgt 13–14 %. Wiener Export ist mit seinem Kupferton kräftiger gefärbt als Dortmunder oder helles Münchner, jedoch heller als das klassische Münchner Dunkel. Es ist vergleichsweise kräftig gehopft. Am ehesten vergleichbar ist es mit dem Bier, das heute die meisten Münchner Großbrauereien auf dem Oktoberfest als „Wiesnbier“ ausschenken. Auch einige heute als Märzen angebotene Biere sind genaugenommen vom klassischen Wiener Typ.
Trinkhalle Feldherrnstraße Pilsner Bier

Pils(e)ner Bier, auch Pils oder Bier nach Pils(e)ner Brauart, ist ein nach der böhmischen Stadt Pilsen (tschechisch: Plzeň) benanntes, untergäriges Lagerbier mit starkem Hopfenaroma und höchstens 12,5 Prozent Stammwürzegehalt.

Geschichte

Das Bier wurde als Lagerbier und Exportbier bald schon sehr beliebt und auch außerhalb Böhmens verbreitet. Bald nannten sich viele Biere nicht nur in Deutschland Pilsner, Pilsener oder auch nur Pils. Das originale Pilsner Bier ist eines der wenigen Biere, das mit alkalischem Wasser gebraut wird. Dadurch ist es bekömmlicher als andere Biersorten. Dabei ist die Pilsner Brauart aus der schon damals berühmten Bayerischen Brauart entstanden, die vor allem auf dem sehr schonend gedarrten und daher sehr hellen Malz, das heute als Pilsner Malz bezeichnet wird, und auf der langsamen, sehr kalten Gärung und schließlich der langen Lagerung in kalten Höhlen und tiefen Kellern beruhte.

Da das ehemalige Pilsner Bier – ein dunkles, trübes, warm vergorenes Bier – einen so schlechten Ruf hatte, dass sogar mehrere Fässer Bier aus Protest öffentlich auf dem Rathausplatz ausgeschüttet wurden, berief der Pilsner Braumeister Martin Stelzer des „Bürgerlichen Brauhauses“ in Pilsen 1842 den bayerischen Braumeister Josef Groll aus Vilshofen nach Pilsen um „den Böhmen in Pilsen ein gutes Bier zu brauen“. Josef Groll braute somit am 5. Oktober 1842 den ersten Sud nach Pilsner Brauart. Dieser wurde erstmals am 11. November 1842 öffentlich ausgeschenkt und eröffnete so den weltweiten Siegeszug dieser Bierspezialität, die als Original Pilsner Urquell vertrieben wird. Aber erst die Verfügbarkeit von wirtschaftlich arbeitenden Kältemaschinen in den 1870er Jahren machte das Brauen nach Pilsener Methode flächendeckend möglich, auch dort, wo keine natürlichen Höhlensysteme zur Verfügung standen.

Die deutlichsten Unterschiede des Pilsner Bieres im Vergleich zum obergärigen Vollbier sind wohl der leicht bittere Hopfengeschmack, der vom berühmten Hopfen herstammt, der um die nordböhmische Stadt Saaz (Žatec) angebaut wird, sowie der etwas vollere, malzigere Geschmack und natürlich die goldgelbe Farbe. Jedoch ist das Original böhmische Pils nicht vergleichbar mit den vor allem norddeutschen Pilssorten, die einen viel bittereren/herberen Geschmack aufweisen und auch bei weitem nicht so voll und malzig schmecken wie das Original.

Andere Quellen sind der Ansicht, dass die Bezeichnung Pilsener auf das Bilsenkraut zurückzuführen ist, welches tatsächlich im Mittelalter dem Bier zugesetzt wurde. Genau wie durch die Verwendung von Hopfen wird dadurch die Haltbarkeit erhöht. Da die Haltbarkeit aufgrund des Anstiegs des Alkoholgehaltes verbessert wird, wird häufig behauptet, das Bilsenkraut sei zugesetzt worden, um die berauschende Wirkung zu erhöhen. Dies war allerdings nur ein Nebenprodukt. Das Zusetzen von Bilsenkraut verursachte enorme Kater und war auch aus anderen Gründen nicht unproblematisch. Als im 15. Jahrhundert der Hopfen in Deutschland eingeführt wurde, wurde das Bilsenkraut durch den Hopfen ersetzt. Allerdings hatte sich - nach diesen Quellen - der Begriff „Pils“ bzw. „Pilsner“ (abgeleitet aus BILSEN-kraut) bereits als Synonym für haltbares Bier durchgesetzt - also wurde auch das neue Hopfenbier „Pils“ genannt. Bier mit Bilsenkraut wurde dann schnell allgemein als „Panscherei“ angesehen. Als Abgrenzung dazu entstand schließlich das „Bayerische Reinheitsgebot“ von 1516, aus dem später das „Deutsche Reinheitsgebot“ hervorging. Bier mit Hopfen war dann „Pils nach dem Reinheitsgebot“ und konnte gegen das ursprüngliche „Pils“ mit Bilsenkraut abgegrenzt werden.
Trinkhalle Flurstraße Spontangärige Biere

Bei spontangärigen Bieren wird keine Hefe zugesetzt. Stattdessen wartet man, bis frei in der Luft fliegende Hefesporen in den offenen Gärbottich gelangen und die Gärung anregen. Es ist die älteste Art, die Würze zur Gärung zu bringen, und stammt aus der Zeit, als der Hefepilz den Menschen noch unbekannt war. Zu den spontangärigen Bieren gehören z. B.:

  • Gueuze,
  • Jopenbier,
  • Kriek sowie
  • Lambic.
Trinkhalle Gneisenaustraße Besonderheiten

Eine Besonderheit stellt das Rauchbier dar, das sowohl unter- als auch obergärig gebraut werden kann. Es wird unter Zugabe von geräuchertem Malz hergestellt, wodurch es seinen rauchigen Geschmack erhält.

Eine weitere Besonderheit ist Weißbierpils. Dabei handelt es sich um eine Biersorte, für deren Herstellung sowohl ober- als auch untergärige Hefe eingesetzt wird: Für den Weißbierbestandteil kommt obergärige und für den Pilsbestandteil untergärige Hefe zum Einsatz. Beide Bestandteile werden zunächst separat hergestellt, Endvergärung und Reifung finden dann gemeinsam statt. Weißbierpils vereint den malzigen, prickelnden und fruchtigen Geschmack von Weißbier mit den erfrischenden Eigenschaften von Pils.

Weitgehend unbekannt ist das Hausbräu, das als Jungbier beim Bierfassen von den Hausbrauern in eigenen Fässern in der Brauerei abgeholt und zu Hause fertiggereift wird.
Trinkhalle Gut-Heil-Straße Alkoholfreie Biere

Ein sogenanntes alkoholfreies Bier enthält meist eine geringe Menge Alkohol. Dieser liegt je nach Herstellungsverfahren zwischen 0,02 % und 0,5 % Alkohol. Die meisten Fruchtsäfte enthalten von Natur aus durch Gärprozesse vergleichbare Alkoholmengen. Seit 2006 gibt es erste Biere mit 0,0 %.[2]

Ein veraltetes Herstellungsverfahren für alkoholfreies Bier ist das Abbrechen des Gärprozesses, bevor sich ein nennenswerter Anteil Alkohol bilden kann, wie man es auch beim Malzbier macht. Das modernere Verfahren ist das Dialyseverfahren, wobei einem normalen Bier durch Osmose über eine Membran der Alkohol entzogen wird. Optimal ist eine Kombination von Osmose und Dünnfilmdestillation, bei der aus dem Permeat durch die Abdestillation von Ethanol wieder eine hypertonische Lösung wird. Zurzeit hat alkoholfreies Bier einen Marktanteil von etwa 3 %.

Trockene Alkoholiker sollten alkoholfreies Bier nicht trinken, da der Geschmack einen Rückfall auslösen kann.
Trinkhalle Haydnstraße Bierkonsum und Brauwirtschaft

Europa

Am 16. Januar 2006 veröffentlichte der Verband der europäischen Brauereien „The Brewers of Europe“ folgende im „Bier-Report“ der Tageszeitung „Die Welt“ abgedruckte Statistik über den europäischen Pro-Kopf-Verbrauch in Litern:
  • 1. Tschechien 160,0
  • 2. Deutschland 115,8
  • 3. Österreich 108,6
  • 4. Irland 108,0
  • 5. Großbritannien 100,8
  • 6. Belgien 93,0
  • 7. Finnland 84,0
  • 8. Niederlande 77,9
  • 9. Polen 75,0
  • 10. Portugal 61,7
  • 11. Schweiz 57,3
  • 12. Norwegen 55,0
  • 13. Schweden 51,5
  • 14. Frankreich 33,4
  • 15. Dänemark 30,1


„The Brewers of Europe“ schätzen den Umsatz der 2800 europäischen Brauereien auf 39 Milliarden Euro. Unter diesen Brauereien waren 1247 deutsche, wovon fast 1000 einen Bierausstoß unter 50 000 Hektoliter im Jahr haben. Es folgt Österreich mit ca. 140 Brauereien (davon ca. 60 seit 1980 entstandene Hausbrauereien), Belgien mit 115 Brauereien und Polen mit 65 Brauereien. Insgesamt werden in Europa ca. 400 Millionen Hektoliter erzeugt, womit die Produktion vor China mit 250 Millionen Hektolitern und den USA mit 230 Millionen Hektolitern die größte der Welt ist.
Trinkhalle Haydnstraße Deutschland

Im ersten Halbjahr 2004 wurden in Deutschland 51,8 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt, das waren 0,3 Millionen Hektoliter mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nicht enthalten sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malzbier sowie das aus Nicht-EU-Ländern eingeführte Bier.

Biermischgetränke waren im ersten Halbjahr 2004 mit 1,3 Millionen Hektoliter am Bierabsatz beteiligt. 87 Prozent des Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2004 waren für den deutschen Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der steuerfreie Absatz betrug 6,7 Millionen Hektoliter Bier: 5,1 Millionen Hektoliter davon gingen in die EU-Länder, 1,5 Mio. Hektoliter in Drittländer und 103 627 Hektoliter als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

Nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG im Mai 2005 erwarten die deutschen Brauereien bis 2009 ein Absatzminus von etwa fünf Prozent. Besonders betroffen ist das Bier nach Pilsener Brauart. Zuwächse werden nur bei Mixgetränken wie Bier-Cola oder Radler erwartet.

Während ein Bundesbürger 1999 noch 127,5 Liter Bier trank, waren es 2004 nur noch 115,5 Liter (2007 sogar nur 112,5[3]). Besonders in Bayern liegt der Durchschnitt mit 155,4 Litern weit höher. In den Weingebieten der Pfalz wird hingegen ein sehr niedriger Durchschnittswert verzeichnet: 69,1 Liter pro Kopf. Immerhin 14,1 % der deutschen Männer geben an, täglich Bier zu trinken. Bei den Frauen sind es mit 1,7 % deutlich weniger.[4] Nach Angaben des Statischen Bundesamtes ist der Konsum von alkoholhaltigem Bier in Deutschland seit 1992 jährlich immer weiter zurückgegangen, von 115 Mio hl auf ca. 88 Mio hl im Jahre 2007, etwa ein Viertel weniger. [5]

Touristenstraßen wie die Aischgründer Bierstraße und die Bayerische Bierstraße erschließen die touristische Vermarktung von Bier und Brauwirtschaft.
Trinkhalle Haydnstraße-Fritz Reuter-Straße Biermaße

Je nach Gegend haben sich verschiedene Bezeichnungen für Glasgrößen zum Teil aus den alten Maßeinheiten erhalten:

Badenser: 0,2 Liter; Heidelberg*
Becher: 0,2 Liter; Düsseldorf
Becher, Stange, Tulpe: 0,3 Liter Lagerbier; Deutschsprachige Schweiz
Bombe: 0,5 Liter Flaschen- oder Dosenbier
Blechsemmel: 0,33 Liter (klein) 0,5 Liter (groß)in der Alu-Dose, Sachsen
Blech: 0,33 Liter (klein) 0,5 Liter (groß) in der Alu-Dose, Wien, Burgenland, Nieder-und Oberösterreich (Besonderheit: 16'er Blech: Doseninhalt stammt aus der Ottakringer Brauerei im 16. Wiener Gemeindebezirk)
Canette: 0,5 Liter im Glas; Westschweiz, insbesondere Freiburg (CH)
Chübel: 0,5 Liter; deutschsprachige Schweiz
Chübeli: 0,3 Liter; deutschsprachige Schweiz
Doppler: 2,0 Liter; Bayern und Österreich
Durchgezapftes: Schnell eingeschenktes Bier; etwa 0,2 l in einem 0,4-l-Glas, Hannover
Ein Meter: Eine einmeterlange Holzvorrichtung, in der mehrere 0,2 Liter Gläser stecken. Wird auch "ne Latte Bier" genannt; Düsseldorf und Berlin. In Hessen auf der Kirmes mit zehn oder elf 0,33-Liter-Gläsern, vor allem unter den Kirmesgesellschaften beliebt.
Eimer: 0,4 Liter Kölschglas (selten im Privathaushalt anzutreffen da Kölsch nicht dazu geeignet ist lange offen zu stehen ==> da kann man direkt aus der Flasche trinken)
Flasche: Halbliter bzw. 58cl Flasche Lagerbier; Ostschweiz
Flöte: 0,2 Liter; Köln und Umgebung
Flûte: 0,2 Liter; Schweiz - Wallis
Gießkanne: 5 Liter; Hammerschmiede
Gläsle: kleines Bier (Export) im Glas oder Krug mit 0,3 oder 0,25 Liter; Schwaben
Grenadier: 5 Liter; studentisches Maß; Österreich
Großes: 0,5 Liter; Österreich und Deutschschweiz; 0,4 oder 0,5 Liter in Deutschland
Halbe: 0,5 Liter im Bierkrug oder Glas; Bayern, Österreich und Schwaben; in einigen Gaststätten, insbesondere in der Münchner Region zunehmend auch 0,4 Liter im Bierkrug/Glas (= "Preissn-Hoibe")
Halber: 0,4 bis 0,5 Liter im Bierseidel; Norddeutschland
Halber Liter: nie mehr als 0,4 (trotz des Namens!), Hannover
Half Pint: 0,284 Liter; Großbritannien, Irland (in den USA 0,227 Liter)
Henkel: 0,4 bis 0,5 Liter im Bierseidel; Berlin
Herrgöttli: 0,2 Liter; Deutschsprachige Schweiz
Hülse(-n): 0,5 Liter ; in der Dose (Deutschsprachige Schweiz, Österreich)
Humpen: 0,4 Liter (bis 2005: 0,33) (Luxemburg)[0,5 Liter Pils im Saarland], auch 5 Liter (Österreich)
Humpe: 0,5 Liter im Glasbierkrug; Deutschsprachige Schweiz
Kanne: 1,85 Liter (studentische Maßeinheit)
Kattla: 0,4 Liter (Raum Coburg)
Karaffe: 2,0 Liter (studentische Maßeinheit) ("Bis zu 8 Liter")
Kleines: 0,2 bis 0,3 Liter; Deutschland, Österreich und Deutschschweiz
Knolle: 0,33 Literflasche; Norddeutschland
Kölner Stange: 0,2 Liter; Köln und Umgebung
Krug: 1 Liter; deutschsprachige Schweiz
Krügel: 0,5 Liter im Glas; Österreich
Krügerl: In Ostösterreich gebräuchlich; = Krügel
Kübel: 0,5 Liter; deutschsprachige Schweiz
Ladie's Pint: 0,284 Liter; siehe Half Pint; Großbritannien, Irland
Liesl: 2 Liter; studentisches Maß; Österreich
Löschzwerg: 0,2-0,25 Liter oder 0,33 Literflasche (ugs.)
Lütten: 0,2 bis 0,33 Liter; Schleswig-Holstein
Maß: 1 Liter; früher Schankmaß (s.u.), im Bierkrug oder Glas; früher Flaschengröße Süddeutschland, Franken, Österreich und Deutschschweiz
Mini: 0,3 Liter in Luxemburg; 0,2 Liter in der Schweiz - Wallis
Nößel: 0,5 Liter; Braunschweig
Pfiff: 0,1-0,2 Liter (ist nicht genormt, ähnlich wie Schnitt); Bayern, Österreich
Pint: 0,568 Liter (Imperial Pint) bzw. 0,473 Liter (US liquid Pint); Großbritannien, Irland, USA
Pitcher: 1,89 Liter im Krug; Großbritannien, Malta, USA, Kanada
Quartl: 0,25 Liter im Bierkrug oder Glas; Bayern;
Rammerl: siehe Schnitt; häufig in Zelt- und Hallenfesten; Bayern;
Rugeli: 0,3 Liter in einem bauchigen Glas mit Henkel; Basel u. Umgebung
Schankmaß: alt: 1,069 Liter
Schifferl: 15 Liter in einer Schale; Österreich
Schimmel: 0,5 - 2 Liter zur Verkostung in der Brauerei
Schimmala: 0,75 Liter; Franken
Schnitt: Schnell eingeschenktes (und damit zur Hälfte Bier und zur Hälfte Schaum) 0,3- bis 0,5-Liter-Glas oder -Steinkrug, vgl. Spruz; Bayern, Franken.
Wird in Franken, insbesondere "auf dem Keller", oft nur als letztes Bier vor dem Bezahlen ausgeschenkt, nachdem mindestens ein Seidla konsumiert wurde. Dann als "halbes Bier" (0,25 Liter) berechnet, oft aber als 0,3 - 0,4 Liter eingeschenkt. In Südthüringen auch ein normalgezapftes Pils in 0,25 Liter Glas.
Schoppen: 0,5 Liter im Glas; Pfalz, in Bayern 0,25 Liter im Glas
une schopp: 0,5 Liter im Glasbierkrug; Französischsprachige Schweiz
Seidl: 0,3 Liter im Glas; (Ost-)Österreich, in Westösterreich oft auch Seidel; in Bayern 0,5 Liter im Glas
Seidla: 0,5 Liter im Stein- oder Glaskrug; Franken
Moggerla 0,33 Liter Export in einer kleinen breiten Flasche; Franken
Spezli; 0,33 Liter in der Flasche; "Spezialbier", Ostschweiz
Spruz: 0,3-0,4 Liter im Glas, vgl. auch Schnitt oder Pfiff
Stange: 0,3 Liter (oft auch nur 0,25 Liter) im Glas; Deutschsprachige Schweiz; in D: Raum Köln und Düsseldorf
Stein: 1 Liter; Rheinland-Pfalz
Stubbi: 0,33 Liter Flasche; in den Regionen um Bitburg, Kirn und dem Saarland
Stiefel oder Doppelliter: 2,0 Liter; Saarland, Österreich, Schweiz, Niederbayern
Stößchen: 0,1 Liter; Köln und Umgebung
Stößchen: circa 0,15 Liter; Dortmund
Stübchen: Ein Stübchen selbst fasst ca. 3,6l, üblicherweise werden "viertel Stübchen" zu 0,9 - 1 Liter ausgeschenkt; Braunschweig
Stüpper: 0,5 Liter in der Flasche; Sensebezirk (Schweiz)
Tasse: wahlweise 0,33 , 0,4 oder 0,5 Liter (studentische Maßenheit)
Willybecher: 0,2 Liter, 0,25 Liter, 0,3 Liter, 0,4 Liter und 0,5 Liter, ein 1954 von Ruhrglas entwickeltes Massenglas (10 Millionen Stück/Jahr).
Yard: 2 imperiale Pint (1,136 l)

http://de.wikipedia.org/wiki/Biermaße
Trinkhalle Herderstraße Stößchen

Das Stößchen ist ein schlankes, nach oben hin breiter werdendes Bierglas. Das Stößchen ist eine Dortmunder Spezialität. Im Original hat es keinen Eichstrich, das Fassungsvermögen ist nicht festgeschrieben und liegt zwischen 0,1 und 0,18 Litern. Ein Stößchen beinhaltet frisch durchgezapftes Bier, welches zwischendurch getrunken wird.

Geschichte

Die Dortmunder Innenstadt war durch die Eisenbahnlinie der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft von der Dortmunder Nordstadt getrennt und zunächst gab es am Burgtor in Richtung Münsterstraße keine Unterführung. Menschen, welche die Eisenbahnlinie in Richtung Nordstadt queren wollten, mussten hier häufig vor geschlossenen Schranken warten. Aufgrund der stark frequentierten Eisenbahnlinie wurden die Schranken teilweise nur sehr kurz und unregelmäßig geöffnet. Ein Wirt einer anliegenden Kneipe erkannte das Potential und servierte fortan den wartenden Bürgern das Bier im schnell zu konsumierenden Stößchen.

Das Stößchen, als kleine, schnell zu konsumierende Menge Bier, wurde sehr schnell beliebt und auch dann von vielen anderen Kneipen Dortmunds angeboten.

Heute wird das Stößchen vor allem in den Kneipen rund um den Alten Markt als gängige Verkaufseinheit vorgehalten, auch wenn es häufig nicht auf der Karte steht.

Normierung

2004 wurde aufgrund einer Beschwerde eines Gastes in der Dortmunder Ratsschänke vom zuständigem Eichamt Hagen die Kennzeichnungspflicht der Füllmenge nach dem Eichgesetz beschlossen. Seitdem muss ein Stößchen in der Gastronomie geeicht sein, und die Angabe „0,1 Liter“ (in etwa der Mitte des Glases) tragen.

Stößchen in Köln

Stößchen sind auch in Köln bekannt. Es handelt sich hierbei um eine in der Höhe reduzierte Kölner Stange mit einem Fassungsvermögen von 0,1 l. Gerne wird es von Wirten oder vom Köbes benutzt, um ein vom Gast spendiertes Kölsch mitzutrinken, ohne die übliche ganze Menge einer Kölner Stange (0,2 l) zu sich zu nehmen.

„Tönnchen“ in Hannover

Stößchen nennt sich in Hannover „Tönnchen“. Ursprünglich war ein Tönnchen 0,1 l. Heutzutage wird jedoch in der Regel 0,2 l ausgeschänkt. Zehn Tönnchen können häufig auch als Meter bestellt werden, wobei der Meter auch als Bestellmaß für elf Lüttje Lage weit verbreitet ist.
Trinkhalle Herderstraße 13 Flaschen

In Deutschland sind Flaschen mit 0,5 und 0,33 Liter gebräuchlich. Kleinere Kellerbrauereien füllen auch in bis zu 3 Liter große Flaschen ab. Ausnahmen sind bei Airlines (z. B. Lufthansa) zu finden. Dort werden auch 0,3-l-Flaschen ausgegeben.

In der Schweiz waren bis in die 1990er Pfandflaschen von 0,58 Litern üblich (Eichhof LU und Sonnenbräu zum Beispiel produzieren immer noch in diesem Maß), ebenso gibt es noch immer Pfandflaschen mit 0,29 Litern Inhalt. Heute dominieren die europaweit genormten Pfandflaschen von 0,5 und 0,33 Litern. Regional (zum Beispiel im Kanton Wallis sind auch Literflaschen gebräuchlich. Die Brauerei Feldschlösschen produziert ebenfalls noch Bier in 1-Liter-Flaschen. Gelegentlich findet man sogar 25cl-Flaschen.

In Österreich sind hauptsächlich Pfandflaschen von 0,5 und 0,33 Litern in Verwendung. Einige Sorten werden allerdings in Einwegflaschen (im Westen meist Kunststoff bei 0,33) von 0,25 - 0,33 Litern angeboten.

In den Niederlanden werden hauptsächlich Flaschen von 0,3 Litern angeboten, in der Regel sind diese Pfandflaschen. Daneben gibt es auch kleinere Flaschen von 0,25 Litern ohne Pfand.

In Belgien sind Flaschengrößen zwischen 0,25 und 0,5 Liter üblich, es gibt aber auch Flaschen bis zu 3 Litern Größe.
In Frankreich sind Flaschen mit einer Größe von 0,25, 0,66 und 0,75 Liter üblich.

In Brasilien sind Flaschengrößen von 0,35 und 0,6 Liter üblich.

In Italien, Japan und Kamerun sind auch Flaschengrößen von 0,66 Liter gebräuchlich.

In Spanien und Portugal sind Einwegflaschen zu 0,25- und 1-Liter und Dosen zu 0,33 oder 0,5 Litern üblich. Flaschen zu 0,33 Litern sind nur in der Gastronomie erhältlich (mit Pfandsystem).

In Dänemark beträgt die Flaschengröße einheitlich 0,33 Liter. Allerdings gibt es auch vereinzelt Bier in 0,38 l Flaschen; "Faxe" wird in Dosen zu 1 Liter abgefüllt.

In Bulgarien und Rumänien beträgt die Flaschengröße für Glasflaschen 0,5 l und für Plastikflaschen 2,0 l.

In Argentinien ist die Standardgröße im Supermarkt oder am Kiosk nominell 1 Liter, in Wirklichkeit beinhalten die Flaschen aber nur 0,996 Liter - wie die Standardgröße in der Kneipe mit etwa 0,66 (die als tres cuarto, dreiviertel-Liter bezeichnet wird) richten sie sich nach US-amerikanischen (alt-Englisch Volumenangaben. Heutzutage kommt immer mehr die 0,33 Liter-Flasche in Gebrauch, nachdem eine Zeitlang Bier fast nur noch in Dosen verkauft wurde.

In der Wirtschafts- und Währungskrise 2001/2002 kehrte man aber zu den alten Pfandflaschen zurück.
In Thailand beträgt die Flaschengröße für Glasflaschen 0,32 Liter und 0,63 bzw. 0,64 Liter.

In Indien und Sri Lanka gibt es Bier überwiegend in Flaschen von 0,325 oder 0,65 l.

In Nordamerika sind Flaschen von 0,355l (12fl. oz.) oder seltener 0,5l üblich. Dosen von 0,355l über 0,5l bis 0,75l angeboten. Die Flaschen sind meist mit einem aufgeschraubten Kronkorken versehen. Dieser wird zum öffnen einfach gedreht und es wird kein Flaschenöffner benötigt.

In Australien sind vorwiegend Flaschen von 0,375l und seltener 0,75l (sogenannter "Longneck") üblich. Im Bundesstaat Südaustralien gibt es auf alle Flaschen und Dosen ein einheitliches Pfand von 5 Cent (Stand 2002).

http://de.wikipedia.org/wiki/Biermaße
Trinkhalle Heroldstraße 16 Kronkorken

Ein Kronkorken oder Kronenkorken ist ein kreisförmiges Blechstück, am Rand kronenförmig gebogen, mit einer Einlage aus Presskork, PVC oder Polyethylen (PE). Der Kronkorken dient dazu, Getränkeflaschen luftdicht zu verschließen. Zum Öffnen einer durch Kronkorken verschlossenen Flasche ist ein Werkzeug nötig, meist wird ein extra dazu bestimmter Flaschenöffner (Kapselheber) verwendet.

Entstehungsgeschichte

Der Kronkorken wurde von dem Erfinder William Painter (1838–1906) aus Baltimore (Maryland, USA) 1892 zum Patent angemeldet. Er nannte seine Erfindung "Crown Cork" – Kronkorken. Der Kronkorken wurde in den USA zunächst auf Bierflaschen eingesetzt und löste den Bügelverschluss bald größtenteils ab, da er in der Herstellung deutlich günstiger und der Befüllungsprozess deutlich schneller ist. Durch den Erfolg dieses Produktes gründete Painter bereits im April 1893 die Firma "Crown Cork and Seal Company", heute eine der größten Hersteller für Kronkorken und andere Getränke-Artikel.

Painter inspirierte mit seinem Erfolg King Camp Gillette zur Erfindung der Rasierklinge.
Bemerkenswert ist, dass Schaumweine (Champagner, Sekt) mit klassischer Flaschengärung in der Gärphase zunächst mit Kronkorken (Bidule) verschlossen werden. Nach Einfrieren des Flaschenhalses wird der Kronkorken automatisch und der gefrorene Hefepfropf mittels Kohlensäuredruck entfernt. Erst danach wird die Flasche mit dem bekannten Sektkorken endgültig verschlossen.

Technischer Aufbau und Herstellung

Herstellungsgrundlage für Kronenkorken ist die DIN 6099. Im folgenden sind die Abmessungen (in mm) aufgeführt:

Innendurchmesser: 26,75 +/-0,15 Höhe: 6 +/-0,15 Außendurchmesser: 32,1 +/-0,2 Radius: 165 +/-25 Blechdicke: 0,235 +/-0,02

Der übliche Kronkorken hat weltweit genau 21 Zacken. Früher waren es 24 Zacken, aber heute sind die Flaschenhälse kleiner. Eine ungerade Zackenzahl wurde zur prozesssicheren Zuführung bei der Füllung gewählt. Kronkorken mit einer geraden Anzahl von Zacken verkanten leichter, da sich so zwei Zacken genau gegenüberliegen.

Als Blech kommt verzinntes Weißblech oder Chromblech nach Euro Norm EN 10.202 zur Anwendung. Nach beidseitiger, meist transparenter Lackierung der Blechtafeln als zusätzlicher Schutz gegen Korrosion und Grundierung für die Druckfarben erhält der Kronkorken im Stanz- und Einlegeprozeß seine typische 21-zackige Form und die Kunststoffdichtung. Kronenkorken können auch farbig grundiert werden, bevor sie im Offset-Verfahren nach Kundenwünschen bedruckt werden. Zusätzlich können auch Prägungen oder farbliche Markierungen für "Sammelaktionen" in die Innenseite der Kronkorken eingebracht werden.

Varianten

Mittels einer besonderen Gestaltung des Flaschenhalses ist es auch möglich, einen Kronkorken als Schraubverschluss zu verwenden, sodass er ohne Flaschenöffner geöffnet und auch wieder verschlossen werden kann ("Twist Top" oder "Twist-off"). Das Prinzip findet sich bei französischen, süd-afrikanischen, australischen, südostasiatischen (San Miguel (Bier)), US-amerikanischen und selten bei österreichischen (Zipfer Sparkling) Bierflaschen.

Eine weitere Neuerung auf dem Gebiet ist der von der österreichischen Ottakringer Brauerei entwickelte so genannte Frischeverschluss, bei dem in den Kronkorken eine Kunststofflippe eingearbeitet ist, die bis in den Flaschenhals reicht, woraus laut Hersteller eine geringere Kohlensäureentweichung während der Lagerung resultiert. Ein weiterer Vermarktungsaspekt liegt in dem beim Öffnen der Flasche ergebenden Plopp-Geräusch.

Eine andere Variante ist der Kronkorken mit einer Abziehlasche. Diesen Kronkorken kann man ohne Werkzeug durch Aufziehen der integrierten Lasche mit den Fingern öffnen.

Schlafmützen

Im Bereich der Abfüllung/Produktion bezeichnet man den Kronkorken-Verschluss auch als Schlafmützen. Der Begriff entstand Ende des 19. Jahrhunderts, weil in der damaligen Zeit die Schlafmützen einen gezackten Schnitt ähnlich dem von Kronkorken besaßen. Speziell im Bereich der Produktionskontrolle spricht man heute noch von der "Schlafmützenkontrolle". Es gibt hierbei unterschiedliche technische Verfahren für die Qualitätssicherung, mit deren Hilfe überprüft wird, ob der Kronkorken richtig sitzt.

Überprüfung einer regelmäßigen/gleichmäßigen Deckelspannung der Schlafmützen
Mit Hilfe akustischer Signale wird die Schlafmütze zum Schwingen gebracht, wobei das Schwingungsverhalten Aufschluss über das richtige Sitzen des Kronkorkens gibt.
Optische Kontrolle mit Hilfe einer Videokamera, wobei der Computer das symmetrische Sitzen des Kronkorkens prüft Kontrolle mittels einer Kronkorkenschablone (Prinzip einer Lehre (Technik)), die mindestens zwei Durchmesser aufweist: Der Durchmesser 28,8 mm hat locker ohne Kraftaufwendung über den Kronkorken zu passen. Im Durchmesser 28,6 mm hat der Kronkorken stecken zu bleiben.

Andere Verwendungen

Kronkorken werden auf vielerlei Arten verwendet. Gut geeignet sind sie für die Variante des von Kindern und Jugendlichen praktizierten Geschicklichkeitsspiels Englisch Fußball.
Im Kunst- und Musikunterricht an Grund- und Sonderschulen dienen sie zur Anfertigung von Rassel- und Geräuschinstrumenten.

In armen Ländern verwendet man Kronkorken unter anderem auch als Spielsteine zum Damebrett. Die schwarzen Figuren zeigen dabei die Rückseite, die weißen die Innenseite, und Kronkorken lassen sich später auch in beiden Varianten leicht zu einer Dame stapeln.
Auf die gleiche Weise kann man mit den Kronkorken auch Mühle oder andere Spiele spielen, die darauf aufbauen, dass zwei Spieler unterschiedlich farbige Spielsteine haben.

Kronkorken erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Sammlern. Der Wert variiert und hängt je nach Sammelart davon ab, wie alt bzw. wie selten die Kronkorken sind oder auch davon, ob die Kronkorken fabrikneu sind oder von einer Flasche entfernt wurden.

Abfalltechnisch stellen Kronkorken einen recyclingfähigen Rohstoff dar. In Deutschland ist daher die vom Restmüll getrennte Entsorgung als Verpackung vorgesehen (vgl. Grüner Punkt).

http://de.wikipedia.org/wiki/Kronkorken


Bügelverschluss

Der Bügelverschluss ist ein mit einer Drahtfeder dicht schließender, meist aus Porzellan hergestellter Zapfen mit einem Gummidichtungsring zum Verschließen von Getränkeflaschen, die auf Grund ihres Kohlensäuregehaltes unter Druck stehen.

Erfindung

Erfunden wurde der Bügelverschluss nach 1875 vom Berliner Fabrikanten Nicolai Fritzner. Andere Quellen behaupten, dass Karl Hutter, geboren im Westerwaldort Wallmerod, die Bügelflasche erfunden haben soll. Demnach erwarb er Ende des 19. Jahrhunderts in den USA das Patent für den Bügelverschluss und verhalf diesem mit viel unternehmerischer Tatkraft zum weltweiten Siegeszug.

Damit wurden die bis dahin wenig erfolgreichen Versuche beendet, Ton- und Glasflaschen mit dem schäumenden Bier transportsicher zu verschließen, weder Korken noch Gummizapfen konnten ohne zusätzliche Sicherung mit Schnur oder Draht dem inneren Druck von Kohlensäure im Bier standhalten.

Neben den Flaschen aus Ton gab es seit 1780 bereits Glasflaschen, diese waren meist grün, ab etwa 1800 auch braun, mundgeblasen und bis dahin meistens mühsam mit Korkzapfen verschlossen. 1877 erhielt Nicolai Fritzner das Patent für seine Erfindung. Zuerst wurde der Drahtbügel mit einer Manschette am Flaschenhals befestigt. Ab 1885 wurden im Flaschenglas zwei gegenüberliegende Vertiefungen angebracht, in denen der Bügel verankert werden konnte.

Ähnliche Bügelverschlüsse wurden auch für andere Zwecke verwendet, zum Beispiel für Benzinkanister, Konservierungsgläser, aber auch zum Beispiel für Leitungsanschlüsse für Flüssigkeiten oder Gase usw.

Konkurrenzverschlüsse

Der „traditionelle“ Bügelverschluss verfügt über einige Nachteile. Die Dichtgummis werden auf dem Porzellankopf sitzend mit der Flasche gewaschen. Schmutz zwischen Dichtung und Porzellankopf kann nur unzureichend entfernt werden. Falls sich in der Flasche Fremdstoffe befinden, kann das Aroma auf den Gummi übergehen und wird bei der Reinigung nicht entfernt. Beim Waschen kann der Verschluss vor der Flaschenmündung sitzen, sodass die Flasche unzureichend gereinigt wird. Die Dichtigkeit ist deutlich schlechter als bei anderen Verschlüssen. Die Verschließer sind komplexe Maschinen, und die Flaschen werden auf offenen Transportbahnen den Verschließern zugeführt.

Der Kronkorken, der nur 15 Jahre nach dem Bügelverschluss in den USA patentiert wurde, setzte sich in der Getränkeindustrie durch: Auf Grund geringerer Kosten, einfacherer Abfüllanlagen und Flaschenreinigung. Brauereien ersetzten den Bügelverschluss nicht nur aus Kostengründen, sondern auch wegen großer technischer Mängel durch Kronkorken.
Brauereien verwenden heute Bügelverschlussflaschen vor allem aus Marketinggründen, denn ein Schraubverschluss bietet auch eine Wiederverschließbarkeit ohne die Nachteile des Bügelverschlusses. Inzwischen wurden durch eine Weiterentwicklung der Technologie alte Schwachpunkte von Bügelverschlüssen umgangen. So werden heute Kunststoffköpfe statt Porzellanköpfe verwendet. Die Dichtungsringe können fest mit den Kunststoffköpfen verbunden (thermisch, nicht geklebt!) werden, um die Reinigung zu erleichtern und die Dichtigkeit zu verbessern. Die Haltbarkeit der Bügelflaschen liegt derzeit trotzdem nur ungefähr bei der Hälfte der Befüllungen einer Kronkorkenflasche.

Renaissance ab 1980

Eine Renaissance erlebt die Bügelflasche seit den 1980er-Jahren vor allem durch den Werner-Comic, in dem sie häufig zum Einsatz kommt, und durch das Ploppgeräusch beim Öffnen einen neuen Kultstatus. Gerade Bierflaschen mit Bügelverschluss, lautmalerisch auch „Plopps“ genannt, genießen steigende Bekanntheit wie Beliebtheit nicht nur aus Nostalgiegründen und wegen des charakteristischen Ploppklangs, sondern auch wegen der Möglichkeit, die Flasche wieder zu schließen und das Bier somit länger als beim Kronkorken frisch zu halten. Insbesondere kleinere Bierbrauereien und gehobene Biersorten, z. B. Bockbiere, zielen mit ihren oft ausgefallenen Bügelflaschen auf Bierfreunde nebst Sammlern, wodurch zumindest in Deutschland in den letzten Jahren die Zahl der Biere mit Bügelverschluss gestiegen ist. Der spezielle Wert, den der Bügel bei der Vermarktung spielt, lässt sich dabei sowohl in der Bedeutung des typischen Ploppgeräusches bei der Vermarktung der Flensburger Brauerei sehen, wie auch anhand der Tatsache, dass das Dithmarscher Pils vor allem als Beugelbuddelbeer ("Bügelflaschenbier") beworben wird.

Marktführer beim Bügelverschluss

Deutscher Marktführer bei Bügelverschlussflaschen ist die Flensburger Brauerei mit einem Marktanteil von 16,7%. Sie erhielt öffentliche Förderung durch das Land Schleswig-Holstein für die Innovation des Bügelverschlusses, wobei das Öffnungsgeräusch des "Plopp" als verkaufsfördernd dargestellt wurde. Nachdem diese lange Zeit der einzige größere Anbieter dieser Verschlussart war, haben in den letzten Jahren andere Marken an Marktanteil gewonnen. So gab die Flensburger Brauerei den Verschluss an die schleswig-holsteinische Dithmarscher Brauerei weiter.[1]

http://de.wikipedia.org/wiki/Bügelflasche
Trinkhalle Heroldstraße 40 Dosen

In Österreich werden vorwiegend Export-Sorten auch in Dosen angeboten. Dabei werden Aluminiumdosen mit 0,33 l und 0,5 l Inhalt verwendet.

Eine Besonderheit ist das Faxe Pils, das in einer großen Dose mit einem Liter Fassungsvermögen verkauft wird. Man findet es in Deutschland häufig in Tankstellenshops. Es gibt auch 0,44 l Dosen. Diese werden oft fürs Ausland hergestellt.

In der Schweiz sind Dosen mit 0,33 l und 0,5 l Inhalt üblich. Verkauft werden diese einzeln oder in Gebinden zu sechs oder 24 Dosen.

In Großbritannien und Irland findet man neben den üblichen 0,33 l und 0,5 l Behältern auch Dosen, die einen Inhalt von 0,568 l aufweisen, welcher der Maßeinheit 1 Pint entspricht.
Trinkhalle Heroldstraße Fässer

BeerTender: 4 Liter, mit Zapfanlage; Mehrweggebinde Partyfass: 5 Liter, mit Zapfvorrichtung Pittermännchen: 10 Liter Kölsch; Deutschland Keggy: 12,5 Liter, mit Zapfvorrichtung und eingebauter CO2-Kapsel Hirsch: 200 Liter, Bayern

http://de.wikipedia.org/wiki/Biermaße

Fassbier

Das Fassbier bezeichnet im Gegensatz zu Flaschen- oder Dosenbier das vom Fass (Bierfass) ausgeschenkte Bier. Die Brauereien füllen in der Regel 30- oder 50-Liter-Fässer ab (früher auch sehr oft 100-Liter-Fässer, die also einen ganzen Hektoliter beinhalteten), welche in Gaststätten oder Kneipen dazu verwendet werden, durch spezielle Zapfanlagen das Bier in Gläser zu füllen.

Während früher gesagt wurde: Ein gut gezapftes Pils braucht sieben Minuten, ist es durch die Verwendung von Kompensatorhähnen inzwischen so, dass eine feinporige Schaumkrone in zwei bis drei Minuten erzielt werden kann, wodurch das gezapfte Bier weniger Zimmertemperatur annimmt und absteht (Kohlensäure verliert), also frischer ist. Als Treibmittel in einer Zapfanlage wird Kohlendioxid verwendet, bei irischem Stout (z. B. Guinness) hingegen Stickstoff (der Stickstoff ersetzt den Pumpdruck, der das Bier früher ins Glas transportierte: zweimal gepumpt ergab ein Pint).

Beim Konzept der Bag-In-Box wird dem Bier vor dem Abfüllen die Kohlensäure entzogen und erst während des Ausschenkens mittels eines Bier-Carbonators wieder zugeführt. Ein Bier-Bag fasst 25 Liter in einem rechteckigen Karton. Entwickelt wurde dieses System von der bayerischen Regionalbrauerei Ankerbräu in Nördlingen, die Markteinführung begann im April 2007.
Trinkhalle Heroldstraße Zapfanlage

Eine Zapfanlage ist eine Vorrichtung, mit der Getränke aus Vorratsbehältern (oftmals Kegs) in Trinkgefäße abgefüllt werden. Die Anlage besteht aus einem Zapfhahn und Armaturen für den Anschluss der Vorratsbehälter, normalerweise Fässer, dazu eine Pumpe oder eine Kohlendioxidbombe mit Druckminderer. Für das Erwärmen oder Kühlen der Getränke kann die Zapfanlage mit einer entsprechenden Ausrüstung versehen werden. Zapfanlagen werden in der Regel in der Gastronomie oder dort verwendet, wo Getränke in großer Menge ausgegeben werden. Die einzufüllende Menge kann dabei manuell oder automatisch dosiert werden.
Trinkhalle Immermannstraße-Schützenstraße Gewichtszunahme

Zwischenzeitlich wurde in Studien belegt, dass das Körpergewicht durch mäßigen Biergenuss theoretisch vermindert werden kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man nicht mehr als gewöhnlich isst. Darüber hinaus wurden auch günstige Wirkungen auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel, die Blutgerinnung und die Blutdruckregulation festgestellt. So nehmen zum Beispiel die arteriosklerosefördernden Cholesterinanteile (LDL) im Blut ab, während die schützend wirkenden Cholesterinanteile (HDL) zunehmen.

In der Praxis führt der regelmäßige Konsum von Bier dennoch häufig zur Gewichtszunahme, dem Bierbauch, da Bier im Vergleich zu anderen alkoholischen Getränken das Hungergefühl besonders intensiv verstärkt. Nicht umsonst wird in vielen Ländern Bier traditionell zusammen mit stärkehaltigen, kalorienreichen Snacks (in Japan mit Eda-Bohnen) konsumiert. Außerdem enthält Bier in Spuren Einfachzucker (Monosaccharide), die zur Entstehung von Übergewicht beitragen können. Zirka 93 % der leicht verdaulichen Kohlenhydrate sind Dextrine > 10 G, Oligosaccharide und Pentosen; der Rest Maltose und Maltotriose. Nicht nur im Deutschen wird ein dicker Bauch auch sprachlich in Beziehung zum Bier gesetzt: Auf Japanisch heißt ein dicker Bauch Biiruppara, auf Schwedisch ölmage. Beides heißt übersetzt „Bierbauch“. In Frankreich spricht man vom ventre Kro, dem „Kronenbourg-Bauch“, in Anspielung an den Kosenamen der größten französischen Bierbrauerei. In der österreichischen Mundart existiert der Begriff „Gössermuskel“, nach der steirischen Gösser-Brauerei. In Köln wird der Bierbauch nach dem gleichnamigen 10-l-Kölsch-Fass auch Pittermännchen genannt. Andere Bezeichnungen sind auch Veltinsmuskel, Hopfengeschwür, Pilsgeschwür, Hefespoiler, Paulaner-Muskel, Brauerei-Tumor oder regional Holstengeschwür.
Trinkhalle Nordmarkt Liste von Trinksprüchen

Ein Trinkspruch wird in vielen Kulturen beim gemeinsamen Konsum alkoholischer Getränke vor dem Trinken ausgesprochen. Üblicherweise wird dabei den Mittrinkenden auf die eine oder andere Weise Glück, Gesundheit und Ähnliches gewünscht. Trinksprüche sind Bestandteile der Trinkkultur. Im deutschsprachigen Bereich allgemein geläufig sind verschiedene Formen des „Prosit“.

Trinksprüche der Welt

Albanien Gëzuar! Australien Cheers! Brasilien Saúde! Bretagne Yeched mat Bolivien a'riva - a'bacho - a'centro - a'dentro Bulgarien Наздраве! (Nasdrawe!) Volksrepublik China Gan bei! Dänemark Skål Deutschland Prost!, Prosit Zum Wohl!, Zum Wohle!, (Zum) Wohlsein! Auf die Gesundheit!, Auf Dein Spezielles! Regional oder in eingeschränkten Sprachgruppen: Hopp, hopp, hopp, Schobbe in de Kopp (Rhein-Main-Gebiet, Pfalz) Nich lang schnacken - Kopp in´n Nacken! (Norddeutschland) England Cheers! Here's to you! Your health! Esperanto Je via sano! Estland Terviseks! Finnland Kippis! Hölkyn kölkyn! Terveydeksi! Frankreich (A votre) Santé! A la votre! Tchin-tchin! L'amour toujours! Georgien გაუმარჯოს! (gaumardjos) Griechenland Jámas! Jassas! Jassou! Irland Sláinte! Island Skál Israel lechájim! Italien Salute! Cincin! A chi ci vuole male A la Salute figli maschi un Brindisi! Japan 乾杯 (Kampai!) Korea 건배 (Geonbae)! Kuba Salud, amór y dinéro! Lettland Priekā! Litauen Į sveikatą! Luxemburg Prost Malta Evviva! Niederlande Proost! Gezondheid! Norwegen Skål! Österreich Prost!/Proscht! Zum Wohl! An Guatn! Gsundheit Polen (Na) zdrowie! Sto lat! Portugal Saúde! Rumänien Noroc! Russland za (vasche) zdorovje! Nazdarovje! Schottland Slainte mhath! Schweden Skål Schweiz Proscht! Prost! Zum Wohl! Santé! Gesundheit! Viva! Serbien Na Zdravlje! Ziveli! Skandinavien Skål Slowakei Nazdravie! Slowenien Na zdravje! Spanien Salud! Tschechien Na zdraví! Türkei Şerefe! Yarasın! Ukraine Budmo! Ungarn Egészségére! (auf Ihr Wohl!) Egészségedre! (auf dein Wohl!) Egészségünkre! (auf unser Wohl!) Wales Iechyd da!
Trinkhalle Im Spaehenfelde 2b Bierbauch

Ein Bierbauch (auch Schmerbauch, Plauze, Wanst, Wampe, im süddeutschen, mitteldeutschen und schweizerischen Raum Ranzen, in Bayern auch Knödelfriedhof, scherzhaft in Österreich Gössermuskel) ist ein dicker Bauch, der angeblich durch den Konsum von Bier entstehen soll. Dieser Zusammenhang ist umstritten, obwohl ein Bier Pilsener Brauart mit ca. 540 kJ pro 0,3 l einen höheren Brennwert als z. B. die häufig aufgrund ihres hohen Zuckergehaltes kritisierte Cola (515 kJ pro 0,3 l) hat – allerdings einen deutlich niedrigeren als z. B. Rotwein (ca. 850 kJ pro 0,3 l) – was maßgeblich auf den Alkoholgehalt zurückzuführen ist. Eine Fetteinlagerung in Form eines Bierbauches tritt fast ausschließlich bei Männern auf, was mit der geschlechtsspezifischen Fettverteilung im Körper zusammenhängt.

Bierkonsum erhöht den Puls, verstärkt die Magensäureproduktion, und der in ihm enthaltene Alkohol entzieht dem Körper beim Abbau Nährstoffe. Durch Faktoren wie diese wird insbesondere der Hunger angeregt; des Weiteren sinkt mit fortschreitendem Konsum die Fähigkeit zur Selbstkontrolle, wodurch man durchaus oft zu viel isst.

In größeren Mengen kann Bier auch ausreichend Energie liefern, um direkt Ursache für Übergewicht zu sein. Der Alkohol an sich wird aber auch verbrannt (29 kJ/g); insgesamt enthält ein Liter Bier 1,8 MJ – das entspricht dem Energiewert von etwa 80 g Schokolade. Spezielle Biersorten enthalten mit 2 bis 3,66 MJ pro Liter aber durchaus das Doppelte dieses Energiegehaltes.

Der sogenannte Bierbauch wird von einigen Forschern als eine genetische Veranlagung zur Fettansammlung im Bauchraum gedeutet. Dies geht meist mit Übergewicht bzw. Adipositas (engl. obesity, lat. obesitas) einher und belastet den Stoffwechsel bzw. Herz und Blutgefäße besonders ausgeprägt (Arteriosklerose, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörung sind klinisch bei „Bierbauchträgern“ gehäuft zu finden). Besonders betroffen ist fast immer die durch Lipideinlagerung massiv vergrößerte Fettleber – erst in späteren Stadien der Alkoholkrankheit (auch hier gelten beachtliche genetische Unterschiede für das Fortschreiten der Schäden) kommt es zur Leberzirrhose, die dann mit Fettgewebsverlusten und vermehrter Wasseransammlung im Bauch (Bauchwassersucht oder Aszites) einhergeht. Betroffene zeigen in diesem fortgeschrittenen Stadium – oftmals infolge mangelhafter Betätigung der Muskulatur bzw. vor allem bei chronischem Alkoholmissbrauch – sehr typische, toxische Schäden der peripheren Nervenstränge, disproportional dünne Arme und Beine und wegen der rumpfbetonenden Massezunahme eine kugelförmige Gestalt.

Nicht aufgrund des Hopfens, sondern infolge des gestörten Hormonmetabolismus bei ausgeprägtem Leberschaden kann es zu vermehrtem Brustdrüsen-Wachstum bei Männern (Gynäkomastie) kommen. Zu bedenken ist auch die hohe Rate von nächtlichen Atemstörungen mit nachfolgenden Schäden des Herz-Kreislauf-Systems bei höherem Bierkonsum (über 1–2 l pro Tag), wodurch mangelhafte Eigenbewegung und unausgeglichene Energiebilanz verstärkt werden.

Das Übergewicht vieler Biertrinker kommt durch ein Übermaß an Nahrungszufuhr zustande und verteilt sich – ebenfalls genetisch bedingt – ungleichmäßig im Körper. Von Seiten der Bierproduzenten wird gern eine englische Studie zitiert, wonach der Bierkonsum nicht mit dem Bauchumfang bei Männern korreliert sei (2003); diese Entwarnung ist zumindest für Mitteleuropa zu bezweifeln.

Tatsache ist nämlich, dass in Wohlstandsgebieten ungesund hoher Bierkonsum mit Bewegungsmangel sowie mit übermäßiger Nahrungsaufnahme und darüber hinaus mit stark eingeschränkter Selbstkritik verbunden ist. Deshalb liegt es nahe, für bestimmte Regionen Bier als „Volksdroge Nr. 1“ zu bezeichnen. Abstinenz führt keineswegs zu einer schnellen Rückbildung der Bauchform, weil diese eben in erster Linie Folge von Überernährung ist und nicht kurzlebiger alkoholspezifischer Effekt. Die bayerisch-österreichische Variante, wonach der Bierbauch als „Backhendl-Friedhof“ oder „Haxenwampe“ bezeichnet wird, trifft den ursächlichen Sachverhalt wesentlich präziser.

Neuerdings gilt der Bauchumfang als der bessere Indikator für die Adipositas (Fettleibigkeit) verglichen mit dem BMI (Body-Mass-Index), und es sind weltweit immerhin 25 % aller Männer adipös (BMI ab 30), bei den Frauen 27 %. Als übergewichtig (BMI 25-30) sind 40 % der Männer und 30 % der Frauen einzustufen. Außer in Mittel- und Ostasien waren in allen Regionen – ohne Einrechnung der US-Bevölkerung – 60 % der Männer (in Deutschland 2/3) und 50 % der Frauen entweder übergewichtig oder adipös. Ihr medianer Bauchumfang lag für Männer bei 95 cm, für Frauen bei 88 cm. Dies ergab eine internationale Studie in Arztpraxen.
Trinkhalle Johanna Melzer Straße Stärkste Biere

Als stärkstes Bier der Welt mit einem Alkoholgehalt von 28 Prozent wird häufig das in New Brighton (USA) gebraute Barley Johns Rosies Ale bezeichnet. Der hohe Alkoholgehalt wird unter anderem durch drei aufeinanderfolgende Zugaben von Kandierzucker und Champagner-Hefe erzielt.

Das laut Guinness-Buch der Rekorde (seit 1994) stärkste Bier der Welt (nach Stammwürze) ist das „Vetter 33“ aus Vetter’s Alt Heidelberger Brauhaus. Silvester 1987 kredenzte Braumeister Rudolf J. Kasper zum ersten Mal den sehr gehaltvollen Trunk, als er eine Wette mit Herrn Vetter und dem Vetter-Team abschloss, indem er beweisen wollte, dass er das stärkste Bier der Welt brauen kann. Mit seinem „Vetter 33“ bot er ein Starkbier als Hausmarke mit einer Stammwürze, die zwischen 33,19 Gewichts- und 37,91 Volumenprozent lag.

Eines der stärksten Biere Europas ist das Samichlaus-Bier (Santa-Claus-Bier). Es wird in der Brauerei „Schloss Eggenberg“ in Österreich gebraut und hat einen Alkoholgehalt von 14 Prozent und eine Stammwürze von 32 Prozent. Die Brauerei „Schloss Eggenberg“ übernahm Name und Rezept von der (durch die Feldschlösschen Getränke AG aufgekauften und geschlossenen) Brauerei Hürlimann in Zürich.

Als das stärkste Bier Deutschlands wird häufig der „Donnerbock“ bezeichnet. Es hat einen Alkoholgehalt von 13 Prozent (Stammwürze: 25 Prozent) und löste damit das aus Kulmbach stammende EKU 28 („Kulmbacher Kulminator“) ab. Letzteres galt für viele Jahre als das stärkste Bier der Welt.
Trinkhalle Kleiststraße Sonstiges

Zwei Fässer Bier waren 1836 die erste Fracht, die in Deutschland mit der Eisenbahn befördert wurde. Das geschah auf der Bahnstrecke von Nürnberg nach Fürth[9].

In den USA wird Bier mit einem Alkoholgehalt, der über dem einzuhaltenden Maximum von 4,5 Prozent liegt, aufgrund der vielfältigen Gesetzgebung zu alkoholischen Getränken oft nicht als beer, sondern als malt liquor verkauft.

In Schweden ist Bier mit über 3,5 Prozent nicht frei im Handel erhältlich, sondern nur in Filialen der staatlichen Kette Systembolaget. Finnland ist dabei etwas großzügiger: Hier ist Bier bis 4,7 Prozent im freien Handel erhältlich, während höherprozentiges Bier nur in den staatlichen sogenannten „Alko“-Läden verkauft wird.

Die höchste Brauereidichte der Welt gibt es in Oberfranken (siehe hierzu die Liste der Brauereien in Bayern). Deshalb wird diese Gegend auch Bierfranken genannt – im Gegensatz zum westlich davon liegenden Weinfranken, womit der größeren Bedeutung des Weinbaus in Unterfranken Rechnung getragen wird.

Bier hat etwa 8000 Inhaltsstoffe, darunter mehr als 400 Duftstoffe. Im Vergleich dazu: Wein enthält ca. 1200 verschiedene Stoffe.

Der Codex Hammurapi, eine der ältesten Gesetzessammlungen der Welt, widmet sich besonders ausführlich auch dem Bier: Zahlreiche Paragraphen beschäftigen sich mit seiner Herstellung, dem Bierpreis und seiner Zuteilung. So hatten babylonische Provinzverwalter und Hohepriester Anrecht auf die Höchstmenge von rund fünf Litern pro Tag, den Hofdamen des Königs standen immerhin noch drei Liter zu.[10]

In Biergärten und anderen Ausschankörtlichkeiten hat das Bier aus Fässern zumeist dieselbe Temperatur, wohingegen viele Menschen sehr individuelle Vorlieben bezüglich der richtigen Temperatur bei einem Bier haben. Daher gibt es sogenannte Bierwärmer, mit denen ein Bier individuell temperiert werden kann.

In Bayern existierte bis April 1958 eine Bierpreisbindung, vergleichbar der heutigen Buchpreisbindung in Deutschland und Österreich.[11]
Trinkhalle Krimstraße Freibier

Freibier bezeichnet den kostenlosen Ausschank von Fassbier oder die kostenfreie Abgabe von Flaschen- oder Dosenbier.

Der älteste bekannte Ausschank von Freibier fand im alten Ägypten statt. Ungefähr ein Zehntel der jährlichen Feiertage waren der Trunkenheit gewidmet. Um die Untertanen gewogen zu stimmen, schenkten Pharaonen ihren Untertanen Freibier aus.

1848 verhinderte der Ausschank von Freibier in München möglicherweise blutige Unruhen. Der unbeliebte König Ludwig I. (Großvater von Ludwig II.) hatte die Münchner durch sein autoritäres Wesen und auch seine Affäre mit der irischen Hochstaplerin "Lola Montez" gegen sich aufgebracht. Eine Volksmenge stürmte das mittelalterliche Zeughaus am Jakobsplatz (heute Stadtmuseum), bewaffnete sich mit Helmen, Schwertern, Hellebarden und Schilden und marschierte zur königlichen Residenz, wo sie Fensterscheiben einwarf. Der bedrohte Ludwig I. reagierte besonnen und ließ, anders als der preußische König, nicht auf seine Münchner schießen. Er rief seinen beim Volk beliebten Bruder Carl, der Freibier ausschenken ließ. Die Menge beruhigte sich und brachte sogar den größten Teil der mittelalterlichen Waffen ins Zeughaus zurück, das danach aufgelöst wurde.

Ursprünglich erhielten die Arbeiter der Brauereien täglich und später wöchentlich zusätzlich zu ihrem Lohn oder Gehalt eine bestimmte Ration des Produktes, an dessen Erzeugung sie beteiligt waren. Die Menge variierte je nach Beschäftigungsgrad. Diese als Freibier bezeichnete zusätzliche Leistung des Unternehmens übertrug sich auch auf die Gabe von Freigetränken durch andere Personen und Firmen. Besonders zu Hochzeiten von Adligen oder später von begüterten Bürgern einer Hansestadt war es üblich, Freibier und freie Kost auch an das gemeine Volk auszugeben.

Die Abgabe von Freibier an Brauereibeschäftigte ist noch heute, zumindest in Deutschland, gang und gäbe. Im Allgemeinen wird diese Vergütung „Haustrunk“ oder auch Deputat genannt und liegt zwischen 40 und 100 Litern pro Monat. Die Brauereien bestanden in früheren Zeiten darauf, dass dieser Haustrunk in der Brauerei am sogenannten „Stern“ (altertümlich auch Sternen in der Brauersprache genannt) genossen wurde, um dadurch einen privaten Weiterverkauf auszuschließen. Da der Genuss von Bier bei der Arbeit in der Regel durch deutsche Gesetze, Verordnungen oder Arbeitsschutzbestimmungen eingeschränkt ist, geben inzwischen die meisten Brauereien dieses Deputat Kasten- oder Faßweise zur Mitnahme nach Hause an ihre Beschäftigten ab.
Trinkhalle Leibnizstraße Bierprobe

Die Bierprobe oder Bierbeschau dient, ähnlich der Weinprobe, zur Qualitätsüberprüfung des Bieres durch Verkosten (Geruchs- und Geschmacksprüfung) und mit Hilfe der Computeranalyse. Sie ist heute ein wichtiges Mittel um die Einhaltung des Reinheitsgebots zu überprüfen und im Zeitalter der regelmäßigen Lebensmittelkontrollen nicht mehr wegzudenken.

Bierverkostung

Bei der Bierverkostung spielt neben Geruchs- und Geschmackssinn auch das Auge eine Rolle, um das Ergebnis des Brauprozesses zu beurteilen. Bei guter Beleuchtung und lichtdurchlässigen Gläsern wird Farbe, Schaum und Blasenbildung geprüft. Beim Geruchssinn werden Hopfengabe, Hefen und deren Gärungsnebenprodukte beurteilt; dabei unterscheidet man primäre Gerüche und sekundäre Gerüche (mit und ohne Bewegung des Glases wahrgenommen). Mit den Geschmackssinn wird der „Körper“ des Bieres bewertet: die Rezenz („Spritzigkeit“), Säure- und Zuckergehalt sowie Alkohol und Bitterstoffe aus dem Hopfen.

Historische Methoden

Im 15. und 16. Jahrhundert bediente man sich vielerorts mit Hilfe der Lederhose einer kuriosen und recht anschaulichen Methode, um die Einhaltung des Reinheitsgebots zu überprüfen. Dazu benötigte man eine naturbelassene, hölzerne Bierbank aus Eichenholz. Der Brauer goss die erste gezapfte Maß des frisch gebrauten Bieres gleichmäßig über die hölzerne Bierbank. Nun setzten sich zwei oder drei Burschen mit ihren Lederhosen darauf und blieben ein bis zwei Stunden (nach der Sanduhr) ruhig sitzen. Während dieser Zeit reichte man den Burschen reichlich Speis und Trank und wartete geduldig, bis sich die Lederhosen mit dem Bier vollsogen und es in die Lederhosen hineintrocknete. Danach standen alle Burschen gleichzeitig auf; blieb die Bank nicht am Boden stehen sondern ging sie mit in die Höhe, weil sie den Burschen fest am „Hintern kleben (!)“ blieb, so hatte der Brauer nicht an Malz gespart und der Sud war gelungen. Es befand sich genügend klebriger Malzzucker im Bier. Der Brauer hatte die Prüfung bestanden und das Bier durfte ausgeschenkt und verkauft werden. Mit dem technischen Fortschritt und den daraus resultierenden modernen Analyseverfahren verschwand ab dem 17. Jahrhundert zunehmend die Prüfmethode mit dem Hosenboden und geriet in Vergessenheit.
Trinkhalle Leibnizstraße Trinkgelage

Als Trinkgelage bezeichnet man eine Zusammenkunft mehrerer Personen, die vor allem dem ausgiebigen Konsum von Alkohol dient. Im englischen Sprachraum spricht man von Binge Drinking. Die antiken Trinkgelage wurden Symposion genannt.
Trinkhalle Lessingstraße Geschichte

Griechen

Bei den Griechen begann das Trinkgelage (συμπόσιον, symposion, „gemeinsames Trinken“) nach der Beendigung des eigentlichen Festmahls (Gastmahl), wenn der Nachtisch aufgetragen und dem „guten Geist“ ein Trankopfer dargebracht worden war. Teilnehmen durften ausschließlich Männer.

Gäste, welche an dem Trinkgelage nicht teilnehmen wollten, waren berechtigt, sich beim Auftragen des Desserts zu entfernen. Getrunken wurde nur mit kaltem oder warmem Wasser gemischter Wein; das kalte Getränk wurde noch mit Schnee gekühlt.

Die Mischung selbst geschah im Mischgefäß (κράτηρ, Krater), gewöhnlich im Verhältnis von drei Teilen Wasser zu einem Teil Wein. Αus dem Krater wurde dann das Getränk mit dem Schöpfer (Οἰνοχόη, Oinochoe, „Weingießer“) in die Becher gefüllt. Man trank rote, weiße und gelbe Weine und mischte diese Sorten miteinander; außerdem wurden Gewürze oder Honig zugesetzt. Auch Obstweine wurden getrunken.

Die Leitung des Gelages übernahm ein von der Gesellschaft gewählter oder durch das Los bestimmter Vorsteher (συμποσιάρχος, βασιλεύς, ἄρχων τῆς πόσεως, Symposiarchos, basileus, archon tes poseos, „Vorsitzender des Gelages, König, Vorsitzender des Trinkens“). Dieser setzte das Mischungsverhältnis fest: Bis zu zehn Teile Wasser pro Teil Wein ist überliefert, meist war der Weinanteil jedoch höher. Auch bestimmte er die Zahl der von jedem zu trinkenden Becher, die Regeln, nach denen getrunken wurde und legte für Verstöße gegen diese Regeln Strafen fest, die gewöhnlich darin bestanden, dass ein Becher in einem Zug geleert werden musste.

Bei manchen Gelagen war das erklärte Ziel die Trunkenheit der Teilnehmer (πίνειν πρὸς βίον,pinein pros bion, „aufs Leben trinken“). Auch das Zutrinken auf die Anwesenden der Reihe nach um den Tisch herum (ἐπὶ δεξιά, epi dexia, „rechtsrum“) und von Person zu Person waren Sitte.

Bei diesen Gelagen spielte auch die geistreiche witzige Unterhaltung eine wichtige Rolle. Oft traten Flöten- und Zitherspielerinnen (Κιθαρισταί, Kitharistai, „Kitharistinnen“) auf, jugendliche Sklaven zeigten mimische Darstellungen und Gaukler und Gauklerinnen zeigten ihr Können. Teilweise amüsierte man sich auch beim Kottabos (griechisch: κοτταβος), ein von den Griechen hauptsächlich im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. vor allem bei Trinkgelagen gespielten Geschicklichkeitsspiel.

Wer im Wettkampf das meiste vertrug, erhielt zur Belohnung einen Kuchen; die Eingeschlafenen wurden verhöhnt und mit Wein begossen.
Trinkhalle Mallinckrodtstraße Römer

Im antiken Rom wurde die Abhaltung besonderer Trinkgelage, welche sich ebenfalls an die Hauptmahlzeit abends anzuschließen pflegten, erst üblich, nachdem die Römer griechische Sitten angenommen hatten. Auch hier wurde das Trinken systematisch betrieben, und man hielt sich ziemlich streng an das griechische Vorbild. Bei den Römern waren teilweise Frauen zu den Gelagen zugelassen.

Eine besondere Sitte stellte das ad numerum bibere dar, wobei man so viele Becher leerte, wie der Name des zu feiernden Buchstaben enthielt oder wie viele Lebensjahre man ihm wünschte. Das Trinken in der Runde (Circumpotatio) artete vor allem bei den Leichenschmäusen derartig aus, dass dieser Brauch durch besondere Gesetze der Decemviri verboten wurde. Während des Gelages spendete man den Göttern zahlreiche Trankopfer. Um den Durst zu fördern, wurden pikante Leckerbissen serviert.
Trinkhalle Mallinckrodtstraße Germanen

Für die Germanen sind ebenfalls Angaben über Trinkgelage überliefert. Diese fanden auch Eingang in die religiösen Vorstellungen: Die Seligkeit in Walhall bestand ihrer Glaubensvorstellung nach vornehmlich in der Teilnahme an ewigen Göttergelagen, bei denen die Helden Met tranken; nur Odin war Wein vorbehalten. An Getränken fehlte es in der Walhalla nie, denn die unerschöpfliche Ziege Heidrun füllte stets die Schale neu mit schäumendem Met. Auf Erden wurden zu Ehren der heidnischen Götter Trinkfeste veranstaltet, den Göttern selbst wurden reichliche Trankopfer dargebracht, anfänglich von Met, später von Wein.

So oft der Priester opferte, goss er ein Horn zu Füßen des Götterbildes aus, füllte es wieder und trank ihm zu. In den Tempeln wurden die Becher in folgender Ordnung geleert: der erste zu Ehren Odins, der zweite zu Ehren Thors und der Freyja, der dritte zum Gedächtnis berühmter Helden (Bragakelch) und der vierte zum Andenken gestorbener Freunde (Minnebecher).
Trinkhalle Mallinckrodtstraße Mittelalter

Auch im Mittelalter waren Trinkgelage üblich. „Sänger sangen Lieder und spielten die Harfe dazu; umher saßen Zuhörer bei ehernen Bechern und tranken wie Rasende Gesundheiten um die Wette. Wer nicht mitmachte, ward für einen Thoren gehalten. Man muss sich glücklich preisen, nach solchem Trinken noch zu leben.“ So erzählt der römische Schriftsteller Venantius Fortunatus. In gefüllten Bechern brachte man sich die vorgeschriebenen Höflichkeiten dar: Willkommen, Valettrunk, Ehrentrunk, Rund-, Kundschafts- und Freundschaftstrunk. Hieran schloss sich das nach ganz bestimmten Regeln geordnete Zu- und Vortrinken und das Wetttrinken. Das Trinken wurde von den Fürsten durch Trinkordnungen geregelt.

Die Chroniken des 15. und 16. Jahrhunderts berichten über die mit größter Verschwendung und Pracht gefeierten Trinkfeste an den Höfen; der Wein wurde in großen Mengen getrunken, so dass am Schluss alle Anwesenden volltrunken waren. Besonders berühmt waren die Zechgelage am Hof Augusts des Starken, wo die sächsischen Kavaliere die Aufgabe hatten, ihre polnischen Standesgenossen unter den Tisch zu trinken. Eine besondere Form bildeten die studentischen Zechgelage; besonders die Universität Tübingen war im Mittelalter dafür berühmt.

Ein Studentengelage jener Zeit beschreibt Johann Michael Moscherosch in seinen Wunderlichen und wahrhaften Gesichten Philanders von Sittewalt. Hans Sachs gibt in seinem Gedicht Wer erstlich hat erfunden das Bier eine drastische Beschreibung eines Saufgelages.
Trinkhalle Mallinckrodtstraße Gegenwart

In der Gegenwart werden traditionelle Trinkgelage, d. h. Festversammlungen, bei denen das ritualisierte Trinken Hauptanlass und Alleinzweck ist, seltener abgehalten. Vor allem Studentenverbindungen wird oft unterstellt, dass dort solche Veranstaltungen noch üblich seien (siehe Kneipe (Studentenverbindung)). Allerdings gehören zu privaten und kommerziellen Partys und Veranstaltungen oft auch Trinkgelage. Ein besonderes Phänomen stellt in diesem Kontext die umgangssprachlich so genannte Ballermannkultur dar.

Flatrate-Partys

Flatrate-Party oder All-You-Can-Drink-Party ist die Bezeichnung für kommerzielle Veranstaltungen, bei denen alkoholische Getränke ohne Begrenzung der Menge zu einem Pauschalpreis ausgeschenkt werden. Dabei ist der Eintrittspreis zu der eigentlichen Party oft enthalten und die Auswahl an Getränken auf einen bestimmten Zeitraum und auf gewisse Getränkearten begrenzt. In der Regel stehen neben alkoholfreien Getränken Bier und eine Auswahl an hochprozentigen Drinks zur Verfügung. Trotz des Pauschalpreises und hohen Alkoholkonsums lassen sich mit der Organisation von Flatrate-Partys Gewinne erzielen. Kritisiert wird, dass mit derartigen Veranstaltungen das Rauschtrinken (Binge-drinking) vor allem bei Jugendlichen gefördert wird.
Trinkhalle Mallinckrodtstraße 118 Reinheitsgebot

Als Reinheitsgebot bezeichnet man (vor allem in Deutschland) eine gesetzliche Regelung über erlaubte Inhaltsstoffe im Bier. Vereinfacht wird diese Regelung landläufig bis heute noch so verstanden, dass ins Bier nur Hopfen, Malz und Wasser gehöre, was jedoch nur noch teilweise der tatsächlichen Rechtslage entspricht.

Geschichte

Das Reinheitsgebot (genaugenommen: die gesetzliche Regelung erlaubter Zutaten für Bier) hat eine mittlerweile fast fünfhundert Jahre alte Geschichte. Im Laufe dieser Zeit hat es vier wesentliche Ausprägungen durchlebt:

Diverse lokale Verordnungen in und außerhalb Bayerns wie z. B. im thüringischen Weißensee. Im "Stadt Buch" von 1434 entdeckte man z. B. die "Statuta thaberna" (Wirtshausgesetz), in der „mannigfaltige Gesetze“ über das „Benehmen in Wirtshäusern“ und das Brauen von Bier enthalten sind. Das Augenmerk galt einer Vorschrift, die dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gleicht. Im Artikel 12 der "Statuta thaberna" heißt es : "Zu dem Bier brauen soll man nicht mehr nehmen als soviel Malz, als man zu den drei Gebräuen von dreizehn Maltern an ein Viertel Gerstenmalz braucht... Es sollen auch nicht in das Bier weder Harz noch keinerlei andere Ungeferck. Dazu soll man nichts anderes geben als Hopfen, Malz und Wasser ('hophin malcz und wasser'). Das verbietet man bei zwei Mark, und derjenige muß die Stadt für vier Wochen räumen."[1]

Das bayerische Reinheitsgebot von 1516 ist im Unterschied zu früheren Brauordnungen landesweit verordnet worden.

Die Übernahme in nationales Recht, insbesondere das Deutsche Reinheitsgebot, ist definiert im deutschen Biersteuergesetz. Dies erfolgte im Jahr 1906 – gegen heftigen Protest der deutschen Brauwirtschaft, die zwar das „Surrogat-Verbot“ (das Verbot von Zucker oder unvermälztem Getreide in der Bierherstellung) akzeptierte, sich aber gegen eine reichsweite Harmonisierung der Biersteuer auf das bayerische Niveau sträubte. Die Überführung in EU-Recht im Zuge der Liberalisierung des EG-Binnenmarktes. Die erlaubten Zusatzstoffe werden in der „Zusatzstoffverordnung“ geregelt, Bier nach „Deutschem Reinheitsgebot“ wird als „traditionelles Lebensmittel“ geschützt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Reinheitsgebot

Trinkhalle Missundestraße Brauordnungen

Das bayerische Reinheitsgebot war nicht das erste Gesetz seiner Art: Von folgenden Städten ist ein älterer Erlass überliefert, der die Qualität des Bieres betraf: Augsburg (1156), München (1363), Nürnberg (1393), Regensburg (1447)[2], Eichstätt (1319), Landshut (1447). Einige dieser Verordnungen wurden erst in den letzten Jahrzehnten wieder entdeckt. Wahrscheinlich sind in vielen Fällen keine Zeugnisse mehr erhalten, sodass diese Aufzählung exemplarischen Charakter hat.

In Nürnberg wurde 1293 aufgrund einer Hungersnot erlassen, dass zum Bierbrauen nur Gerste und kein anderes Getreide verwendet werden darf. Im Wirtshausgesetz der Stadt Weißensee (Thüringen) wurden 1434 die Bestandteile für das Bierbrauen auf Wasser, Gerstenmalz und Hopfen eingeschränkt. Aufgrund seiner Ähnlichkeit zum späteren bayerischen Reinheitsgebot wird dieses Schriftstück auch als Weißenseer Reinheitsgebot bezeichnet. Ab 1453 gab es auch in München eine derartige Verordnung.

Zwischen diesen Stadtverordnungen und dem bald folgenden bayerischen Reinheitsgebot gibt es noch einen wichtigen Zwischenschritt: Herzog Georg der Reiche erließ für das Herzogtum Bayern-Landshut, das alte bayerische Kerngebiet, im Jahr 1493 die Vorschrift, dass die Brauer nur Malz, Hopfen und Wasser verwenden durften – „bey Vermeidung von Strafe an Leib und Gut“.
Trinkhalle Münsterstraße 93 Deutsches Biersteuergesetz

Das Deutsche Biersteuergesetz (BierStG) vom 9. Juli 1923 in der Fassung des Jahres 1952 regelte mit seinem § 9 Abs. 1 das Reinheitsgebot für die Bundesrepublik Deutschland. Für untergäriges Bier waren Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser als Zutaten zugelassen. Für obergäriges Bier waren auch andere Malzsorten sowie definierte Zuckerarten und Farbstoffe erlaubt. Der vormalige § 10 Abs. 1 BierStG verbot das Inverkehrbringen von mit Zusatzstoffen hergestellten Bieren. Ausgenommen von diesen Regelungen waren schon hier die Hobbybrauer, die Bier nur in ganz geringen Mengen herstellen. Außerdem konnten Ausnahmen gestattet werden für die Bereitung besonderer Biere und für Biere, die zum Export bestimmt waren. Daneben regelte das Biersteuergesetz, zu welchen Zeitpunkten im Brauprozess bestimmte Schritte (zum Beispiel die Zugabe von Wasser) erlaubt waren und wann nicht.

Dieses Gesetz führte dazu, dass zum Beispiel tschechische Brauereien zweierlei Bier brauten: für den deutschen Markt und für den Rest der Welt. Das in Deutschland verkaufte tschechische Bier schmeckte deutlich anders als identische Marken im Ursprungsland.
Auf Grund einer Klage der EWG-Kommission im Jahre 1984 entschied der Europäische Gerichtshof am 12. März 1987, dass das Verbot, ausländische Biere, die nicht nach den deutschen Regeln hergestellt wurden, in Deutschland unter der Bezeichnung „Bier“ zu verkaufen, gegen die Warenverkehrsfreiheit des EWG-Vertrages verstößt (EuGH, Rs. 178/84, Slg. 1987, 1227 [3]). Die Beschränkung der Bezeichnung „Bier“ auf Produkte, die dem traditionellen deutschen Reinheitsgebot entsprachen, war nicht durch zwingende Erfordernisse des Verbraucherschutzes gerechtfertigt, weil dafür Kennzeichnungsregelungen ausreichend sind. Darüber hinaus war das absolute Verkehrsverbot für Biere mit Zusatzstoffen ungerechtfertigt, weil es unverhältnismäßig und auch nicht nach Art. 36 EWGV (heute Art. 30 EGV zwingende Gründe des Gemeinwohls) gerechtfertigt war.
Trinkhalle Münsterstraße Biergarten

Als Biergarten bezeichnet man einen besonderen Typ einer Gartenwirtschaft. Der Ursprung dieser Einrichtungen (im klassischen Sinne) ist in Bayern zu finden. Außerhalb Bayerns wird der Begriff "Biergarten" häufig generell für gastronomische Einrichtungen im Freien verwendet. Hierbei wird dort zwischenzeitlich zwischen Biergärten im Allgemeinen und Traditioneller Biergarten unterschieden, da Biergarten zum modischen Ausdruck wurde und auch bisher Gartenterrassen genannte Außenbereiche Biergärten genannt werden. Die traditionelle Bezeichnung in Franken ist Bierkeller.

Charakteristika

In diesem Absatz wird der im Ursprungsland Bayern typische Biergarten mit seiner Geschichte beschrieben. Charakteristisch für einen traditionellen Biergarten ist das Recht des Gastes, selbst mitgebrachte Speisen verzehren zu dürfen. Weiterhin sind Bäume und Holzbestuhlung Kennzeichen eines Biergartens, natürlich auch der Ausschank von Bier.[1] Idealerweise gehören auch Kiesfläche, Bänke (Biergarnitur) und deftiges Essen dazu. Als Unding werden jedoch Plastikstapelstühle, Schirme statt Bäume, Pflaster statt Kies sowie Cateringfood angesehen.

Geschichte

Biergärten entstanden in Bayern im 19. Jahrhundert in München, als vorwiegend untergäriges Bier getrunken wurde. Dieses durfte nur in den kalten Monaten hergestellt werden, so lautete ein entsprechendes Dekret von König Ludwig I., da die Gärung bei Temperaturen zwischen vier und acht Grad erfolgen musste. Damit auch im Sommer dieses Bier ausgeschenkt werden konnte, legten größere Bierbrauer in den Flusshängen der Isar Bierkeller an, in denen man in der Lage war, das gebraute Bier entsprechend gut kühl zu halten. Um die Durchschnittstemperatur des Lagers weiter zu senken, wurden Kastanien gepflanzt, die mit ihrem dichten Blätterwerk im Sommer guten Schatten boten und auf dem Boden des Hangs Kies gestreut. Allgemein wird angenommen, dass die Leute einen großen Maßkrug mitbrachten, um das gekaufte Bier mit nach Hause zu nehmen. In den heißen Sommermonaten wurde das Bier jedoch oft bereits direkt vor Ort getrunken. Von diesen "Kellerbiergärten" sind heute der Paulaner am Nockherberg sowie der Hofbräukeller erhalten. Die Keller von Bürgerbräukeller und Franziskaner bilden heute die Tiefgaragen der Motorama- und Franziskanerhof-Komplexe; die zugehörigen Biergärten existieren nicht mehr. Der nächste logische Schritt erfolgte bald und neben der reinen Lagerung wurden die Bierkeller bald auch für den Ausschank genutzt, indem man einfache Bänke und Tische unter die Bäume stellte. Dies führte dazu, dass diese Plätze bald ein beliebtes Ausflugsziel der Münchner wurden, sehr zum Verdruss der kleineren, in München verbliebenen Bierbrauer. Um der zunehmenden Abwanderung von Gästen entgegenzuwirken, traten diese an Ludwig I heran, der verfügte, dass die um München herumliegenden Bierkeller zwar weiterhin den Ausschank betreiben, dort jedoch keine Mahlzeiten servieren durften. Jeder, der dort essen wollte, musste die dafür notwendige Brotzeit nunmehr selbst mitbringen. Diese Verfügung ist inzwischen zwar nicht mehr gültig, so dass es möglich ist, z. B. an entsprechenden Ständen etwas zum Essen zu kaufen oder sich etwas servieren zu lassen, jedoch ist es weiterhin Tradition, seine eigene Brotzeit mitzubringen.[2]
Trinkhalle Münsterstraße 159 Biergarnitur

Eine Biergarnitur oder Bierzeltgarnitur ist eine Kombination aus einem Biertisch und zwei Bierbänken. In Österreich mancherorts auch Heurigengarnitur genannt. Hierbei handelt es sich in der Regel um einfache hölzerne Tische und Bänke mit zusammenklappbaren Metallbeinen. Biergarnituren sind als Serienware identisch gefertigt und daher leicht stapel- und transportierbar. Sie sind sehr robust und wetterfest.
Am häufigsten – oft zu mehreren Hunderten – findet man Biergarnituren in Bierzelten, aber auch in Biergärten sind sie in der warmen Jahreszeit anzutreffen. Bei Partys kommen sie ebenfalls oft zur Anwendung.

Bestandteile

Biertisch

Der Biertisch besteht aus einer hölzernen Tischplatte auf Metallbeinen (früher auch teilweise Holzbeine). Die Platte misst typischerweise 220×50 cm, gelegentlich sieht man auch eine breitere Variante mit 220×80 cm. Die Beine enthalten eine einfache Mechanik, mittels derer sie sich flach einklappen und in offener oder eingeklappter Stellung fixieren lassen. Typischerweise ist ein Tisch 77cm hoch. Es gibt sie in verschiedenen Variationen und Farben; meist naturbelassen, orange oder grün.

Bierbank

Die Bierbänke sind meist im selben Design wie die Biertische gefertigt. Bei der Bierbank handelt es sich um eine Holzbank auf Metallbeinen in den Maßen 220×25 cm. Typischerweise ist eine Bank 47,5 cm hoch. Auch hier sind die Beine einklappbar. Eine Bierbank bietet Platz für vier bis fünf Erwachsene, so dass etwa zehn Personen an einer Biergarnitur sitzen können.

Varianten

Neben den klassischen oben genannten Maßen existieren noch Biergarnituren in verschiedenen anderen Formen, z.B. in rund. Diese sind aber (wie auch Bankelemente mit Rückenlehnen) verhältnismäßig selten anzutreffen .

Tipps

Sichere Aufstellung

In vielen Festzelten besteht der Boden aus schmalen Holzlatten. Häufig werden die Bänke und Tische der Bierzeltgarnitur so aufgestellt, dass die beiden Stellflächen am Ende nur auf je einer Latte stehen. Wenn dann bei einer ausgelassenen Party auf den Bänken und Tischen getanzt wird kann durch das erhöhte Gewicht die Latte einbrechen und ein als gefährliche Stolperfalle wirkendes Schlagloch entstehen.

Abhilfe schafft die Bierzeltgarnitur so aufzustellen, dass die Stellfläche der Bierzeltgarnitur mit den Latten einen rechten Winkel bildet. Denn dann wird die Last der auf den Bänken und Tischen stehenden Personen von mehreren Latten getragen und die Latte kann nicht durchbrechen.

In vielen modernen Festzelten werden Holzplatten für den Boden verwendet. Bei solchen Böden besteht keine Gefahr der Schlaglochbildung.

Gefahren

Vorsicht ist für Personen geboten, die am Rand einer Bierbank sitzen, wenn die übrigen Personen gemeinsam aufstehen möchten. Da die Beine etwa 50 cm vom Rand entfernt angebracht sind, kann die Gewichtsbelastung einseitig wirken, was ein Kippen zur Folge hat.
Bei festlichen Aktivitäten bei denen Bierbänke zum Einsatz kommen (z.B. Oktoberfest), stellen sich die Personen häufig mit Blickrichtung zum Tisch bzw. zur spielenden Kapelle auf die Bank. Als euphorische Steigerungsform beginnen einzelne Personen mehr oder weniger rhythmisch zur Musik zu hüpfen. Dies wird auch durch die teilelastisch federnde Bank unterstützt. Hierbei kann es vor allem in der Mitte der Bank zu starkem Schwingungsverhalten kommen welches − wenn synchron von mehreren Personen ausgeführt – zum Bruch der Bank führt.

Beschaffung

Biergarnituren lassen sich häufig im Getränkehandel oder bei ortsansässigen Vereinen leihen. Sehr häufig wird für die Garnituren kein Aufpreis verlangt, wenn eine größere Menge Getränke gekauft wird. Baumärkte bieten Biergarnituren zum Kauf an.

Verkleidung

Um die standardmäßig recht schlichten Biergarnituren optisch aufzuwerten und den Sitzkomfort zu erhöhen werden so genannte "Bierbank-Hussen-Sets" angeboten. Diese bestehen meist aus einer Tischdecke und schaumstoffgepolsterten Bankverkleidungen. Käuflich sind diese z.B. bei Online-Versandhäusern oder in Baumärkten zu erwerben.

Pflege

Da Biergarnituren meistens aus dem Naturmaterial Holz bestehen, sollte besonderes Augenmerk auf die richtige Pflege der Garnitur gelegt werden. Denn anders als Materialien aus Kunststoff ist Holz nicht per se witterungsbeständig. Daher empfiehlt sich die regelmäßige Anbringung einer Schutzlackierung bzw. die Ausbesserung/Auffrischung einer bestehende Schutzlackierung. Zudem ist nicht ratsam, Biergarnituren längere Zeit ungeschützt im Außenbereich einzusetzen. Zumindest im Herbst und im Winter sollten Biergarnituren an einem trockenen dunklen Platz verstaut werden. Andernfalls droht die Vermorschung der Biergarnitur (siehe Gefahren). Weiterhin ist die Stapelmethode auch ausschlaggebend für die Beschaffenheit der Bierzeltgarnitur: Stapelt man die Elemente so, dass die Oberseiten aufeinander liegen, so minimiert man die mechanische Belastung der Oberfläche und schont diese.
Trinkhalle Münsterstraße 188 Bierwärmer

Ein Bierwärmer ist ein metallisches Objekt, mit dem man ein Bier nach Wunsch temperieren kann. Der Bierwärmer besteht aus einem Metall-Zylinder. Am oberen Ende ist ein Haken angebracht, mit dem der Zylinder auf den Glas- oder Krugrand gehängt werden kann.
In den Zylinder wird warmes Wasser gefüllt. Der Bierwärmer wird anschließend so lange in das Bierglas oder in den Bierkrug gehängt, bis das Bier die gewünschte Temperatur erreicht hat.
Trinkhalle Münsterstraße 218 Kistenlauf

Als Bierkastenlauf, Kistenlauf, Bierlauf, Bierathlon, Bierkastenrennen, Biermarathon, Biergrätle-Race, Kastenlaufen oder Harassenlauf bezeichnet man eine Spaßsportart, bei der es darum geht, einen Kasten Bier zu trinken, während man eine festgesetzte Strecke zurücklegt. Üblicherweise wird ein Lauf in Zweier-Teams absolviert. Die Teilnehmerschaft rekrutiert sich vor allem aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Ablauf

Bei Kastenläufen müssen die Teilnehmer das in Kastenform mitgenommene Bier (von je nach Wettkampfklasse unterschiedlicher Menge) trinken. Gewonnen hat das Team, das zuerst gemeinsam mit dem vollständig leeren Kasten die Ziellinie überschreitet. Der Bierkonsum kann - abhängig von der Größe des Teams - pro Teilnehmer bei bis zu fünf Litern (zuzüglich „Strafbiere“, s. u.) liegen. Je nach Veranstaltung gibt es zusätzliche Regeln, die zu beachten sind. Die wichtigste davon ist zweifellos, dass es verboten ist, Bier zu verschütten.

Viele Teams starten in ausgefallener Verkleidung und mit umgebauten Kästen. Bisweilen werden den Teilnehmern auch von Seiten der Organisatoren Aufgaben gestellt, die auf der Strecke zu erfüllen sind. Diese Aufgaben können von Wissensfragen über Geschicklichkeitsspiele bis zu sportlichen Anforderungen reichen und sind je nach Grad der Alkoholisierung u. U. nicht einfach zu bewältigen. Bei Nichterfüllung der gestellten Aufgaben drohen entweder „Strafbiere“, welche die Teilnehmer zusätzlich zu ihrem regulär mitgeführten Bier trinken müssen oder Zeitstrafen, die abgesessen werden müssen.

Von Seiten des Umwelt- und Gesundheitsschutzes werden die Kistenläufe kritisiert, da mit der Veranstaltung erheblicher Alkoholkonsum bei Teilnehmern und Publikum (mittels Rauschtrinkens) sowie Verschmutzung entlang der Wegstrecke (durch Littering, d. h. achtloses Liegenlassen von Abfall) einhergeht. Dieser Entwicklung versuchen die Organisationsteams entgegenzuwirken. Deshalb sind in den Reglements mittlerweile auch der Natur- und Umweltschutz verankert.

Vorsicht ist bei dem Begriff Bierathlon geboten, da Bierathlons schon seit den Neunziger Jahren in den Veranstaltungskalendern fast aller Universitäten fest verankert sind. Der Unterschied zum Kastenlauf in diesem Kontext ist der, dass die Teilnehmer keinen Bierkasten transportieren, sondern in einer festgelegten Reihenfolge eine Anzahl von Bars und Studentenclubs in der jeweiligen Stadt anlaufen. Hier trinken die Teilnehmer das Bier in der Gastronomie und bekommen bei erfolgreicher Bewältigung einen Bestätigungsstempel des jeweiligen Clubs auf seine / ihre Starterkarte. Ein Team kommt nur in die Wertung, wenn es im Ziel alle Stempel vorweisen kann. Jedoch wird der Begriff Bierathlon (aufgrund der namentlichen Originalität) auch synonym für Kastenlauf verwendet.

Reglement

Die wichtigste Regel eines Bierkastenlaufes ist Spaß zu haben und es zählt hauptsächlich der olympische Gedanke: "Dabeisein ist alles!" Die Regeln sind wie folgt:

Teams bestehen aus zwei Personen (Je nach Veranstaltung sind auch mehr möglich). Das Mindestalter der Teilnehmer ist eigentlich 18. (In einigen Fällen gibt es auch Veranstaltungen mit einem Mindestalter ab 16. Hierbei sollten die Veranstalter beachten, dass laut Gesetzgeber ein öffentlicher Biergenuss von Personen zwischen 16 bis 18 Jahren nur in Maßen gestattet ist.) Teilnahmeberechtigt ist nur, wer gesundheitlich fit ist und Alkohol verträgt. Der Biergenuss ist kein Zwang, sondern eigenes Ermessen.
Pro Team gibt es eine Kiste/Kasten Bier (Meistens eins aus der Region, bzw. das Bier des Sponsors) entweder 20 Flaschen à 0,5 Liter oder 24 Flaschen à 0,33 Liter (Ausnahme beim Bremer Unisee-Bierkistenrennen: 36 Flaschen à 0,33 Liter), Alkoholgehalt etwa 5 %. (In einigen Fällen gibt es auch Abstufungen - geringere Mengen für Frauen oder unterschiedliche Klassen) Verboten sind alle Hilfsmittel, welche die Last des Kastens von den Teilnehmern nehmen. Der Bierkasten ist mit den dazugehörigen Flaschen mit eigener Kraft zu tragen.
Die auf der Strecke befindlichen Checkpoints sind zu passieren, bzw. deren Aufgaben sind zu lösen. Sieger ist das Team, das als erstes und schnellstes mit Bierkasten, den leeren Flaschen und den Kronkorken (Umweltschutz) das Ziel erreicht. Wer verschüttet, wird disqualifiziert. Das erzwungene Erbrechen ist nicht legitim. Während des Laufes dürfen Pausen gemacht werden. Es darf gegessen werden und auch andere Getränke sind erlaubt.

Sicherheit: Der Teilnehmerkodex sieht vor, dass alle Teilnehmer aufeinander Acht geben. Niemandem soll etwas passieren bzw. niemand darf verloren gehen.

Deutschland

Veranstaltungen dieser Art lassen sich bis 1982 zurückverfolgen, als einige Münchner Studenten beschlossen, mit einem Kasten Bier von der Studentenstadt quer durch den Englischen Garten bis zum Haus der Kunst zu ziehen. Den großen Aufschwung und eine landesweite Beachtung erlebte diese recht eigenwillige Sportart nach der Jahrtausendwende, durch große Events wie das Bierkastenrennen Köln, Bierkistenrennen am Kirnbergsee im Schwarzwald, Hurlacher Bierkastenrennen, Kastenlauf Fulda, Bierathlon Dormagen, Kistenrennen in Braunschweig und in den neuen Bundesländern das Kastenrennen in Beeskow und der Spreelauf bei Cottbus. Diese großen Sieben waren auch maßgeblich daran beteiligt, den Ehrenkodex des Bierkastenlaufes aufleben zu lassen. Dieser besagt, dass niemals Urheberrechte auf Kastenläufe in Deutschland zu erheben seien, um die Veranstaltung in ihrer Urform allen Bürgern zur Selbstorganisation zur Verfügung zu stellen. Beim Kastenlauf in Fulda im Jahr 2006 brach sich ein 20-jähriger Teilnehmer einen Halswirbel, als er im Zielbereich mit einem Kopfsprung in einen vom Veranstalter aufgestellten Pool sprang. Der Mann ist seitdem querschnittgelähmt. [1]

Schweiz

Basler Harassenlauf

In der Schweiz findet alljährlich am 1. Mai ein Harassenlauf (Harasse: Helvetismus für Kiste) von Reinach nach Münchenstein statt. Erstmals am 1. Mai 1994 führte eine Gruppe Basler Skater diesen Lauf aus. Ziel des Laufs war es, in Zweier-Teams die Strecke von über vier Kilometern zwischen dem Schwimmbad Reinach und dem Restaurant Seegarten in der Grün 80 zu absolvieren und eine mitgetragene Harasse Bier während des Laufs möglichst schnell leer zu trinken. Der Sieger erhielt das Pfand aller ins Ziel gebrachten Harassen.

Unter den Jugendlichen sprach sich dieser Anlass immer mehr herum, sodass jedes Jahr mehr Personen daran teilnahmen, bis die Organisatoren keine Kontrolle mehr darüber hatten. Doch der Harassenlauf hat mittlerweile in der Jugendszene eine so grosse Attraktivität, dass weiterhin Jugendliche diesen Lauf unternehmen, wobei jetzt der Spassfaktor und somit das „kollektive Besaufen“ im Vordergrund steht. Im Jahr 2007 nahmen zwischen 2000 und 3000 Personen teil. Auf ihrem Weg durch das Naturschutzgebiet der Reinacher Heide und durch das ehemalige Ausstellungsgelände der Grün 80 hinterliessen sie Abfälle. Da keine Organisatoren haftbar gemacht werden können, sieht sich die Polizei und die Gemeinden Reinach und Münchenstein ausserstande, etwas dagegen zu unternehmen. Als Lösung markierte man 2007 einen Alternativweg, der aber nicht begangen wurde.
Trinkhalle Nordstraße Trinkspiel

Ein Trinkspiel ist ein spielerischer Bestandteil der Trinkkultur, bei dem durch Spielregeln festgelegt ist, dass zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Mengen an alkoholischen Getränken durch bestimmte Mitspieler zu trinken sind. Bei manchen Trinkspielen wird auch geregelt, wer diese Getränke bestellen oder bezahlen muss (beim Spiel in einer Gaststätte).

Trinkspiele können gefährlich sein, weil der Gruppenzwang durch das Spiel die Teilnehmer dazu animiert, Alkohol in großen Mengen zu trinken.

Geschichte

Das älteste belegbare Trinkspiel ist das bereits im antiken Griechenland bekannte Kottabos, bei dem durch Geschicklichkeit, die mit zunehmendem Weingenuss nachließ, mit einem gezielten Schwung aus dem Becher Gegenstände getroffen werden mussten. Spielarten

Viele Trinkspiele gibt es in wenig modifizierter Form mit anderen Namen.

Zufallsbestimmte Trinkspiele

Der Kandidat, der die nächste Runde bezahlen bzw. den nächsten Schnaps trinken muss, wird durch Zufall bestimmt. Hierzu können Würfel, Lose, Spielkarten oder die unter den kleinen Schnapsflaschen angebrachten Zahlen dienen.

Rituale

Ein Kandidat – meist ein Neuling in einer Gruppe – muss ein bestimmtes Ritual ausführen. Dies besteht oft im Aufsagen eines Spruchs, der durch besondere Gesten begleitet wird. Bei einem Fehler muss er zur Strafe einen Schnaps trinken und von vorne beginnen. Erschwerend kann hinzukommen, dass sich der Kandidat den exakten Gang des Rituals durch genaues Beobachten erschließen muss. Macht er einen Fehler, wird er gestoppt. Das Ritual wird ihm erneut vorgeführt, jedoch ohne auf seinen Fehler hinzuweisen.

Geschicklichkeitsspiele

Ziel ist, eine bestimmte Geschicklichkeitsaufgabe zu erfüllen. Dabei darf jeder Mitspieler reihum sein Glück versuchen. Diese Aufgabe kann beispielsweise darin bestehen, mit einer Münze in ein einige Meter entferntes Glas zu treffen oder eine Schachtel Zigaretten so zu werfen, dass diese in einer bestimmten Position liegen bleibt. Der nächste in der Reihe folgende Spieler muss die Punktzahl des vorhergegangen Spielers übertreffen. Wenn er dies nicht schafft, muss er trinken. Wer das Ziel erreicht, darf den nächsten Kandidaten bestimmen, der einen Schnaps trinken muss. Eine andere Variante bestimmt, dass jeder trinken muss, der dieses Ziel verfehlt.

Ergänzungen

Im Englischen versteht man unter Drinking games im weiteren Sinne jene Kategorie von Spielen, bei denen nicht ein einzelner Gewinner, sondern ein einzelner Verlierer festgestellt wird, der dann eben den Mitspielern die nächste Runde Getränke zahlen muss. Viele Kinderspiele, wie etwa Schwarzer Peter dürften ihren Ursprung in solchen einfachen Glücksspielen haben.
Trinkhalle Nordmarkt 23 Trinkkultur in Europa

Unter Trinkkultur versteht man das Trinken, Zubereiten und Darbieten von alkoholischen Getränken und von Getränken, die als Genussmittel bezeichnet werden wie Kaffee, Tee und Kakao. Soziologen und Historiker benutzen den Begriff im Allgemeinen nur im Zusammenhang mit Alkohol. Als Bestandteil der Kultur gelten auch alle nötigen Utensilien (Geschirr, Besteck) und die speziellen Trinkorte.

In fast allen Regionen der Welt existiert nicht nur eine Esskultur, sondern auch die Aufnahme von Getränken ist mit bestimmten Ritualen oder Zeremonien verbunden. Die Trinkkultur ist Teil der Kultur einer Gesellschaft.

Allgemeines

Es gibt eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien zur Geschichte und Bedeutung von Genussmitteln. Bei den soziologischen Publikationen zur Trinkkultur steht der Alkohol im Vordergrund, da er das mit Abstand älteste bekannte trinkbare Genussmittel ist. Kaffee, Tee und Kakao wurden im Westen dagegen erst in der Neuzeit eingeführt.

In der wissenschaftlichen Literatur werden Gemeinschaften je nach ihrer Einstellung zu alkoholischen Getränken in Gruppen eingeteilt. Eine mögliche Unterteilung ist die in überwiegend abstinente Kulturen, in denen regelmäßiger Alkoholkonsum sozial wenig akzeptiert ist, und in nicht-abstinente Kulturen, in denen Alkohol als Alltagsgetränk gilt. Die Abstinenzkulturen finden sich laut Harry Levine in Skandinavien und Großbritannien, wo hochprozentige Spirituosen eine größere Rolle spielen, während südeuropäische Länder nicht-abstinent sind, aber vor allem Wein bevorzugen. Abstinenzkulturen in Europa sind historisch stark vom Protestantismus geprägt, während es in den katholischen Ländern nie bedeutende Abstinenzbewegungen gegeben hat. So gibt es auch heute beispielsweise in Deutschland und in der Schweiz mit starken protestantischen Bevölkerungsanteilen Gruppen der Anonymen Alkoholiker, nicht aber im katholischen Österreich.[1]

Eine differenziertere Einteilung nimmt z.B. Wolf Wagner vor:[2]

Alkoholprohibitive Kulturen mit einem generellen Alkoholverbot. Dazu gehören islamische Länder und Gemeinschaften.
Alkoholexeptionelle Kulturen, die Alkohol nur bei klar definierten seltenen Anlässen in begrenzten Mengen zulassen. Hierzu zählt die jüdische Kultur. Alkoholpermissive Kulturen, in denen Alkoholkonsum bei bestimmten Gelegenheiten erlaubt ist. Hier wird unterschieden zwischen Kulturen, in denen Alkohol Alltagsgetränk ist und zum Beispiel zum Essen getrunken wird, jedoch in kleineren Mengen. Dazu gehören u.a. Spanien, Italien und Frankreich, und Kulturen, in denen vor allem am Wochenende und bei Festen Alkohol getrunken wird und dann oft in größeren Mengen, etwa in Skandinavien. Alkoholdeterminierte Kulturen in denen viele Anlässe der Alltagskultur eng mit Alkoholkonsum verbunden sind wie Geburtstag, Hochzeit, Taufe, Beerdigung, Firmeneinstand ect. Trunkenheit wird in einem gewissen Rahmen gebilligt. Wagner zählt hierzu Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Niederlande.
Alkoholexzessive Kulturen, in denen Alkoholkonsum als Norm gilt und der Rauschzustand als Zeichen von Männlichkeit, Stärke, Großzügigkeit etc. angesehen wird. Es werden überwiegend hochprozentige Alkoholika konsumiert. Wagner rechnet dazu viele slawische Länder und auch Griechenland.
Trinkhalle Oesterholzstraße 112 Brauerei

Als Brauerei bezeichnet man eine Einrichtung, in der zusammengesetzte Flüssigkeiten, meist mit Hilfe der Gärung, hergestellt werden; im engeren Sinne bezeichnet Brauerei den Ort bzw. das Gebäude (Brauhaus), an dem Bier oder andere Gärgetränke wie Kriek, Framboise, Lambic, Gueuze oder auch Alkoholfreies wie Bionade gebraut werden. Auch Sojasauce wird im Brauereiverfahren hergestellt. Üblicherweise werden auch Unternehmen, deren Geschäftsbereich vorrangig aus Bierherstellung und -verkauf besteht, als Brauerei bezeichnet.

Es gibt verschiedene Typen von Brauereien, die unterschiedliche Sorten Bier nach verschiedenen Verfahren mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad herstellen.

Geschichte

Als älteste, noch existierende Brauerei der Welt gilt die seit 1040 tätige Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan in Freising. Die älteste Klosterbrauerei der Welt befindet sich im Kloster Weltenburg bei Kelheim; sie ist seit 1050 in Betrieb.

Den größten Technologieschub erfuhr die Brauereitechnologie 1876 mit der Einführung der Erzeugung künstlicher Kälte durch Linde’sche Ammoniakkompressoren, die Groß- und Exportbrauereien ermöglichte. Die größte Brauerei auf dem Kontinent lag Ende des 19. Jahrhunderts in Schwechat bei Wien, einige andere große Brauereien befanden sich in Mainz, Wien und München. Die weltweit größten Brauereien befanden sich damals jedoch in England.

In dem Gebiet der deutschen Brausteuergemeinschaft (hierzu gehörten nicht: Bayern, Württemberg, Baden, Elsaß-Lothringen und Luxemburg) waren 1879 insgesamt 12.743 Brauereien vorhanden, von denen 10.117 gewerbliche und 1.750 nicht gewerbliche, zusammen also 11.867 in Betrieb waren, während 875 ruhten.

Während im Jahr 1872 in 14.157 Brauereien 16.102.179 Hektoliter Bier erzeugt wurden, waren es im Jahre 1878/79 in nur noch 11.867 Brauereien 20.371.925 Hektoliter Bier. Für das gesamte Deutsche Reich wurde das erzeugte Bierquantum in diesem Jahr auf rund 38.464.000 Hektoliter angegeben. Österreich-Ungarn produzierte 1879 in 2297 Brauereien 11.180.681 Hektoliter Bier, gegen 1878 um 142.763 Hektoliter weniger. Was die übrigen Länder anlangt, so produzierten in Hektolitern Großbritannien und Irland: 45.000.000, Belgien: 7.866.000, Frankreich: 7.500.000, Russland: 2.214.000, Holland: 1.528.000 Hektoliter.

In den Vereinigten Staaten, wo man sich Ende des 19. Jahrhunderts nur auf die Erzeugung von Porter und Ale beschränkte, verbreitet sich langsam die Brauerei von bayrischen und österreichischen Biersorten; es waren dort 1875 schon 2783 Brauereien tätig.

Auch in Brasilien und in Japan existierten schon im 19. Jahrhundert einzelne Brauereien. Das Brauereiwesen gelangte über das deutsche Kolonialengagement auch in das Kaiserreich China. Bis heute aktiv ist die 1903 gegründete Brauerei in Qīngdǎo.

Nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung wurden nahezu alle Ost-Brauereien von westdeutschen oder ausländischen Investoren übernommen, so beispielsweise die Köstritzer Schwarzbierbrauerei von der Bitburger Brauerei, die Brauerei Potsdam von der Berliner Kindl-Brauerei, die Brauerei Jena von der Warsteiner Brauerei, die Schloßbrauerei Gotha von der Oettinger Bier-brauhaus, die Feldschlößchen Brauerei Chemnitz von der Mönchshof-Brau Kulmbach, die Hasseröder Bierbrauerei Wernigerode von der Gilde Brauerei Hannover usw.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Anzahl der in Deutschland betriebenen Brauereien weitgehend gleich geblieben (1995: 1282, 2003: 1275, 2006: 1289, 2007: 1302).

Dennoch werden bei näherer Betrachtung Umschichtungen deutlich. So ist lediglich bei den kleinen Brauereien (mit einer Jahresproduktion von weniger 5000 hl) ein Zuwachs zu verzeichnen (1995: 643, 2003: 773, 2006: 822, 2007: 844). Bei den Brauereien mittlerer Größe (5000 bis 0,5 Mio. hl) und den Großbrauereien (ab 0,5 Mio. hl) ist ein gegenläufiger Trend erkennbar (1995: 585/54, 2003: 450/52, 2006: 420/47 2007: 413/45).[1] Deutlich größer geworden ist jedoch die Anzahl der Gaststätten, die eine eigene Hausbrauerei betreiben.
Trinkhalle Oesterholzstraße 51 Deutschland

Das erste Mal fand auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands gebrautes Bier im Jahr 98 bei Tacitus Erwähnung. Die nächsten Berichte stammen aus dem frühen Mittelalter. Zu dieser Zeit hatten als Braustätten in erster Linie Klöster eine große Bedeutung. Entsprechend sind die weltweit ältesten Brauereien heute auch ehemalige Klosterbrauereien wie etwa die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan oder die Klosterbrauerei Weltenburg GmbH. Dies änderte sich später als auch Städte das Braurecht erhielten. Zunächst in Bayern wurde 1516 das Reinheitsgebot erlassen nach dem sich bis heute fast alle deutschen Brauereien richten.

In der Neuzeit hat – auch aufgrund der Gründung von Industriebrauereien in Folge der Entdeckung der künstlichen Kühlung – ein Konzentrationsprozess unter den deutschen Brauereien eingesetzt, der sich bis heute fortsetzt. Trotzdem ist der Biermarkt bis heute noch stark regional geprägt. Es existieren insgesamt 1.302 Brauereien in Deutschland.[5] Die elf größten in Deutschland aktiven Braugruppen (Dr. August Oetker KG, InBev NV, Bitburger Holding GmbH, Brau Holding International GmbH & Co. KGaA, Carlsberg A/S, Haus Cramer GmbH & Co. KG, Oettinger Brauerei GmbH, Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG, Brauerei C. & A. Veltins GmbH & Co., Karlsberg Brauerei KG Weber) haben zusammen einen Marktanteil von etwa 70%, wobei jedoch regionale, zu diesen Braugruppen gehörende Marken bereits mitgezählt wurden. Allerdings haben auch mittelständische Brauereien in ihrer Region teilweise noch eine große Bedeutung.

Die Region Oberfranken hat beispielsweise mit über 200 Braustätten die weltweit größte Brauereidichte[6]. Unter den Biersorten ist das Pils die beliebteste, allerdings gibt es auch hier große regionale Schwankungen und Besonderheiten (beispielsweise Kölsch und Alt im Rheinland). Weitere beliebte Sorten sind Export/Helles und Weizen (vor allem in Süddeutschland; Weizen zunehmend auch deutschlandweit). Zu den bekanntesten Marken gehören Oettinger, Krombacher, Bitburger, Warsteiner, Beck’s, Veltins, Hasseröder, Paulaner, Radeberger, König, Erdinger, Holsten, Jever, Franziskaner und Augustiner.
Trinkhalle Oesterholzstraße Liste der Brauereien in Deutschland

Auflistung nach Braugruppen

Aufgelistet sind alle Braugruppen mit einem messbaren nationalen Marktanteil sowie die zu diesen gehörenden Brauereien. Für eine Auflistung der zugehörigen Marken siehe die Artikel der Brauereien beziehungsweise die Auflistung nach Regionen auf dieser Seite.

Bitburger Holding GmbH
Bitburger Brauerei Th. Simon GmbH, Bitburg
Licher Privatbrauerei Jhring-Melchior GmbH, Lich
König-Brauerei GmbH, Duisburg
Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH, Bad Köstritz
Wernesgrüner Brauerei GmbH, Steinberg
Brau Holding International GmbH & Co. KGaA
(gehört zu 50,1% Schörghuber Stiftung & Co. Holding KG und zu 49,9% Heineken N.V.)
Paulaner Brauereigruppe GmbH & Co KG (gehört zu 50% zur BHI und zu 50% zur Paulaner Beteiligung)
Paulaner Brauerei GmbH & Co KG, München
Hacker-Pschorr Bräu GmbH, München
Thurn und Taxis Vertriebsgesellschaft mbH, Regensburg
Auerbräu AG, Rosenheim
Weißbierbrauerei Hopf GmbH, Miesbach
Heineken Deutschland GmbH, Berlin
Fürstlich Fürstenbergische Brauerei KG, Donaueschingen
Karlsberg International Brand GmbH, Homburg (45%-Anteil)
Karlsberg Brauerei GmbH, Homburg
Königsbacher Brauerei GmbH & Co. KG, Koblenz
Kulmbacher Brauerei AG, Kulmbach (62,66%-Anteil)
Braustolz GmbH, Chemnitz
Kulmbacher Mönchshof-Bräu GmbH, Kulmbach
Privatbrauerei Scherdel GmbH & Co. KG, Hof
Sternquell-Brauerei GmbH, Plauen
Würzburger Hofbräu AG, Würzburg (90,7%-Anteil)
Fürstliche Brauerei Schloß Wächtersbach Vertriebs GmbH, Wächtersbach
Lohrer Bier GmbH, Lohr am Main
Werner Bräu GmbH, Poppenhausen
Privatbrauerei Hoepfner GmbH, Karlsruhe
Brauerei C. & A. Veltins GmbH & Co.
Carlsberg A/S
Holsten-Brauerei AG, Hamburg-Altona
Feldschlößchen AG, Braunschweig
Feldschlößchen AG, Dresden
Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH, Lübz
Radeberger Gruppe KG
(gehört zu 100% der Dr. August Oetker KG)
Berliner Kindl Brauerei AG, Berlin
Bärenbier Vertrieb GmbH, Berlin
Brauerei Potsdam GmbH, Potsdam
Binding-Brauerei AG, Frankfurt am Main
Dortmunder Actien-Brauerei AG, Dortmund
Andreas Brauerei KG, Hagen-Haspe
Brauerei Thier GmbH, Dortmund
Dortmunder Hansa Brauerei GmbH, Dortmund
Linden Brauerei GmbH, Unna
Dortmunder Stifts Brauerei GmbH, Dortmund
Hövels Hausbrauerei GmbH, Dortmund
Kronen Privatbrauerei Dortmund GmbH & Co, Dortmund
Brauerei Wittenberge GmbH, Wittenberge
Freiberger Brauhaus AG, Freiberg
Henninger-Bräu AG, Frankfurt am Main
Krostitzer Brauerei GmbH, Krostitz
Binding Brauerei USA Inc., Norwalk (Connecticut) (Vereinigte Staaten)
DAB Italia S.p.A., Genua (Italien)
Mainzer Aktien Bierbrauerei AG, Mainz
Allgäuer Brauhaus AG, Kempten
Bayerische Brauerei Schuck-Jaenisch GmbH, Kaiserslautern
Erbacher Brauhaus Jakob Wörner & Söhne KG, Erbach (Odenwald)
Radeberger Exportbierbrauerei GmbH, Radeberg
Schöfferhofer Weizenbier GmbH, Kassel
Stuttgarter Hofbräu AG & Co. KG, Stuttgart (50%-Anteil)
Brauerei Moninger AG, Karlsruhe
Brau & Brunnen AG, Dortmund
Brau & Brunnen Brauereien GmbH, Dortmund
Brauerei Brinkhoff GmbH, Dortmund
Dortmunder Union-Ritter Brauerei GmbH, Dortmund
Wicküler Brauerei GmbH, Dortmund
Brauerei Schlösser GmbH, Düsseldorf
Friesisches Brauhaus zu Jever GmbH & Co. KG, Jever
Hanseatische Brauerei Rostock GmbH, Rostock
Kölner Verbund Brauereien GmbH, Köln
Berliner-Schultheiss-Brauerei GmbH, Berlin
Leipziger Brauhaus zu Reudnitz GmbH, Leipzig
Tucher Bräu GmbH, Nürnberg
Hasen-Bräu Brauereibetriebsgesellschaft GmbH, Augsburg
Haus Cramer KG
Warsteiner Brauerei Haus Cramer GmbH & Co. KG, Warstein
Paderborner Brauerei Haus Cramer GmbH & Co. KG, Paderborn
Privatbrauerei Frankenheim GmbH & Co. KG, Düsseldorf
König Ludwig GmbH & Co. KG Schlossbrauerei Kaltenberg, Fürstenfeldbruck
Herforder Brauerei GmbH & Co. KG, Herford
InBev NV/SA
(über InBev Germany Holding GmbH)
Brauerei Beck GmbH & Co KG, Bremen
Haake-Beck Brauerei GmbH & Co KG, Bremen
Brauerei Diebels GmbH & Co. KG, Issum
Gilde Brauerei AG, Hannover
Hasseröder Brauerei GmbH, Wernigerode
Spaten-Franziskaner-Bräu KGaA, München
Löwenbräu AG, München
Unionsbräu Ludwig Hagn & Stephanie Spendler Gaststätten Betriebs OHG, München
Karlsberg Brauerei KG Weber
(über Karlsberg Holding GmbH)
Brasserie Karlsberg Holding S.A., Saverne (Frankreich)
Karlsberg International Brand GmbH, Homburg (55%-Anteil)
Karlsberg Brauerei GmbH, Homburg
Königsbacher Brauerei GmbH & Co. KG, Koblenz
Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG
Krombacher Brauerei KG, Kreuztal
Eichener Brauerei Gebr. Schweisfurth GmbH, Kreuztal
MBG International Premium Brands GmbH, Paderborn (49,8 %-Anteil)
Privatbrauerei A. Rolinck GmbH & Co. KG, Steinfurt
Oettinger Brauerei GmbH
Brauerei Gotha GmbH, Gotha
Brauerei Dessow GmbH, Wusterhausen (Dosse)-Dessow
Zweite Schweriner Schlossbrauerei, Schwerin
Brauerei-Wirtschaft Fürnheim, Wassertrüdingen-Fürnheim

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Brauereien_in_Deutschland
Trinkhalle Oestermaerch 23 Dortmund

Dortmunds Brautradition reicht bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Bereits 1293 hat Dortmund das Braurecht erhalten, der Durchbruch kam aber erst als die Kronenbrauerei 1843 begann Export zu brauen und dies industriell herstellte. Infolgedessen wurden sieben weitere Großbrauereinen gegründet oder fusionierten aus älteren kleineren Brauereien. Höhepunkt waren sicherlich die 1950er bis 1970er Jahre, als Dortmund mit einem Ausstoß von bis zu 7,5 Millionen Hektolitern Europas Bierstadt Nr. 1 war. Mittlerweile hat sich aber auch auf dem Dortmunder Markt das Pils durchgesetzt und viele Brauereien fusionierten oder existieren nicht mehr, so dass von den insgesamt 94 Dortmunder Brauereien (Höhepunkt um 1840: 74 Brauereien) beziehungsweise den ehemals acht Großbrauereien Bergmann, DAB, DUB, Hansa, Kronen, Löwen, Ritter, Stifts, Thier nur noch zwei Braustätten übrig geblieben sind, die beide zur Dr. August Oetker KG gehören.
Trinkhalle Oestermaersch 81 Dortmunder Actien-Brauerei

Die Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) ist neben der Hövels Hausbrauerei eine der beiden letzten Dortmunder Brauereien.

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1868 von den Dortmunder Kaufleuten Laurenz Fischer, Heinrich und Friedrich Mauritz zusammen mit Braumeister Heinrich Herberz unter dem Namen Bierbrauerei Herberz & Co. gegründet. 1872 erfolgte die Umbenennung in Dortmunder Actien-Brauerei. Als eine von vormals vielen Brauereien der Bierstadt Dortmund verfolgte die Brauerei ab 1879 eine Export-Strategie. Das DAB-Bier, ab 1881 vor allem als „Dortmunder Helles“ in untergäriger Brauweise hergestellt, wurde in alle Kontinente exportiert. 1885 überstieg die Jahresproduktion die 100.000 Hektoliter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die zerstörten Produktionsanlagen neu aufgebaut. 1971 übernahm die Dortmunder Actien-Brauerei die Aktienmehrheit des lokalen Konkurrenten Dortmunder Hansa und zog mit dem Betrieb später an dessen Standort. Der Kaufpreis galt gemeinhin als zu hoch. Von den finanziellen Belastungen konnte die DAB sich lange Jahre nicht erholen.

Versäumnisse in der Markenführung führten in den 1990er Jahren unter Führung des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Burgard zu einer völligen Erosion der Marken, so dass das Unternehmen zur Kapazitätsauslastung zunehmend Handelsmarken produzieren musste. Der 1996 erfolgte Kauf der Marken- und Vertriebsrechte der Privatbrauerei Dortmunder Kronen konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. 2001 stellte der Aufsichtsrat die Überschuldung fest, die nach Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung früher eingetreten wäre, wenn Rückstellungen korrekt verbucht worden wären. Burgard wurde entlassen, die Belegschaft reduziert, und die Frankfurter Binding-Brauerei sicherte zunächst durch Kredite den weiteren Betrieb.

Der Turnaround wurde bisher nicht geschafft. 2002 wurden durch Ausschluss von Minderheitsaktionären durch die Radeberger-Gruppe, die wiederum zur Oetker-Gruppe gehört, die ehemaligen Anteilshaber abgefunden.

Auf dem Gelände der DAB-Brauerei an der Steigerstraße, unweit des Borsigplatzes, wurde im April 2006 das Brauereimuseum Dortmund wiedereröffnet, das zuvor im Wenkerkeller der Privatbrauerei Dortmunder Kronen untergebracht war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand auf diesem Gelände die Brauerei Borussia – Namensgeber des bekannten Dortmunder Fußballvereins –, die später von der Brauerei Hansa übernommen wurde.

Im Februar 2007 wurde angekündigt, dass nun wieder vermehrt für das Dortmunder Bier geworben werden soll. Die Flaschenform des Dortmunder Kronen wurde geändert, ein neues Etikett entworfen und aus dem Slogan „Die Krone Westfalens“ wurde „Aus dem Herzen Dortmunds“. Hövels wird neu bundesweit vertrieben, DAB soll vermehrt in Italien wachsen, weil es dort bereits gut angenommen wird, und auch Brinkhoff’s wird mehr beworben. Damit soll den rückläufigen Zahlen (zuletzt von 4 auf 2,4 Mio. hl Jahresausstoß) begegnet werden.
Trinkhalle Oestermaersch 51 Dortmunder Bergmann Brauerei

Die Dortmunder Bergmann Brauerei ist eine ehemalige Brauerei in Dortmund. Die Brauerei wurde im Jahre 1796 im Dortmunder Stadtteil Rahm gegründet. Der Bierausstoß der Brauerei erreichte 1966 einen Höchststand. Es wurde annähernd eine Million Hektoliter Bier gebraut. Später wurde die Brauerei von der Dortmunder Ritter Brauerei übernommen und 1972 als eigenständige Braustätte geschlossen.

Im Jahre 2005 wurden die zuvor aufgegebenen Markenrechte an dem Namen Dortmunder Bergmann Bier von dem Mikrobiologen Thomas Raphael erworben. Dieser entschloss sich die Marke Bergmann zu reaktivieren. Gebraut werden heute die Sorten:
  • Bergmann Export
  • Bergmann Spezialbier
  • Bergmann Pils
  • Bergmann Schwarzbier


Die Neuauflage des Bergmann Biers wird heute in Hagen-Dahl bei der Vormann Brauerei gebraut. Es existieren aber Pläne eine eigene Braustätte für das Bergmann Bier am Dortmunder Hafen zu errichten
Trinkhalle Robertstraße Brinkhoff’s

Brinkhoff’s ist eine regionale Biermarke der Brauerei Brinkhoff GmbH in Dortmund, die zur Radeberger Gruppe der Dr. August Oetker KG gehört.

Brinkhoff’s No.1 ist ein Pilsner Bier mit 5,0 % Vol. Alkohol, das seit 1977 wieder gemäß dem 1887 entwickelten Originalrezept von Fritz Brinkhoff in Dortmund gebraut wird und hauptsächlich im Ruhrgebiet in Einzelhandel und Gastronomie erhältlich ist. Seit der Übernahme von Brau und Brunnen und der Stilllegung der Brauerei in Dortmund-Lütgendortmund wird das Bier seit 2006 in der Dortmunder Actien-Brauerei gebraut.

Neben dem Pils werden auch die Biermischgetränke Brinkhoff’s Radler und Brinkhoff’s Cola Bier vertrieben. Ausschließlich in der Gastronomie ist Brinkhoff´s Dunkel erhältlich.

Seit dem 1. Juli 2008 ist Brinkhoff's No.1 der exklusive Bierpartner von Borussia Dortmund und besitzt das alleinige Ausschankrecht im Signal Iduna Park.
Trinkhalle Scharnhorstsraße Dortmunder Gildenbrauerei

Die Gildenbrauerei war eine Brauerei in Dortmund. Die Brauerei wurde 1874 durch die Brüder Ross außerhalb der historischen Wallanlagen der Stadt Dortmund gegründet. Die Braustätte der Gildenbrauerei lag im Kreuzviertel in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 1. Die Brauerei Ross & Co. wurde, um weiteres Kapital zu beschaffen, 1899 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und agierte seitdem unter dem Namen Gildenbrau AG. Das Gründungskapital betrug 1,5 Millionen Mark. Die Gildenbrauerei erzeugte zu dieser Zeit bis zu 75.000 Hektoliter jährlich.

Die starke Konkurrenz unter den Brauerei in Dortmund und der Erste Weltkrieg führte zu Absatzproblemen bei der Gildenbrauerei. 1917 übernahm die Dortmunder Union-Brauerei den lokalen Konkurrenten und die Braustätte wurde stillgelegt. Heute befindet sich auf dem Gelände der Gildenbrauerei eine Wohnbebauung. Die Fundamente der Kellerei werden heute für eine Tiefgarage genutzt.

Heute erinnern die Kleingartenanlage Gildenpark und die Straßennamen Gerstenstraße, Hopfenstraße und Malzstraße an den ehemaligen Brauereistandort.
Scharnhorststraße 44 Dortmunder Hansa

Dortmunder Hansa ist ein Bier aus Dortmund, welches im Auftrag der Dortmunder Hansa-Brauerei GmbH von der Dortmunder Actien-Brauerei gebraut wird. Es ist vor allem wegen seines günstigen Preises beliebt. Hansa gibt es als Pils, Export, Alt, Malz, Kölsch und Hefeweizen. Das Hansa Kölsch wird auf Grund der Kölsch-Konvention in Köln gebraut.

Außerdem wird es auch fertig gemischt als Radler und Cola-Mix angeboten. Hansa-Pils wird seit 1867 gebraut und war in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts neben dem Karlsquell-Bier von Aldi das Kultbier der Punkrockbewegung in Deutschland und erfreute sich auch in den 90er Jahren vor allem bei Jugendlichen größter Beliebtheit. Die Einführung des Dosenpfands 2003 bedeutete einen schweren Schlag für das Hansa-Pils als Subkulturträger.

Die ehemalige Hansa-Brauerei befindet sich in der Dortmunder Nordstadt unweit des Borsigplatzes und dient heute als Sitz der Dortmunder Actien-Brauerei, die die Dortmunder Hansa 1971 übernommen hatte. Ferner ist dort das Dortmunder Brauerei-Museum beheimatet. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war an gleicher Stelle die Borussia-Brauerei angesiedelt, die Namensgeber des Dortmunder Fußballverein gleichen Namens gewesen sein soll und später in der Hansa-Brauerei aufging.

Hansa-Pils im Fernsehen/Kino

In seinen Filmen ist Comedy-Star Axel Stein häufig mit Hansa-Bierdosen zu sehen, was weiter zur Popularität des Bieres beigetragen hat.
Gerade in Filmen, die im Ruhrgebiet spielen, tauchen häufig Hansa-Bierdosen auf. So z.B. in Doppelpack, Bang Boom Bang oder Was nicht passt, wird passend gemacht.
Die Marke Hansa wurde außerdem mehrmals in der Late-Night-Show von Harald Schmidt persifliert, vornehmlich in Witzen des Moderators über die Soldaten der Bundeswehr, denen nachgesagt wird, eine große – wenn nicht die größte – Zielgruppe der Billigmarke Hansa zu sein.

Hansa-Pils in der Punk- und Skinhead-Szene

Hansa-Pils ist in der Punk- und Skinheadszene sehr beliebt. Auf dem Cover des Punkrock-Samplers „Es lebe der Punk 6“ werden beispielsweise mehrere Dosen Hansa-Pils getrunken. Auch die kabarettistische Punkrockband Heiter bis Wolkig bezog sich häufig auf die Popularität dieser Biermarke in der Punkszene.
Trinkhalle Schillerstraße 61 Hövels Hausbrauerei

Die Hövels Hausbrauerei ist neben der Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) eine der letzten verbliebenen aktiven Brauereien der einstigen "Bierstadt" Dortmund. Produziert wird dort die Hausmarke Hövels Original (früher als Hövels Bitterbier bezeichnet).

Geschichte

Im Jahre 1518 erwarb das Dortmunder Patriziergeschlecht von Hövel Braurecht auf dem Hövel-Hof am Hohen Wall in der Dortmunder Innenstadt. 1854 wurde dort schließlich von Wilhelm von Hövel und Gustav Thier die Hausbrauerei in ihrer heutigen Form gegründet. Die heutige Rezeptur kam 1893 erstmals auf den Markt und das Bier wird laut Herstellerangaben bis heute in selbiger Form gebraut. Aufgrund von Rohstoffmangel wurde während der Weltkriege die Produktion zunächst eingestellt, 1984 wurde die Produktion allerdings an gleicher Stelle wieder aufgegriffen.
Trinkhalle Schleswiger Straße 18 Privatbrauerei Dortmunder Kronen

Die Privatbrauerei Dortmunder Kronen war eine der ältesten Brauereien in Westfalen und hat ihren Stammsitz am Alten Markt in Dortmund. Das Unternehmen konnte auf eine über 550 Jahre alte Brautradition zurückblicken und befand sich von 1729 bis 1996 im Familienbesitz. Dortmunder Kronen war in den Jahren 1992 bis 1996 Sponsor von Borussia Dortmund. Das Motto der Partnerschaft lautete: "Kronen und BVB. Gemeinsam Stürmen wir für Dortmund."
Am Stammsitz der Brauerei findet sich heute das Wenkers.

Geschichte

  • 1430 Erwähnung der "Krone am Markt" in der Stadtchronik
  • 1517 Verbürgtes Brauhaus in "Krone am Markt"
  • 1729 Kauf der "Krone am Markt" durch die Eheleute Johann Wenker (1675-1732). Von diesen ging sie im Erbgang an Caspar Heinrich Wenker (1707-1764), Johann Gottfried Wenker (1751-1805), Peter Zacharias Gottfried Wenker (1781-1859), Franz Heinrich Wenker (1825-1905), den eigentlichen Gründer der heutigen Firma.
  • 1843 Einführung der untergärigen Braumethode (Exportbier)
  • 1845 Umwandlung in eine Lagerbierbrauerei
  • 1873 Verlegung des ganzen Betriebes aus der Stadt an die Kronenburg, Märkische Straße bei gleichzeitiger Entwicklung zum Großbetrieb
  • 1880 Brand der Mälzerei
  • 1894 Eintritt von Dr. Oskar Brand, Schwiegersohn von Franz Heinrich Wenker, in die Firma
  • 1913 Erwerb der Mälzerei am Düsseldorfer Hafen (Kronenmalzfabrik Dr. O. Brand)
  • 1945 Zerstörung durch Luftangriffe (12.3.)
  • 1977 Einweihung des neuen Sudhauses
  • 1987 Übernahme der Dortmunder Stifts-Brauerei
  • 1992 Übernahme der Dortmunder Thier Brauerei
  • 1996 Verkauf der Kronenbrauerei zusammen mit der Dortmunder Stifts- und der Dortmunder Thier Brauerei an die Dortmunder Actien-Brauerei unter Beibehaltung der Biermarken.


Marken

Die Marken der Privatbrauerei Dortmunder Kronen haben bis heute Bestand. Angeboten werden:
  • Kronen Pilsener
  • Kronen Export


    • http://de.wikipedia.org/wiki/Privatbrauerei_Dortmunder_Kronen
Trinkhalle Schleswiger Straße 44 Dortmunder Löwenbrauerei

Die Dortmunder Löwenbrauerei vorm. Peter Overbeck AG war eine Brauerei in Dortmund. Die Ursprünge der Löwenbrauerei liegen in einer Bieressigfabrikation der Familie Overbeck am Ostenhellweg. Nach der Übernahme des Geschäfts durch Wilhelm Overbeck, den späteren Ehrenbürger der Stadt Dortmund, wurde um 1840 eine Brauerei gegründet.

Um 1845 wurde in der Löwenbrauerei erstmals Bier in bayerischer Brauweise mit untergäriger Hefe das Dortmunder Export gebraut. Es entstand eine für damalige Verhältnisse moderne Großbrauerei, die mit industriellen Methoden wie Dampfmaschinen und Kühlung Bier erzeugte.

In der 1850er Jahren war die Löwenbrauerei eine der umsatzstärksten Brauereien in Westfalen und begann sehr früh, das erzeugte Bier zu exportieren.

Im Jahre 1912 wurde im Auftrag der "Löwenhof" Baugesellschaft mbH (mit der Löwenbrauerei als Mitgesellschafterin) durch die Architekten Hugo Steinbach und Paul Lutter auf dem Eckgrundstück Königswall / Hansastraße das Hotel Löwenhof errichtet, zu seiner Zeit einer der größten Gastronomiebetriebe Westdeutschlands. Es wurde jedoch schon bald verkauft und diente ab 1921 als Verwaltungsgebäude der Heinrich August Schulte AG, dann auch "Stahlhof" genannt.

Nach Umsatzeinbrüchen im Ersten Weltkrieg wurde die Löwenbrauerei vom kapitalkräftigen, lokalen Konkurrenten Dortmunder Union übernommen.
Trinkhalle Schlosserstraße Dortmunder Ritter Brauerei

Die Dortmunder Ritter-Brauerei war eine Brauerei in Dortmund. Die Brauerei wurde im Jahre 1889 als industrielle Großbrauerei gegründet. Standort war das "Brauereiviertel" westlich der Dortmunder Innenstadt zwischen der Rheinischen Straße und der Eisenbahntrasse, wo auch die Dortmunder Union-Brauerei, die Germania-Brauerei und die Dortmunder Aktien-Brauerei ihre Anlagen hatten. Eigentümer der Brauerei war ursprünglich die Dortmund Breweries Company Ltd. Im Ersten Weltkrieg wurden die Produktionsstätten der Ritter-Brauerei 1917 als Feindvermögen beschlagnahmt. Danach wurde aus dem Unternehmen eine Aktiengesellschaft.

Durch Fusionen mit weiteren lokalen Brauereien wie dem Brauhaus Essen, dem Dortmunder Bürgerbräu und der Brauerei Westfalia in Dortmund wuchs das Unternehmen weiter. 1928 wurde eine Interessengemeinschaft mit der Glückauf-Brauerei AG in Gelsenkirchen-Ückendorf geschlossen. Die Ritter-Brauerei war seitdem größter Aktionär der Glückauf-Brauerei AG. Nach 1945 wurde ein neuer Produktionsstandort in Dortmund-Lütgendortmund aufgebaut.

1994 endete die Eigenständigkeit der Brauerei. Der lokale Konkurrent Dortmunder Union-Brauerei, heute Teil der Radeberger Gruppe der Dr. August Oetker KG, übernahm die Aktienmehrheit. Die Braustätte in Lütgendortmund firmierte seit 1995 unter Dortmunder Union-Ritter Brauerei GmbH. 2002 erfolgt eine weitere Umbenennung. Zu Ehren des ersten Braumeisters der Union-Brauerei, Fritz Brinkhoff, erhielt die Brauerei den Namen Brauerei Brinkhoff GmbH. Drei Jahre später wurde der Standort in Lütgendortmund zugunsten des nunmehr letzten industriellen Dortmunder Brauereistandorts in der Dortmunder Nordstadt (DAB, ehemals Hansa-Brauerei) stillgelegt.

Marken

Die Biermarken der Ritter-Brauerei werden bis heute gepflegt. Folgende Marken sind erhältlich:
  • Ritter First
  • Ritter Pils
  • Ritter Export
Trinkhalle Schüchtermannstraße Dortmunder Stifts-Brauerei

Die Dortmunder Stifts Brauerei war eine ehemalige Brauerei im Dortmunder Stadtteil Hörde. Das erste Bier wurde in Hörde von den Nonnen des Kloster Clarenberg gebraut. Auf dem Gelände des ehemaligen Stiftes zu Füßen der Hermannshütte errichtete der Unternehmer Eduard Frantzen 1867 eine moderne, industriell produzierende Bierbrauerei. Eduard Frantzen fiel beim Frankreich-Feldzug 1870/71. Sein Bruder Ludwig Frantzen übernahm anschließend die Leitung der Brauerei. 1903 fusionierte die Brauerei mit der 1870 gegründeten Wallrabe-Brauerei, die 1900 in die „Wallrabe-Brauerei AG“ und 1901 in die „Bürgerliches Brauhaus AG, Hoerde“ umbenannt worden war. Der Name des Unternehmens lautete seitdem „Stifts-Brauerei Aktiengesellschaft vorm. Eduard Frantzen und Bürgerliches Brauhaus“.

Die Produktion erfolgte in den modernen Produktionsanlagen der Stiftsbrauerei. 1909 übernahm Ludwig Frantzen die Leitung und die Brauerei wurde zur Großbrauerei ausgebaut. Mitte der 1930er Jahre erwarb die Familie Funke, Besitzer der Essener Stern Brauerei, maßgebliche Aktienanteile an der Stiftbrauerei. Seitdem firmierte das Unternehmen unter dem Namen „Dortmunder Stiftsbrauerei Carl-Funke AG“.

In den 1970er Jahren betätigte sich die Stiftsbrauerei auch im Sportsponsoring und unterstützte die Aktivitäten von Borussia Dortmund.

1987 endete die Eigenständigkeit der Stiftsbrauerei. Als erste Übernahme des Konzentrationsprozesses im Dortmunder Brauereiwesen übernahm die Privatbrauerei Dortmunder Kronen das Unternehmen. Die Produktionsstätte der Stiftbrauerei ist bis heute erhalten. Im denkmalgeschützten, ehemaligen Sudhaus an der Hörder Burg finden sich heute Restaurants, eine Diskothek und die Kletterhalle Klettermax. In fußläufiger Entfernung befindet sich das Landesstudio NRW des Fernsehsenders Sat.1. Mit der Anlage des Phoenix-Sees wird das Gelände östlich der ehemaligen Brauerei erheblich aufgewertet.

Marken

Die Biermarken der Stifts Brauerei werden bis heute von der Dortmunder Actien-Brauerei gebraut und abgefüllt. Bis heute erhältliche Marken sind:
  • Stifts Pils
  • Stifts Export


Die Produktion der Edelmarke "Stiftsherren Pils" wurde hingegen eingestellt.
Trinkhalle Schützenstraße 30 Dortmunder Thier Brauerei

Die Dortmunder Thier Brauerei war eine Brauerei in Dortmund.

Geschichte

Die Thierbrauerei wurde am 2. Juli 1854 von den Dortmunder Kaufleuten Wilhelm von Hövel, Gustav Thier und Heinrich Sonnenschein als "Brauerei von Hövel, Thier & Co." gegründet. Die Gründung der Thierbrauerei galt als eine Folge der Einführung der untergärigen Brauweise, des Dortmunder Exports. 1875 übernahm die Familie Thier die kompletten Firmenanteile.
Nach dem Tod von Gustav Thier im Jahre 1883 wurde die Firma zunächst von seinem Sohn Gustav Thier jun. und dem Schwiegersohn Ludwig Frhr. Spiegel von und zu Peckelsheim geleitet. Die Brauerei wurde in "Brauerei Thier & Co., Dortmund" umbenannt. 1888 übernahm der Dortmunder Unternehmer Josef Cremer die Firma.

Die Thier Brauerei engagierte sich früh im Sportsponsoring. Der lokale Leichtathletikverein und ehemalige Handballbundesligist OSC Dortmund führte zeitweise den Namen OSC Thier Dortmund. 1992 erfolgte die Übernahme der Dortmunder Thier Brauerei durch den lokalen Konkurrenten Privatbrauerei Dortmunder Kronen. Im Jahre 1996 wurde diese durch die zur Radeberger Gruppe gehörende Dortmunder Actien-Brauerei übernommen. Die Produktion wurde zum Standort der DAB in den Dortmunder Norden verlegt.

Das Verwaltungsgebäude und die Produktionsstätten der Thier Brauerei lagen innerhalb der ehemaligen Wallanlagen der Stadt Dortmund und sind bis heute erhalten. Das Verwaltungsgebäude am Hiltropwall wird heute durch die Stadt Dortmund genutzt. Im Erdgeschoss befindet sich eine Gaststätte (Hövels Hausbrauerei) in der bis heute das Bier Hövels Original gebraut wird.

Die dahinter liegenden Produktionsgebäude warten seit der Stilllegung der Produktion auf eine neue Nutzung. In den Kellern der Gebäude hat sich eine lebendige Clubscene mit Diskotheken und Cocktailbars etabliert.
Im Jahr 2009 sollen die Betriebe und die alte Brauerei weichen und ein Einkaufscenter der ECE Projektmanagement entstehen.

Eine Biermarke Thier Pils wird bis heute von der Dortmunder Actien-Brauerei gebraut und abgefüllt.
Trinkhalle Schützenstraße 44 Dortmunder Union-Brauerei

Geschichte

Die Ursprünge der Union-Brauerei liegen in der Hausbrauerei Wilhelm Struck am Dortmunder Westenhellweg. Wilhelm Struck betrieb hier eine Bäckerei, Hausbrauerei und eine angegliederte Schankwirtschaft.

1870 wurde der Braumeister Fritz Brinkhoff von der Löwenbrauerei abgeworben, zugleich wurde die Brauerei in eine offene Handelsgesellschaft (oHG) umgewandelt. 1872 wurde die Brauerei Struck & Compagnie westlich vor die Wallanlagen der Stadt in das "Brauereiviertel" zwischen Rheinischer Straße und Eisenbahntrasse verlegt, um den Betrieb erweitern und ausbauen zu können. Der Gründer und Namensgeber war zwischenzeitlich ausgeschieden.

Am 30. Januar 1873 wurde, um Kapital für die Betriebsverlagerung zu gewinnen, die Dortmunder Union-Brauerei Aktiengesellschaft gegründet und ins Handelsregister eingetragen.

Dortmunder Export

1887 wurde ein Fehlsud an einen Aachener Kunden geliefert und fand dort reißenden Absatz. Das Dortmunder Export war geboren. Zu dieser Zeit wurden in der Dortmunder Union-Brauerei 75.000 Hektoliter jährlich produziert. Um die Jahrhundertwende betrug die Produktion schon 194.000 Hektoliter. Im Ersten Weltkrieg belieferte die Dortmunder Union-Brauerei die Truppen der deutschen Armee.

Zwischen 1920 und 1927 übernahm die Union-Brauerei die Betriebsanlagen der benachbarten Germania-Brauerei, errichtete aber auch auf dem eigenen, zunehmend beengten Betriebsgelände verschiedene Neubauten. In diesem Zusammenhang entstand auch von April 1926 bis Juni 1927 nach Plänen des auf Brauereianlagen spezialisierten Ingenieurs Emil Moog das erste Hochhaus Dortmunds, das heute als Dortmunder U bekannt ist und hauptsächlich als Gär- und Lagerkeller diente. Das mehrfach erweiterte Gebäude ist als Stahlbetonbau erbaut und steht auf 40 Fundament-Pfeilern. Der Hauptturm wird von einem zweistufigen gitterförmigen Aufbau bekrönt. Auf dem Dach prangt seit 1962 das vierfache, 9 Meter hohe, beleuchtete, goldene „U“ als Firmenzeichen der Union-Brauerei.

Mit den neuen Produktionsstätte steigerte die Brauerei auch ihren Absatz. 1929 wurden zum ersten Mal mehr als 1 Million Hektoliter Bier erzeugt, das zum Großteil exportiert wurde.
Während der NS-Zeit in Dortmund wurde Brauereidirektor Bruno Schüler am 24. März 1933 Staatskommissar für die Stadt Dortmund, später Bürgermeister und Theaterdezernent. Schüler, Nationalsozialist seit 1923, übte massiven Druck aus, die nationalsozialistische Ideologie auch in Dortmund umzusetzen. Ein Rechenschaftsbericht Schülers vom 24. April 1933 an den Preußischen Minister des Inneren belegt die antisemitischen Aktivitäten Schülers, der zunächst „Nichtarier“ aus allen öffentlichen Positionen verdrängen ließ.[1]

Am Ende des Zweiten Weltkrieg erlitt die Union-Brauerei durch Bombenangriffe starke Schäden. Erst 1956 konnte wieder die Produktionsmenge von 1929 erreicht werden. 1973 wurde mit einer Produktion von mehr als 2 Millionen Hektoliter Bier ein historisches Maximum erreicht.

Übernahme

Nach der Übernahme der Dortmunder Ritter Brauerei im Jahre 1994 wurde die Produktion aus der Innenstadt zur Produktionsstätte dieser Brauerei an den Stadtrand in Dortmund-Lütgendortmund verlegt. Bei dieser Fusion entstand die Dortmunder Union-Ritter Brauerei GmbH.

Die ehemalige Brauerei in der Dortmunder Innenstadt wurde 2004 abgerissen, übriggeblieben ist nur das denkmalgeschützte Dortmunder U, über dessen weitere Nutzung in der Lokalpolitik heftig gestritten wurde. Geplant und realisiert wird eine museale Nutzung durch das Museum am Ostwall. Über die Finanzierung hinsichtlich der Sanierung und des Umbaus des Dortmunder U wurde unterdessen positiv entschieden. Seit März 2008 wurde mit der Grundsanierung begonnen. Es wird derzeit mit einem Umbaukostenvolumen von ca. 46 Millionen Euro gerechnet. Ein Einrüstung des Gebäudes ist ebenfalls im März 2008 erfolgt.

Marken

Die Biermarken Dortmunder Union (Export, Siegel Pils) und Brinkhoff’s (No.1, Radler, ColaBier) der Union-Brauerei sind weiterhin erhältlich, werden jedoch heute bei der Dortmunder Actien-Brauerei gebraut und abgefüllt. Die Marke "Pils 2000", der (weitgehend erfolglose) Vorgänger von "Brinkhoff's No. 1" als Edelmarke, wird hingegen nicht mehr produziert.
Trinkhalle Schützenstraße 74 Die größten Brauereien der Welt

Nr. Name Land Mitarbeiter Umsatz (Mrd.€) Gesamtausstoß (Mio. hl)
1. InBev Belgien 89.000 14,4 (US$) 271 (2007)[1] 2. SABMiller Vereinigtes Königreich 69.116 21,41(US$) 239 (2008)[2] 3. Anheuser-Busch Companies Vereinigte Staaten 30.849 16,7(US$) 189 (2007)[3] 4. Heineken Niederlande 57.557 11,80 120 (2007)[4]
Trinkhalle Schützenstraße 215 Braumeister

Braumeister sind Lebensmitteltechniker, die sich mit der Herstellung von Bier befassen. In Deutschland lautet die Berufsbezeichnung des staatlich anerkannten Ausbildungsberufs „Brauer und Mälzer“. Im Anschluss an die dreijährige Lehre kann man sich nach zwei Jahren betrieblicher Praxis zum „Brau- und Malzmeister“ ausbilden lassen. Zu den bekanntesten Brauermeisterschulen zählen die private Doemens-Akademie in Gräfelfing bei München sowie die staatliche Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm. Die Abschlussprüfung wird vor der jeweiligen Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer abgelegt.

An der staatlich anerkannten Fachakademie für Brauwesen und Getränketechnik in München - Gräfelfing wird zudem ein 4 Semester dauernder Studiengang zum staatlich anerkannten Produktionsleiter Brauwesen/Getränketechnik angeboten. Freiwillig kann dabei ergänzend noch die Meisterprüfung abgelegt werden.

Eine akademische Ausbildung, die in den Hochschulen TU Berlin (Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei, kurz VLB) sowie an der TU München (Campus Weihenstephan) angeboten wird, wird als „Diplom-Braumeister“ bzw. „Dipl.-Ing. für Brauwesen und Getränketechnologie“ abgeschlossen.

Braumeister finden nicht nur in Brauereien und Mälzereien ihren Einsatz, sondern werden zudem von allen Arten der Zulieferindustrie (Maschinenbau, chemische Industrie), der BioTech-Branche, Herstellern alkoholfreier Getränke und der Lebensmittelindustrie gesucht. Neben dem nach wie vor handwerklich geprägten Beruf sind besonders tiefe Kenntnisse in mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen (organische und anorganische Chemie, Mikrobiologie, Physik, Mathematik), den Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus und der modernen Prozessautomation Schwerpunkte.
Trinkhalle Schützenstraße Bierdeckel

Der Bierdeckel (schweiz.: Bierteller) dient in der Regel als Unterlage für Biergläser und Bierkrüge. Runde Bierdeckel haben in Deutschland standardmäßig einen Durchmesser von 107 Millimeter, allerdings sind auch quadratische Bierdeckel verbreitet. Sie sind 1,2 mm bis 1,5 mm dick, wiegen zwischen 5 g und 10 g und sind meist aus Pappe.

Geschichte

Im 19. Jahrhundert tranken die reicheren Leute das Bier aus Bierseideln mit Deckeln aus Zinn oder Silber. Einfachere Leute benutzten Krüge ohne Deckel. Als Untersetzer dienten damals Filze, die so genannten Bierfilze. Trank man Bier im Freien, dann legte man diese Filze auf den Krug, damit kein Ungeziefer und kein Laub das Bier verunreinigte. Aus dieser Funktion des Abdeckens stammt der Name Bierdeckel. Diese Bierfilze waren meist feucht und begünstigten die Vermehrung von Bakterien, sie waren also recht unhygienisch.

Hinzu kam das Problem ihrer Wiederverwendung. Die feuchten Bierfilze wurden von der Bedienung beim Abräumen wieder eingesammelt und in Bierfilzständern, Einsätzen oder dachziegelartig aufgereiht luftgetrocknet.

1880 stanzte die Kartonagenfabrik und Druckerei Friedrich Horn in Buckau bei Magdeburg Bierglasuntersetzer aus Pappe und druckte verschiedene Motive auf.

Schließlich erfand Robert Sputh aus Dresden 1892 den Vorläufer des heutigen Bierdeckels, die so genannten Holzfilzplatten oder Faserguß-Untersetzer (Patent 68499 für das Herstellungsverfahren vom 25. Oktober 1892): Papierbrei wurde in runde Formen gefüllt und getrocknet. Diese Holzfilzplatten hatten bereits einen Durchmesser von 107 Millimeter und waren 5 Millimeter dick.

Runde Bierdeckel mit einem Durchmesser von 110 mm und einer Dicke zwischen 4 und 8 mm stieß ein so genannter Bierteller-Automat aus. Diese Maschine verarbeitete eine breiige Pappmasse und war zwischen 1930 und 1960 in Deutschland verbreitet, setzte sich aber letztlich nicht durch.

1903 begann Casimir Otto Katz im damals großherzoglich-badischen Murgtal die bis heute gebräuchlichen Bierdeckel industriell herzustellen. Sie werden aus frischem Fichtenholz hergestellt. Dessen lange Fasern sind sehr saugfähig. Aus den Baumstämmen wird ein Brei hergestellt, dem man dann Wasser entzieht. Im Jahre 2003 wurden pro Tag 10 Millionen Stück bzw. pro Jahr 1,4 Milliarden Stück hergestellt, was etwa 40 % des weltweiten Bedarfs darstellte.

Beim heutigen Nachfolger - der in den 1980er Jahren liquidierten Gernsbacher Katz Werke AG - und davon herausgelösten KATZ International Coasters in Weisenbach, werden in der angegliederten Druckerei die Bierglasuntersetzer im 6-Farben-Offsetdruck bedruckt.

Weitere Bezeichnungen:

  • Bierteller
  • Bierfilz (in Altbayern, Oberfranken und Bayerisch-Schwaben, in Franken ist bis heute vom "Bierfilzla" die Rede)
  • Bierfuiz/l (in Bayern übliche Bezeichnung)
  • Bierplattl (selten in Österreich)
  • Getränkeuntersetzer
  • BGU = Bierglasuntersetzer
  • Coaster
  • Werbeuntersetzer


Funktionen des Bierdeckels

Hauptzweck

Der Hauptzweck des Bierdeckels ist es, das Kondenswasser (welches sich durch die warme Umgebungsluft an der Außenseite des kalten Bierglases bildet und nach unten läuft) aufzusaugen, möglichst bevor (oder wenn) es vom Glas (wenn es zum Trinken angehoben und geneigt wird) tropft.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Durch seinen Aufdruck dient er als Werbeträger. Verbreiten von Sinn- oder Merksprüchen oder Zitaten (neben der Werbung). Notieren des Getränkekonsums am Gasthaustisch durch die Bedienung, etwa durch Striche (siehe Kerbholz) Anschreiben lassen (im Rheinland: „einen Deckel machen“): Durch Aufbewahren eines „unbezahlten“ Bierdeckels, mit Strichen oder einem Geldbetrag beschriftet, gewähren manche Wirte ihren Stammgästen einen Zahlungsaufschub In den rheinischen Brauhäusern in Düsseldorf, Köln, usw. signalisiert der auf das Glas gelegte Bierd
Trinkhalle Stahlwerkstraße Bierbong

Eine Bierbong ist ein bei Partys gelegentlich genutztes Werkzeug, um in kurzer Zeit viel Bier konsumieren zu können. Der Name ist auf die Bong, eine Art Wasserpfeife, zurückzuführen.

Bauweise

Die Bierbong besteht aus einem ein bis drei Meter langen, meist transparenten Schlauch. Der Durchmesser der Bierbong sollte größer als eine Bierflaschenöffnung sein. An einem Ende des Schlauches, das in die Höhe gehalten wird, ist ein Trichter befestigt, an das andere Ende kann ein Ventil montiert werden, das jedoch nicht unbedingt notwendig ist.

Anwendung

Die Bierbong wird bei geschlossenem Ventil von der Trichterseite aus mit Bier befüllt. Der Biertrinker setzt das untere Ende des Schlauches an den Mund an, während der Schlauch samt Trichter in die Höhe gehoben wird. Sobald das Ventil geöffnet wird, fließt das Bier aus dem Trichter unter Druck in den Mund.

Hat die Bierbong kein Ventil, so hält man mit der Handfläche das Ende des Schlauches zu, woraufhin die Bierbong durch den Trichter befüllt wird. Es wird einige Augenblicke gewartet, bis sich der Schaum gesetzt hat. Nun wird das Schlauchende mit der Öffnung nur soweit nach oben gehoben, bis sich das Bier im Schlauch gerade noch "hält", worauf man mit dem Mund ansetzt und wieder nach unten geht, um das Bier zu trinken.

Besonders bei Bierbongs mit längerem Schlauch ist oft zu beobachten, dass sich die Protagonisten zum Befüllen auf eine Anhöhe (Treppe) stellen oder es aus Fenstern von Häusern machen. Durch den Höhenunterschied zum Trinker wird der Druck zusätzlich erhöht, wodurch ein noch schnelleres Leeren des Schlauches möglich ist.

Varianten

Es gibt auch Standmodelle, bei denen der Trichter auf einem Untergestell ruht; dieses ist jedoch meist nicht übermannshoch, so dass eine bestimmungsgemäße Verwendung eigentlich nur im Liegen möglich ist. Außerdem gibt es noch Tischbierbongs, bei denen der Trichter, Schlauch und absperrung fest an einer Platte montiert sind und sich am besten zur statischen Druckbetankung im Sitzen eignen. Für spontane Gelage sind eher Trichter mit Schläuchen geeignet, da sie sich einfacher transportieren lassen.
Regionalabhängig gibt es für solche Apparate viele Ausdrücke, bekannt sind beispielsweise Prommillator, Susi, Stürzer, Shooter, Rockwurst, Biergit, Trichter, Bierrutsche oder Biermaschine.

Eine einfachere Variante einer Bierbong besteht aus einer PET-Flasche, deren Boden entfernt wurde und bei der während des Einschenkens der Flaschenhals mit der Zunge verschlossen wird.

Eine andere, neuere Variante der Bierbong besteht aus einem meist transparenten, etwa 10 Zentimeter langen Plastikschlauch, den man direkt auf die geöffnete, volle Bierflasche stülpt. Von der Seite dieses Schlauchteils führt ein dünnerer, ebenfalls meist transparenter Schlauch, bis zum Boden der Flasche. Mit diesem sogenannten "Stürzer" wird erreicht, dass der normalerweise beim Trinken aus der Flasche entstehende Unterdruck ausgeglichen und ein extrem schnelles Trinken ermöglicht wird.

Alternativ kann auch ein Knickstrohhalm verwendet werden, dessen kurzes Ende über den Flaschenrand geknickt wird, sodass, wenn man den Mund ganz über die Öffnung stülpt, die Luft durch ihn nachströmen kann.

Auch mit Dosenbier läßt sich ein ähnlicher Effekt hervorrufen, indem mittels eines Messers eine Öffnung nahe dem Dosenboden in die Seite der Dose gestochen wird. Danach setzt der Protagonist die Dose an den Mund und richtet sie auf, um daraufhin den Verschluß zu öffnen. Das Bier strömt nun unter Freisetzung von Kohlensäure unter Druck gebracht sehr schnell in den Magen. Durch das Dosenpfand ist diese Form des Kampfbiertrinkens in Deutschland nicht mehr so stark verbreitet.

Einsatzgebiete

Der Grund, weshalb Bierbongs auf Partys recht beliebt sind, ist die Möglichkeit, den Rauschzustand schneller zu erreichen. Allerdings besteht durch den Einsatz einer Bierbong die große Gefahr, den Alkoholkonsum zu unterschätzen.

Das Prinzip ist zwar alt, allerdings wurden Bierbongs in jüngerer Zeit vor allem im Zusammenhang mit der verstärkten Berichterstattung über die "Spring Break"-Rituale US-amerikanischer Studenten bekannt. Dort wird typischerweise Dosenbier verwendet, aus dem man vor dem Trinken die Kohlensäure herausrührt, damit das dann nicht mehr schäumende Bier problemlos in einem Zug in den Magen gelangt.

Ein anderer Trick ist es, die Bierbong vorher mit Spülmittel zu reinigen. Durch das Spülmittel schäumt das Bier kaum noch. Des Weiteren kann man durch Klopfen gegen den Schlauch die Kohlensäure steigen lassen. So kommen weniger Luftblasen in den Magen und das Ganze ist etwas verträglicher. Teilweise wird auch schales Bier ohne Kohlensäure getrunken; bei einer reinen Trinkzeit von 10 Sekunden wird der Geschmack nebensächlich.
Eine weitergehende Beschleunigung der Trinkgeschwindigkeit, beispielsweise mit Hilfe von Pumpen oder Druckluft, hat bereits zu lebensgefährlichen Verletzungen geführt und ist daher zu vermeiden.
Trinkhalle Streckenstraße Biersuppe

Warme Biersuppe war im deutschen Sprachraum vor allem auf dem Land bis weit in das 19. Jahrhundert hinein das übliche Frühstück für Erwachsene wie für Kinder, wobei Dünnbier verwendet wurde; sie wurde erst dann allmählich durch die neue Mode verdrängt, morgens Kaffee zu trinken und dazu Brot zu essen. Vor der Einführung des Kaffees, aber auch noch danach, wurde die Biersuppe von allen Schichten gegessen, auch vom Adel. Bier galt als nahrhaftes und stärkendes Lebensmittel.

In älteren Kochbüchern finden sich verschiedene verfeinerte Rezepte für die Zubereitung von Biersuppen, die einfache Bevölkerung konnte sich Zutaten wie Eier und Sahne jedoch nicht leisten. Ein übliches Grundrezept gibt Henriette Davidis im 19. Jahrhundert an: „Man schneidet 4–6 Scheiben altbackenes Brot in kleine Stücke, setzt es mit 2 Flaschen Braunbier und 1 Teelöffel Kochkümmel auf und lässt es verdeckt kochen, ohne viel zu rühren, bis das Brot weich ist. Nun rührt man die Suppe durch einen Durchschlag, tut ein Stück Butter und nach Geschmack Zucker und Salz daran und lässt die Suppe noch einmal aufkochen.“ Außer der Biersuppe gab es auch noch Bierbrei als dickflüssigere Variante.

Nur geringfügig anders zubereitet, nämlich ohne Einlage, wurde das so genannte Warmbier, das jedoch nicht als Speise, sondern als Getränk galt. In der Oeconomischen Encyclopädie von Johann Georg Krünitz aus dem 18. Jahrhundert heißt es: „Warmbier ist ein Getränk, dessen sich unsere Großältern im vorigen Jahrhundert, und zu Anfange des jetzigen, fast auf eben die Art, wie wir itzt des Caffee, und mit besserm Nutzen für ihre Gesundheit, bedienten. Hin und wieder trinkt man auch noch heut zu Tage, besonders auf Reisen und in Wirthshäusern auf dem Lande, wo man (auf, erg.) keinen guten Caffee hoffen darf, statt desselben Warmbier, wie es denn, wenn man sich erkältet hat, eins der besten Hausmittel ist (...)“[1] Dem warmen Bier wurden Ei, Mehl, Butter, Ingwer, Muskatnuss, Salz und Zucker zugesetzt.
Trinkhalle Tiefe Straße World Beer Cup

Der World Beer Cup ist einer der größten Bier-Wettbewerbe. Er wird alle zwei Jahre von der Association of Brewers, dem Zusammenschluss der kleinen und mittleren Brauereien in den Vereinigten Staaten ausgerichtet.
Am ersten Wettbewerb im Jahr 1996 in Vail (Colorado) nahmen 600 Biere von 250 Brauereien teil. Im Jahr 2006 beteiligten sich 540 Brauereien aus 56 Ländern mit insgesamt 2.211 Bieren.

Die Preise werden in 85 Einzelkategorien vergeben und die Gewinner (je Kategorie) mit einer Gold-, Silber- oder Bronze-Medaille ausgezeichnet. Sofern in einer Kategorie bestimmte Mindeststandards nicht erreicht werden, werden ggf. auch keine Medaillen oder z.B. keine Goldmedaille verliehen.

Im Jahr 2008 schaffte es die Karlsruher Privatbrauerei Hoepfner als erste deutsche Brauerei mit dem Titel "World Champions Brewery" in der Kategorie "Mid-sized Breweries" ausgezeichnet zu werden.
Hayden Getränkekiste

Eine Getränkekiste (auch Kasten; schweizerdeutsch und in der DDR-Handelssprache Harass, bayerisch Tragl) dient dem Transport von Getränkeflaschen. Ursprünglich war sie aus Holz, heute ist sie in der Regel aus Kunststoff. Die heute im Handel üblichen Kisten sind so gebaut, dass die Unterfläche auf der Oberfläche einer baugleichen Kiste einrastet, wenn man die Getränkekisten aufeinandersetzt. Hierdurch sind die Kisten gut stapelbar. Diese Eigenschaft bildet die Grundlage beim Spiel "Kistenstapeln".

Bierkästen und neue Mineralwasserkästen haben in der Regel die Maße 400 × 300 mm, Saft- und Milchkästen die Maße 300 × 200 mm. Damit können sie effizient und ohne Verlust von Transportraum auf Europoolpaletten mit der Grundfläche von 1200 x 800 mm gestapelt und transportiert werden. Lange Zeit hatten Mineralwasserkästen die Maße 355 × 270mm, diese werden jedoch zur Zeit ausgemustert.

Biergetränkekisten enthalten meist entweder 24 x 0.33 Liter Flaschen (insgesamt 8 Liter/Kasten) oder 20 x 0.5 Liter Flaschen (insgesamt 10 Liter/Kasten).
Trinkhalle Treibstraße Flaschenpfand

Das Flaschenpfand als wohl bekanntestes Pfandsystem bezeichnet einen Geldbetrag, den man bei einem Getränkeanbieter für eine gekaufte Flasche hinterlässt und mit Rückgabe der Flasche zurückerhält. Das System soll den Rücklauf der Flaschen und Kisten zur Wiederverwendung stimulieren. Entscheidend sind ökologische und energetische Aspekte. Die Frage der Wirtschaftlichkeit des Systems ist nicht eindeutig zu klären.
Trinkhalle Uhlandstraße 7 Brauerstern

Der Brauerstern ist das Zunftzeichen der Brauer und Mälzer, und das Symbol für die Ausgabestelle des Haustrunks einer Brauerei.

Geschichte

Zur Herkunft des Brauersterns gibt es (bisher) zwei verschiedene Theorien:
Zum einen war das Hexagramm ein Zeichen der Alchemie und symbolisierte die Elemente. Es ist möglich, dass der Brauerstern die zum Bierbrauen notwendigen Stoffe (Feuer und Wasser) darstellte.

Zum anderen war das Hexagramm ein Schutzsymbol gegen Feuer und Dämonen. Da die Brandgefahr eine der größten Bedrohungen der mittelalterlichen Städte war und es beim Bierbrauen immer wieder zu Unfällen kam, ist es möglich, dass der Brauerstern Feuerunheil vom Brauhaus abwenden sollte.

Eine weitere Theorie, die sich aus der erstgenannten ableitet, geht davon aus, dass der Brauerstern einmal die für das Brauen wichtigen drei Elemente (Feuer, Wasser und Luft) symbolisiert und zum anderen die im Mittelalter bekannten Zutaten (Wasser, Malz und Hopfen) bezeichnet (die Hefe als Brauzusatz fehlte damals noch), so dass sich insgesamt die 6 Zacken des Brauersterns damit erklären [1]

Verbreitung

Der Brauerstern ist vor allem in Süddeutschland verbreitet. Als Element in Wirtshausschildern (Gaststättenausleger) findet man ihn noch heute vielfach in Baden, Franken und der Oberpfalz, aber auch in anderen Regionen Deutschlands. Oft war das Zeichen mit der Braugerechtigkeit (auch: „Braugerechtsame“) verbunden, das heißt, mit dem Recht, Bier zu brauen.
Trinkhalle Uhlandstraße 36 Lückenbier

Lückenbiere waren Biere, die nach dem Biersteuergesetz von 1952 nicht eindeutig einer Biergattung zugeordnet werden konnten.

Nach dem alten Biersteuergesetz wurde Biere nach den Stammwürzegehalten bezeichnet. Bier mit einem Stammwürzgehalt von
  • 2,0 - 5,5 Prozent war Einfachbier,
  • 7,0 - 8,0 Prozent war Schankbier,
  • 11,0 - 14,0 Prozent war Vollbier und
  • mindestens 16,0 Prozent war Starkbier.


Ein Bier mit einer Stammwürze von beispielsweise 15 Prozent lag in der Lücke zwischen Voll- und Starkbier und durfte deshalb damals nicht gebraut werden. Das Biersteuergesetz von 1952 wurde 1993 geändert. Durch die neue Biersteuerregelung, bei der direkt die Stammwürze maßgeblich ist, dürfen auch diese Biere gebraut werden.
Trinkhalle Uhlandstraße 77 Tag des Deutschen Bieres

Mit dem Tag des Deutschen Bieres wird seit 1994 von den deutschen Bierbrauern der Erlass des bayerischen Reinheitsgebots im Jahr 1516 gefeiert. Der Tag des Deutschen Bieres findet jährlich am 23. April statt, dem Jahrestag des Erlasses.

Einige mittelständische und Familien-Brauereien in Süddeutschland, die sich in der "Gütegemeinschaft Traditionsbier" zusammengeschlossen haben, brauen seit 2003 jeweils zum Tag des Deutschen Bieres limitierte Spezialbiere unter dem Namen "Jahrgangsbier 23.04." ein, das nach ca. 120 Tagen (also Ende August) in den Handel kommt. Der Sud ist auf etwa 6000 Liter pro Brauerei beschränkt, jede Flasche trägt eine Seriennummer.
Trinkhalle Uhlandstraße 144 Wortschatz

Signifikante Kookkurrenzen für Bier:

trinken (3505), Wein (1941), getrunken (1372), und (1129), trinkt (1014), Liter (855), Flasche (820), ein (817), Glas (816), Maß (791), Schnaps (705), , (642), Flaschen (617), Sekt (575), Hektoliter (563), Bratwurst (536), Cola (502), Brauereien (499), gebraut (498), Brauerei (495), tranken (491), kühles (485), trank (472), oder (469), ausgeschenkt (461), Kasten (430), das (409), Kneipe (386), Mineralwasser (378), Fass (353), Strömen (339), Würstchen (316), Kaffee (299), Wasser (287), Dose (280), Wurst (273), trinke (270), schmeckt (267), fließt (266), Limonade (261), brauen (258), alkoholfreies (245), mal (240), : (231), Getränk (229), Oktoberfest (222), kostet (211), Spirituosen (203), Schluck (199), Reinheitsgebot (195), Bar (195), deutsches (192), Zigarette (191), Wodka (189), Cocktails (188), gezapftes (186), mit (183), zapfte (178), verkauft (177), Getränke (177), gibt (177), Hopfen (172), Kiste (169), Alkohol (167), paar (165), Theke (163), Brauer (162), Dosen (162), Zigaretten (159), sitzen (150), Tresen (149), Whisky (143), Pfand (142), Getränken (141), Essen (136), Durst (134), viel (133), Cent (131), ausschenken (130), Kühlschrank (127)

Mehrwortkookkurenzen:

Flasche Bier (709), noch ein Bier (422), Dose Bier (362), in Strömen (332), eine Flasche Bier (332), in der Hand (191), Susanne Bier (166), frisch gezapftes (160), wie sauer Bier (120) Signifikante linke Nachbarn von Bier: ein (1647), Maß (1258), Liter (1211), das (1101), Glas (865), Flasche (862), Kasten (728), kühles (638), Hektoliter (586), Flaschen (540), Fass (456), trinken (450), deutsches (377), beim (351), kein (348), Dose (314), alkoholfreies (314), Kiste (313), viel (308), Schluck (282), ihr (260), Das (213), und (209), gezapftes (182), paar (169), weniger (165), Kästen (161), trank (157), kühlen (154), mein (152), sein (145), frisch gezapftes (144), gebrautes (141), alkoholhaltiges (132), kaltes (131), alkoholfreiem (127), tranken (121), einem (114), mit (109), unser (103), Fässchen (101), trinkt (100), bayerisches (99), eigenes (98), deutschem (93), Fässer (87), Halben (86), frisch gezapftem (84), gezapftem (79), Dosen (78), Susanne (77), gutes (77), Halbe (73), reichlich (73), sauer (70), Gläsern (69), zum (69), gepflegtes (66), gebraute (65), billigem (64), warmes (64), Hofer (63), irisches (62), immer weniger (62), Deutsches (61), ukrainisches (60), tschechisches (59), obergäriges (58), dunklem (58), bei (58), Litern (56), Seidla (56), fürs (52), oder (51), gezapften (50), Wie viel (49), gekühltes (49), erste (47), billiges (44), Sixpack (44)

Signifikante rechte Nachbarn von Bier:

trinken (2320), und (1479), getrunken (1361), oder (443), , (326), aus (306), gebraut (302), ausgeschenkt (299), in der Hand (269), fließt (240), trinkt (214), kostet (214), in Strömen (187), . (156), verkauft (149), in (146), trinkende (137), schmeckt (131), trank (129), ausschenken (119), geklaut (99), intus (98), verkaufen (98), zu (97), anzapfen (95), auf (95), ist (87), abgesetzt (83), brauen (82), trinke (80), bestellen (79), trinkenden (76), gereicht (76), holen (75), tranken (66), servieren (62), verträgt (61), pro (58), mit (57), bestellt (55), hinaufgesetzt (51), gibt (50), konsumiert (49), braut (49), kaufen (46), überschüttet (44), schmecken (44), erschlagen (42), gezapft (42), strömt (41), schal (41), ausgeben (40), zu viel (39), floss (38), - (37), ! (37), im (35), anzustechen (33), teurer (33), über Bord gehen (32), kalt (30), anstechen (30), ausklingen (30), serviert (30), strömt aus (30), auszuschenken (29), ausgelobt (29), auf dem Tisch (29), gibt es (29), fließen (28), gegönnt (28), geordert (26), übergießen (26), überschütten (26), in Dosen (25), vertilgt (25), gefüllt (25), ( (25), begossen (24), kalt stellen (24)

http://wortschatz.uni-leipzig.de/abfrage/
Trinkhalle Uhlandstraße 156
Trinkhalle Wambeler Straße
Trinkhalle Zimmerstraße